Schalke fliegt nach 1:3 gegen Hoffenheim aus dem DFB-Pokal

Manfred Hendriock
Schalke lag gegen Hoffenheim bereits nach 35 Minuten 0:3 hinten.
Schalke lag gegen Hoffenheim bereits nach 35 Minuten 0:3 hinten.
Foto: imago
Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 ist nach einer desolaten Teamleistung aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die Königsblauen verloren im eigenen Stadion 1:3 (0:3) gegen TSG 1899 Hoffenheim. Schon nach 35 Minuten war die Partie praktisch entschieden. Die Fans pfiffen ihre Mannschaft aus.

Gelsenkirchen. Immer wieder im Advent – kommt für Schalke 04 das Aus im DFB-Pokal. Zum dritten Mal hintereinander flogen die Königsblauen vor Weihnachten im Achtelfinale aus dem Pokalwettbewerb, und diesmal war es ein Aus im hohen Bogen: Beim 1:3 gegen 1899 Hoffenheim verspielte Schalke am Dienstagabend schon in der ersten Halbzeit durch einen satten 0:3-Rückstand fast alle Chancen. Das erste Saisonziel ist verpasst, der vorweihnachtliche Friede ist empfindlich gestört – und er wird in den nächsten Spielen auf weitere harte Proben gestellt: in der Bundesliga geht es am Samstag nach Mönchengladbach und in der Champions League droht in einer Woche gegen Basel das nächste Aus.

Schalker Debakel begann mit Hoffenheimer Glückstreffer

Was war das denn für eine irre erste Halbzeit? Schalke wollte eigentlich an die gute Leistung vom 3:0-Sieg gegen Stuttgart anknüpfen, und dann lieferten nur die Hoffenheimer das erwartete Tor-Spektakel in der Arena ab. Schalke war phasenweise außer Rand und Band und lag zur Pause bereits mit 0:3 nahezu hoffnungslos im Hintertreffen. Nach dem unglücklichen 0:1-Rückstand durch einen Treffer von Kai Herdling in der 21. Minute ging es bei den weiteren Toren von Kevin Volland (32.) und Roberto Firmino (35.) drunter und drüber vor dem Kasten von Ralf Fährmann, der seine Chance nicht nutzen konnte. Doch der Reihe nach.

Das Schalker Debakel begann mit einem Hoffenheimer Glückstreffer. In der 21. Minute flankte Kai Herdling den Ball von der linken Seite vors Tor, und weil Christian Fuchs seinen eigenen Schlussmann Ralf Fährmann im Fünfmeter-Raum irritierte, senkte sich die Kugel ohne weitere Berührung zum 0:1 ins lange Eck. Das konnte man noch unter der Rubrik Pech abhaken, zumal Schalke bis dahin gar nicht einmal schlecht ins Spiel gekommen war.

Doch danach verloren die Blauen bisweilen vollends die Orientierung und die vom früheren Schalker Co-Trainer Markus Gisdol betreuten Hoffenheimer drehten richtig auf. Tor Nummer zwei fiel nach einem Konter wie aus dem Lehrbuch: Über mehrere Stationen kam der Ball im D-Zug-Tempo zu Kevin Volland, der frei vor Fährmann auftauchte und den Schalker Schlussmann mit einem Beinschuss zum 0:2 düpierte (32.). Und den dritten Treffer legten sich die Schalker nur drei Minuten später fast selbst ins Nest: Der desorientierte Jermaine Jones wollte den Ball aus dem Strafraum schlagen, traf dabei den Hoffenheimer Sebastian Rudy, von dessen Körper die Kugel zu Roberto Firmino sprang – der Brasilianer ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte zum 0:3 (35.). Was für eine Klatsche.

Auf Schalke bleiben Wunder derzeit aus

All die guten Vorsätze, die Schalke nach dem überzeugenden Sieg nur drei Tage zuvor gegen Stuttgart gefasst hatte, waren wieder futsch. Trainer Jens Keller hatte sogar die gleiche Elf wie gegen Stuttgart aufgeboten – das gab es in dieser Saison zuvor erst einmal. Auch Jung-Star Max Meyer blieb deswegen zunächst auf der Bank, weil Keller die siegreiche Elf nicht ändern wollte. Meyer kam erst zur zweiten Halbzeit, um vielleicht doch noch ein Pokal-Wunder einzuleiten. Mit ihm kam Tim Hoogland – Roman Neustädter und Atsuto Uchida mussten ihre Plätze räumen.

Doch für Wunder stehen die Zeichen auf Schalke im Moment nicht besonders gut. Jefferson Farfan gelang in der 67. Minute lediglich noch der Anschlusstreffer zum 1:3, nachdem Julian Draxler in der 63. Minute bereits den Pfosten getroffen hatte. Ansonsten regierte der Frust, und Kapitän Benedikt Höwedes hatte sogar Glück, dass ihm Schiedsrichter Knut Kircher nach einer Rangelei mit Sven Schipplock in der 55. Minute „nur“ die Gelbe Karte zeigte. Der Abend hätte für ihn auch früher enden können. Trostlos war er ohnehin.