Schalke fehlen in der Mannschaft offenbar die Typen

Andree Hagel
Ratlose Schalker nach der 0:4-Pleite in Wolfsburg.
Ratlose Schalker nach der 0:4-Pleite in Wolfsburg.
Foto: Getty Images
Schalke-Coach Jens Keller muss schon Mitte August damit leben, dass er auf einem wackeligen Stuhl sitzt. Doch nach dem 0:4-Debakel in Wolfsburg muss keine Trainer-, sondern eine andere T-Frage gestellt werden, bei der es auch nicht um Torhüter Timo Hildebrand geht. Ein Kommentar.

Wolfsburg. Schauen wir doch mal in den Duden. Dort steht, dass eine Krise eine schwierige Situation, eine Zeit sei, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstelle. Okay: So schlimm ist es beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 dann doch noch nicht. Also bleibt es nach dem 3:3 beim Hamburger SV und dem desaströsen 0:4 beim VfL Wolfsburg (noch) bei einem Fehlstart in die Saison 2013/14.

Die Königsblauen müssen jedoch schon nach dem zweiten Spieltag enorm aufpassen, dass dieser kapitale Fehlstart nicht doch zu einer Krise wird und möglicherweise in einer Fußball-Katastrophe endet. Aber da macht es wenig Mut, wenn sich Benedikt Höwedes, der Kapitän, jetzt schon hinstellt und folgenden Satz wählt: „Wir dürfen uns untereinander jetzt nicht zerfleischen!“

Klar: Recht hat er ja, der 25-jährige Nationalspieler. Aber wenn er sich für solche Worte entscheidet, wird jedem klar, das die Nerven nach nur einem Punkt sowie sieben Gegentoren aus zwei Partien schon blank liegen. Ein bisschen zumindest. Und Jens Keller, der Trainer, muss schon Mitte August damit leben, dass er auf einem wackeligen Stuhl sitzt. Obwohl: Er hat ja einen Vertrag bis 2015. Es könnte ihm also (wirtschaftlich) deutlich schlechter gehen.

Aber nach dem Wolfsburg-Nichtauftritt muss überhaupt keine Trainer-, sondern eine andere T-Frage gestellt werden. Nein, auch nicht die nach Torwart Timo Hildebrand. Es stellt sich die Typen-Frage: Was sind das für Schalker Typen, die so uninspiriert, so technisch schwach auf dem Rasen herumeiern?