Schalke geht mit Nullnummer gegen Nürnberg in die Winterpause

Manfred Hendriock
Schalke 04 hat sich torlos aus der Hinrunde verabschiedet.
Schalke 04 hat sich torlos aus der Hinrunde verabschiedet.
Foto: dpa
Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat sich glanzlos aus der Hinrunde verabschiedet. Die Königsblauen kamen beim 1. FC Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus. Nürnberg ist damit das erste Bundesligateam, das eine Hinrunde ohne Sieg abgeschlossen hat.

Nürnberg. Ohne den erkrankten Trainer Jens Keller hat Schalke die Heimniederlage von Borussia Dortmund nicht wirklich nutzen können und den Rückstand auf den dritten Tabellenplatz nur um einen Zähler reduziert. Beim 1. FC Nürnberg reichte es am Samstagabend nur zu einem 0:0, das aufgrund der Spielanteile zudem glücklich zustande gekommen war. Nürnberg hatte ein klares Chancenplus, geht aber dennoch sieglos in die Winterpause.

Schalke musste auf sechs Spieler und Trainer Keller verzichten

Es war schon kurios: Wochenlang war darüber diskutiert worden, ob das Spiel in Nürnberg für Jens Keller womöglich das letzte als Schalke-Trainer werden würde, dann gab der Aufsichtsrat am Montagabend weiter Grünes Licht für den 43-Jährigen – und am Ende saß Keller in Nürnberg doch nicht auf der Schalker Bank. Ein Magen-Darm-Virus hatte den Trainer am Spieltag schwer erwischt: Keller musste krank im Hotel bleiben und verfolgte das Spiel dort vor dem Fernseher. Das Kommando auf der Bank führte stattdessen Co-Trainer Peter Hermann, und auch Manager Horst Heldt nahm zur Unterstützung ausnahmsweise am Spielfeldrand Platz.

Auf dem Platz mussten die Gäste auch auf Kevin-Prince Boateng (Wadenprobleme) verzichten – der Mittelfeld-Star war Ausfall Nummer sechs nach Klaas-Jan Huntelaar, Dennis Aogo, Marco Höger, Julian Draxler und Benedikt Höwedes (ebenfalls alle verletzt). Und nach einer halben Stunde schied auch Christian Fuchs (Blockade im Knie) aus: Nummer sieben auf der Verletzten-Liste. Schalke pfeift, wie es Heldt vor dem Spiel gesagt hatte, personell aus dem letzten Loch. Im 28. Pflichtspiel dieser Hinrunde merkte man das der Mannschaft auch deutlich an.

Als Fuchs nach einer halben Stunde den Platz verlassen musste, hatten die Nürnberger schon drei gute Chancen auf ihrem Konto. In der vierten Minute scheiterte Hiroshi Kiyotake an Schalkes Torwart Ralf Fährmann, wenig später schoss Daniel Ginczek nach einem üblen Querschläger von Jermaine Jones im Mittelfeld am Tor vorbei (10.), und in der 23. Minute traf der quirlige Kiyotake das Außennetz.

Nürnberger Drmic sorgte für Schalker Schrecksekunden

Von Schalke war in der Vorwärtsbewegung so gut wie nichts zu sehen, aber an Jens Keller konnte das diesmal ja nicht gelegen haben… Eigentlich hatten die Gäste im ersten Abschnitt nur eine einzige Chance, als Jermaine Jones nach einem Konter aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei schoss – der mitgelaufene Adam Szalai bekam in der Mitte den Fuß nicht mehr an den Ball (29.). Kurz vor der Pause verfehlte Ersatz-Kapitän Roman Neustädter mit einem kernigen Distanzschuss das Gehäuse, aber zwischendurch hatten die Nürnberger noch zwei Chancen: Erst scheiterte Makoto Hasebe am starken Fährmann (31.), und vier Minuten später wurde ein Tor von Josip Drmic wegen Abseits nicht gegeben – eine Millimeterentscheidung.

Der wuchtige Drmic sorgte auch nach dem Wechsel für Schalker Schrecksekunden: Erst scheiterte er an Fährmann (55.), dann donnerte er die Kugel am Tor vorbei (59.), und in der 64. Minute klärte Felipe Santana mit langem Bein gegen den Schweizer Stürmer – eine großartige Rettungstat des früheren Dortmunders, der zumindest enorm einsatzfreudig war.

Wie schon vor einer Woche gegen Freiburg kam Schalke nach dem Wechsel ein wenig mehr auf Betriebstemperatur, konnte aber nur selten für Entlastung sorgen. Und Chancen blieben weiterhin Mangelware, zumal sich Adam Szalai in der Spitze kaum durchsetzen konnte. Seine beste Szene hatte der Ungar bei einem Kopfball in der 70. Minute – unmittelbar danach wurde er gegen Chinedu Obasi ausgewechselt.

Der Club aber drängte mit Macht und großem Einsatz auf seinen ersten Saisonsieg. Und Schalke benötigte in der 76. Minute eine Riesenportion Glück, als ein Kopfball von Per Nilsson gegen die Latte klatschte, nachdem Fährmann mit den Fäusten nicht an die Kugel gekommen war. Auf der Gegenseite scheiterte Farfan mit einem Freistoß an Schäfer.