Gelsenkirchen

Schalke geht mit dem Sieg über Berlin kritisch um

Domenico Tedesco.
Domenico Tedesco.
Foto: Christof Koepsel/Getty

Gelsenkirchen.  Der Manager sprach von einer „schwierigen Nummer“ und der Trainer hatte an der zweiten Halbzeit allerhand auszusetzen: Schalke feierte mit dem 1:0 gegen Hertha BSC zwar den dritten Sieg in Folge – weiß aber, dass der Weg in die Champions League noch weit ist. Weiter auch, als es die Tabelle mit dem schönen Platz zwei aussagt. „Hertha hätte ohne Frage etwas mitnehmen können“, gab Domenico Tedesco zu: „In der zweiten Halbzeit waren sie die bessere Mannschaft.“

Die zweiten Bälle als Problem

Bei seiner Analyse wusste Schalkes Trainer, woran es gelegen hatte, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit kaum noch für Entlastung und schon gar nicht für konstruktive Angriffe sorgen konnte: „Das Kernproblem war, dass die zweiten Bälle nicht bei uns gelandet sind.“ Naldo gewann zwar unzählige Kopfballduelle, aber keiner war da, um die Bälle aufzunehmen und das Spiel zu beruhigen. Für Tedesco eine Sache der Raumaufteilung und der Kraft – „ich glaube, dass unsere Stürmer am Ende platt waren.“

Kniffelige Aufgabe gemeistert

Manager Christian Heidel schmunzelte, dass es nicht der Plan gewesen sei, den Herthanern in der zweiten Halbzeit das Spielgeschehen so zu überlassen. Obwohl Tedesco mit einer interessanten Statistik aufwartete: Die Berliner holen immer dann ihre Punkte, wenn sie überfallartig kontern können – so in München, Leipzig oder gegen Dortmund. Mit dem Ballbesitz können sie eher wenig anfangen, deswegen erspielten sie sich in der zweiten Halbzeit trotz ihrer Feldüberlegenheit auch relativ wenig Chancen. Weil Schalke aufgrund der ersten Halbzeit mit 51 Prozent Ballbesitz aus dem Spiel ging, fand Tedesco, dass seine Jungs die kniffelige Aufgabe dann doch noch gut gelöst hatten: „Wir sind die einzige Mannschaft, die es jetzt zweimal geschafft hat, mit mehr Ballbesitz zweimal gegen diese Truppe zu Null zu spielen - das ist nicht so einfach.“ Das Hinspiel in Berlin hatte Schalke 2:0 gewonnen.

Daher kam das kollektive Zittern

Auch daran lässt sich festmachen, dass Schalke in dieser Saison gefestigt agiert – wenn auch nicht immer glänzend und mit gutem Fußball. „Aber wir haben die Entwicklung, dass wir die Dinge jetzt auch über die Zeit retten“, sagt Manager Heidel – vor einem Monat hatte Schalke gegen Bremen zu Hause noch einen Vorsprung verspielt. So erklärte auch Daniel Caligiuri das kollektive Zittern zum Schluss: „In der zweiten Halbzeit steckte vielleicht in unseren Köpfen, dass wir schon ein paar Mal in der Nachspielzeit den Ausgleich oder eine Niederlage kassiert haben. Darüber müssen wir reden, dass wir uns nicht zu weit zurückziehen, sonst wird man irgendwann wieder bestraft“, sagte Caligiuri.

Eine gute Analyse. Die Champions League ist machbar – aber der Weg dahin ist noch weit.

 
 

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