Schalke gewinnt in Haifa auch mit der B-Elf

Die B-Elf der Schalker Profis reichte, um einen ungefährdeten 3:0-Sieg im letzten Spiel der Europa-League-Gruppenphase bei Maccabi Haifa einzufahren. Torwart Timo Hildebrand feierte ein glänzendes Debüt - denn er wehrte einen Elfmeter ab.

Haifa. Elisha Levi, der Trainer von Maccabi Haifa, hatte vorher vermutet, dass der große FC Schalke 04 wohl auch mit seiner B-Jugend-Mannschaft in Israel bestehen könnte – so schlecht sei sein eigenes Team derzeit in Form. Nun ja, zumindest reichte die B-Elf der Schalker Profis, um mit dem 3:0 (1:0) zum Abschluss der Gruppenphase der Europa League einen ungefährdeten Sieg einzufahren.

Trainer Huub Stevens verfolgte das Ganze zu Hause vor dem Fernseher: Am Morgen hatte er bereits wieder das Training der Daheimgebliebenen geleitet – seiner erkrankten Mutter Mia (85) geht es etwas bessser. Es war bezeichnend für das Niveau des israelischen Meisters, dass Schalkes 1:0 aus einem Eigentor von Jurica Buljat in der 17. Minute resultierte. Der Verteidiger grätschte eine Hereingabe von Ciprian Marica ins eigene Netz.

Marica war insgesamt Schalkes aktivster Spieler, er erzielte in der 84. Minute auch das 2:0. Für das dritte Tor sorgte Andreas Wiegel (92.). Und auch Torwart Timo Hildebrand konnte sich bei seinem Debüt auszeichnen: Er hielt in der 72. Minute einen von Yaniv Katan geschossenene Handelfmeter.

Schalke hatte sich schon vorher für die K.o.-Runde qualifiziert. Manager Horst Heldt verteilte denn auch ein Pauschallob für das erste Halbjahr: "Im letzten Jahr hat die Mannschaft es nicht geschafft, in allen drei Wettbewerben Leistung abzuliefern“, sagte Heldt, „jetzt kriegt sie das hin.“

Doch diese Entwicklung soll weiter gehen. Und deswegen plant Schalkes Manager jetzt schon die Mannschaft für die neue Saison. Dabei muss er verstärkt berücksichtigen, dass die Verträge der Top-Angreifer Raúl und Jefferson Farfan zum Ende der derzeitigen Saison auslaufen.

Mit Raúl (34) soll Anfang des neuen Jahres besprochen werden, wie es weiter gehen könnte. Heldt kann sich nicht vorstellen, dass sich der Weltstar zum Ende der Karriere noch einmal auf ein Abenteuer einlässt – angeblich wird der Spanier mit Millionen aus dem Emirat Katar gelockt.

Kontakt zu Obasi

„Raúl muss schon lange nicht mehr Fußball spielen, um Geld zu verdienen“, glaubt Heldt – bei dem fünffachen Vater würde auch die Familie über die Zukunft mit entscheiden. Derzeit gebe es „keine Tendenz“ und auch noch kein Angebot von Schalke. Heldt lässt sich alle Optionen offen: „Grundsätzlich gilt: Man darf als Verein keine Angst haben vor Entscheidungen und Veränderungen. Aber man kann auch nicht nur mit U-23-Spielern erfolgreich sein.“

Bei Farfan ist dagegen klar, dass Schalke den Flügelflitzer gerne behalten möchte, doch der ziert sich: „In den nächsten ein, zwei Monaten wird es eine Entscheidung geben“, kündigt Heldt an. Als möglicher Nachfolger für Farfan wurde Hoffenheims Chinedu Obasi (25) kontaktiert, dessen Berater Thomas Solomon Gespräche mit Schalke bestätigt. Heldt dagegen hält sich verschlossen: „Wir haben zu Lukas Podolski Stellung bezogen, das hat die ganze Nation bewegt. Deswegen macht es keinen Sinn, zu anderen Namen etwas zu sagen.“

Während man bei Raúl und Farfan eine Trennung nicht ausschließen kann, soll Klaas-Jan Huntelaar eine Konstante bleiben: Zwar hat der Torjäger eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2013 datierten Vertrag, aber Heldt glaubt nicht, dass Huntelaar davon Gebrauch machen könnte. Im Gegenteil: „Wir wollen mit ihm vorzeitig über 2013 hinaus verlängern. Er hat bei Real Madrid und dem AC Mailand nicht nur positive Erfahrungen gemacht. Das könnte in diesem Zusammenhang ein Vorteil für uns sein.“

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