Schalke freut sich auf Cristiano Ronaldo

Andree Hagel
Cristiano Ronaldo, der portugiesische Top-Star von Real Madrid.
Cristiano Ronaldo, der portugiesische Top-Star von Real Madrid.
Foto: AFP
Gespielt werden die Achtelfinals gegen Real Madrid am 26. Februar in Gelsenkirchen und am 18. März in Spanien. „Das ist ein tolles Los, auch für unsere Fans“, sagt Schalkes Trainer Jens Keller.

Gelsenkirchen. Das ist doch ein Wortspiel: Die Königsblauen treffen in der Königsklasse auf die Königlichen. Im Achtelfinale der Champions League muss sich der FC Schalke 04 mit dem Starensemble von Real Madrid messen, das von Portugals Nationalspieler Cristiano Ronaldo angeführt wird.

Und dieses Los hat am Montagmittag am Ernst-Kuzorra-Weg für große Freude gesorgt. „Real Madrid war mein absolutes Wunschlos“, sagt Schalkes Torwart Ralf Fährmann. „Vor der Auslosung habe ich noch zu meinem Bruder gesagt, dass wir bestimmt gegen sie spielen. Darauf kann sich jetzt jeder von uns freuen.“ Terminiert worden sind die beiden Paarungen auf den 26. Februar (Mittwoch) in Gelsenkirchen – live im ZDF – sowie auf den 18. März (Dienstag) in Madrid.

Gestrahlt hat auch Jens Keller, obwohl es sich immer mehr zu verdichten scheint, dass er dann nicht mehr Schalker Trainer sein wird. „Das ist ein tolles Los, auch für unsere Fans“, sagt der 43-Jährige. „Sich mit dem berühmtesten Klub der Welt mit Spielern wie Cristiano Ronaldo, Iker Casillas oder Gareth Bale messen zu können: Darauf freuen wir uns riesig.“

Zwar ist die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti, der den AC Mailand 2003 und 2007 zum Triumph in der Champions League geführt hat, souverän durch ihre Gruppe B marschiert und hat Galatasaray Istanbul, Juventus Turin und den FC Kopenhagen auf die Plätze verwiesen. Aber in der Primera División läuft es für den Tabellenzweiten der vergangenen Saison nicht nach Wunsch. Mit 38 Zählern liegt das Real-Team auf Rang drei, fünf Punkte hinter dem Stadtrivalen Atlético sowie dem Erzrivalen FC Barcelona. Nicht zuletzt deshalb ist Kevin-Prince Boateng auch nicht ganz hoffnungslos. „Das werden schöne und emotionale Spiele. Real Madrid ist natürlich eine der besten Mannschaften der Welt“, sagt Schalkes Nummer 9. „Doch auch wenn es sehr schwer werden wird: Wenn wir als Team zusammenhalten und alle an einem Strang ziehen, haben wir in zwei Spielen auch immer eine sportliche Chance.“

59 Tore in 97 Spielen

Jens Keller hat es bereits erwähnt: Dieses Real Madrid ist nicht nur Cristiano Ronaldo, der in 97 Champions-League-Partien 59-mal getroffen hat. Es ist zum Beispiel auch Gareth Bale, der seinen 28-jährigen portugiesischen Teamkollegen ja als teuersten Fußballer aller Zeiten abgelöst hat. Rund 100 Millionen Euro zahlten die Königlichen, die am vergangenen Samstag beim Tabellen-16. CA Osasuna nur ein 2:2 schafften, für den 24-jährigen Waliser an Tottenham Hotspur. Klar: Auch einen Welt- und Europameister hat der spanische Rekordmeister und neunmalige Sieger des Europapokals der Landesmeister beziehungsweise der Champions League, nämlich Xabi Alonso. „Real“, sagt Ralf Fährmann, „ist eine super Mannschaft mit einem tollen Stadion. In dieser Begegnung sind wir der klare Außenseiter, aber vielleicht spielt uns genau das in die Karten und Real unterschätzt uns.“ Dieses Stadion, das Estadio Santiago Bernabeu, ist seit sechs Jahren ein Uefa-Elite-Stadion, und es fasst 85 454 Zuschauer. „Es war schon immer mein Traum, einmal gegen Real Madrid und im Bernabeu zu spielen“, erzählt Schalkes derzeit verletzter Nationalspieler Julian Draxler. „Viel schwerer konnte es kaum für uns werden. Aber wir stellen uns der Aufgabe. Ich freue mich auf die beiden Spiele. Diese Paarung ist ein echtes Champions-League-Highlight.“

Obwohl sich die Zahlen Reals fast wie ein Märchen lesen, warten sie in Madrid inzwischen schon mehr als 13 Jahre auf die wichtigste Trophäe. Der letzte Champions-League-Sieg datiert aus 2002, als sich die Königlichen im Finale gegen Bayer 04 Leverkusen durchsetzten. Das soll sich ändern – und dazu müssen die spanischen Hauptstädter zunächst die Hürde Schalke meistern. Eine leichte Hürde? „Auch wenn Real absoluter Top-Favorit ist“, sagt Be­nedikt Höwedes, „sehe ich Außenseiterchancen für uns. Ich freue mich über das Los und die beiden Spiele. Schade, dass Sami Khedira wegen seiner Verletzung nicht dabei sein kann.“