Schalke feiert gegen Villingen einen glanzlosen Sieg

Christoph Winkel
Von links: Junior Caicara, Dennis Aogo und Johannes Geis.
Von links: Junior Caicara, Dennis Aogo und Johannes Geis.
  • Der FC Schalke hat das DFB-Pokalspiel gegen den FC 08 Villingen klar gewonnen
  • Begeistert hat die Mannschaft von Weinzierl nicht
  • Der Spielbericht aus Freiburg

Freiburg. Ein souveränes Weiterkommen hatte Schalkes Cheftrainer Markus Weinzierl in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den FC 08 Villingen gefordert. Das wurde es. Mehr aber auch nicht. Der FC Schalke 04 gewann am Samstagnachmittag im Freiburger Schwarzwaldstadion gegen den Sechstligisten mit 4:1 (2:0). Neben dem Sieg bleibt die Erkenntnis, dass bis zum Bundesligastart am Samstag bei Eintracht Frankfurt noch eine Menge Arbeit wartet. "Pflichtaufgabe erfüllt", sagte Weinzierl kurz und knapp.

Der 41-Jährige ließ in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer des S04 zu Beginn in einer 4-4-2-Formation spielen. In der Viererkette in der Abwehr: Junior Caicara, Benedikt Höwedes, Naldo und Sead Kolasinac. Davor spielten Johannes Geis und Dennis Aogo, auf den Außenpositionen die Neuzugänge Breel Embolo auf rechts und Baba auf der linken Seite. Das Sturmduo bildeten Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo. Torwart Ralf Fährmann ist ohnehin die unumstrittene Nummer eins. Verzichten musste Weinzierl kurzfristig auf Matija Nastasic (Muskelverhärtung) und Eric Maxim Choupo-Moting (Magen-Darm-Infekt).

In den ersten Minuten tat sich Schalke schwer. Villingens Gian-Luca Reho gab gleich mal einen Warnschuss ab, der Ball ging knapp neben das Tor. S04-Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes wies Breel Embolo nach einem verlorenen Zweikampf lautstark zurecht.

Huntelaar köpft an den Pfosten

Nach zehn Minuten waren die Verhältnisse aber zurechtgerückt. Dennis Aogo traf mit einem satten Linksschuss von der Strafraumgrenze zur Schalker Führung. Nach einer Flanke von Sead Kolasinac erhöhte Breel Embolo in der 19. Minute auf 2:0. Der Schweizer lauerte am zweiten Pfosten und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Kurz darauf verpasste Klaas-Jan Huntelaar das 3:0, sein Kopfball nach einer Flanke von Baba ging an den Pfosten.

Der Sechstligist wehrte sich nach Kräften und hatte sogar gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Erst lupfte Nedzad Plvaci den Ball über das Tor, anschließend zwang er Ralf Fährmann mit einem Freistoß aus 20 Metern zu einer Glanztat. Gut war das nicht mehr, was die Schalker zeigten. Zu viele einfache Fehler im Passspiel, außerdem stimmten die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr in einigen Situationen nicht. "Wir haben gut begonnen und schnell zwei Tore geschossen. Danach haben wir aber geschludert und den Gegner eingeladen. Das war unnötig", sagte Benedikt Höwedes.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stimmten die Fans des FC Villingen an: "Ihr werdet nie Deutscher Meister!" In der Form von Samstag wird es für Schalke definitiv schwer. Der Fünf-Klassen-Unterschied machte sich einfach zu selten bemerkbar. In der zweiten Halbzeit war es fast ein Spiel auf Augenhöhe. Weder Schalke, noch der FC Villingen kamen zu einer klaren Torchance. Naldo probierte es nach 70 Minuten aus der Distanz. Der Schuss des Brasilianers war der Anzeigetafel, die am Tribünendach befestigt ist, allerdings näher als dem Tor. Bezeichnend für das, was der FC Schalke bis dahin zeigte.

Vier Minuten später sorgte Johannes Geis zumindest für einen Lichtblick. Sein Schuss aus gut 25 Metern senkte sich ins rechte Eck, es stand 3:0. Der eingewechselte Alessandro Schöpf hatte Pech, als sein Schuss vom Innenpfosten ins Aus sprang. Klaas-Jan Huntelaar traf vier Minuten vor dem Ende nach Vorarbeit von Schöpf mit einem Flachschuss zum 4:0. Den Schlusspunkt aber setzte der Sechsligist. Mario Ketterer setzte sich zu leicht gegen Fabian Reese durch und traf per Kopf zum 1:4 aus Sicht des FC Villingen. Der hochverdiente Ehrentreffer für das Team, das an diesem Samstag in Freiburg irgendwie trotz der Niederlage auch ein Sieger war.

Das Gegentor stört

"Das Gegentor stört mich", sagte Markus Weinzierl. Auch Benedikt Höwedes hätte natürlich lieber zu Null gespielt. "Es gab eine Verkettung von Fehlern, die uns so nicht passieren darf. Das war heute zum Glück nicht entscheidend. Aus solchen Fehlern kann man lernen", erklärte der Nationalspieler.