Schalke-Fans feiern Felix Magath

Foto: ddp

Bochum. Nach dem 3:0-Sieg im kleinen Pokal-Derby beim VfL Bochum huldigten Schalkes Fans Trainer Felix Magath. Der Mannschaft verhilft dieser Erfolg, um mit breiter Brust ins große Derby gegen den BVB zu gehen.

Es waren unglaublich emotionale Bilder. „Wir woll'n den Trainer sehen”, riefen die Schalker Fans noch lange nach dem Spielschluss im Bochumer Stadion, und als der Trainer sich zunächst ein wenig zierte, sich so ganz allein feiern zu lassen, legten die Anhänger nach: „Ohne Trainer, gehen wir nicht nach Haus”. Dann schritt Felix Magath langsam über den Rasen zu der Tribüne, wo die königsblauen Zuschauer warteten. Der 56-Jährige winkte in die Menge, klatschte ab.

So war in Schalke lange kein Trainer mehr gefeiert worden. Ganz früher einmal Huub Stevens. Und danach, für kurze Zeit, nochmal Ralf Rangnick.

Felix Magath hatte solche Huldigungen zu seiner Zeit in Wolfsburg oder bei den Bayern beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft erlebt – in Schalke dagegen schon nach einem Derby-Sieg. Sogar nach einem Erfolg im „kleinen” Derby beim VfL Bochum, dem 3:0 in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Das große, das richtige Derby steht ja erst am Samstag in Dortmund an.

Genau diese Emotionen, dieses Leben eines pulsierenden Fußball-Klubs, hatte Magath gesucht, als er den erfolgreichen VfL Wolfsburg verließ und viele sich fragten: warum? „Das”, erklärte der Meister-Trainer nun nach dem Erlebnis von Bochum, „das war ein wichtiges Argument, um nach Schalke zu kommen. Die Fans haben unsere junge Mannschaft großartig unterstützt.”

Sechs Spieler sind 21 oder jünger

Sechs der in Bochum eingesetzten Schalker Spieler, nämlich Benedikt Höwedes, Lukas Schmitz, Carlos Zambrano, Christoph Moritz, Levan Kenia und Vasileios Pliatsikas, sind 21 Jahre oder noch jünger. Einige, allen voran der eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtete Christoph Moritz, werden immer besser. Das ist ein Grund, weshalb die Fans von Magath schwärmen. Er haucht Schalke damit neues Leben ein. Ein Stück jugendliche Frische. Etwas Unverbrauchtes. Ein Gegensatz zu dem, was Schalke in den vergangenen Jahren hatte.

Magath indes weiß: So stabil und sturmerprobt ist Schalke noch nicht. „Ohne die Unterstützung unserer Fans wären wir in Schwierigkeiten gekommen”, erklärte der Trainer auch nach der, vom Ergebnis her doch so glatten Nummer in Bochum. Er nennt die Anhänger „unseren zwölften Mann” und sagt: „Sie sind ein ganz wichtiger Faktor, um unsere Ziele zu erreichen.” Nämlich „ganz nach oben zu kommen”.

Am Samstag geht's nun erstmal nach Dortmund: Dem 13. der Tabelle – emotional aber trotzdem ganz oben. 80 000 Zuschauer sind dann auf den Tribünen, die meisten sind gegen Schalke. Eine mehr als kniffelige Aufgabe für die jungen Spieler. Zumal mit Jones und Mineiro erfahrene Stützen weiter verletzt sind und auch wenig Hoffnung auf den Einsatz von Kuranyi besteht – der Torjäger hat Fieber und konnte gestern immer noch nicht wieder trainieren.

Das Erfolgserlebnis von Bochum kam da gerade recht. „Wir haben zu Null gewonnen – jetzt können wir mit breiter Brust ins nächste Derby gehen”, lächelt Magath und sagt: „Wir sind gut vorbereitet, um auch da zu bestehen.”

Samstag, so gegen 17.25 Uhr. Wenn Magath da wieder vor der Tribüne steht . . .

 
 

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