Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Ultras Gelsenkirchen haben nach Tönnies-Entscheidung diese klare Forderung

Die Ultras Gelsenkirchen haben beim FC Schalke 04 im Fall Clemens Tönnies klar Stellung bezogen.
Die Ultras Gelsenkirchen haben beim FC Schalke 04 im Fall Clemens Tönnies klar Stellung bezogen.
Foto: imago/Laci Perenyi

Gelsenkirchen. In der Causa Clemens Tönnies haben sich nun auch die Ultras Gelsenkirchen klar positioniert. Sie haben eine deutliche Forderung an den FC Schalke 04.

Auf ihrer Homepage stellten die UGE klar: „Die jahrelange Antirassismus-Arbeit auf Schalke wird durch diese Entscheidung nicht nur mit Füßen getreten. Dieser Beschluss schädigt das Image unseres Vereins nachhaltig. Wie sollen wir Mitglieder in Zukunft bei ähnlichem Verhalten reagieren? Ist Wegsehen erwünscht? Ist einmal kein Mal und alles halb so wild?“

FC Schalke 04: Ultras beziehen im Fall Tönnies Stellung

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Einmal mehr scheint eine einzige Person größer zu sein als unser ganzer Verein. Das Ergebnis des Ehrenrates ist für uns in keiner Art und Weise akzeptabel!“

Die Ansage der Ultras an den Verein: „Wir fordern daher, Clemens Tönnies die oftmals symbolisierte und angesprochene „Rote Karte“ zu zeigen und, dass der Verein Schalke 04 seiner Verantwortung gerecht wird!“

Beim Pokalspiel am kommenden Samstag bei Drochtersen/Assel wird das Spielgeschehen wohl in den Hintergrund geraten. Ganz Fußball-Deutschland wird dann ganz genau hinsehen: Wie werden die Fans auf den Fall Tönnies reagieren? Gibt es einen großen Protest? Wenn ja, wie wird dieser Protest aussehen?

„Das Ganze wird nicht unbeantwortet bleiben“

Sven Schneider von der Schalker Fan-Initiative kündigte im Gespräch mit Deutschlandfunk Nova an: „Wir sortieren uns jetzt gerade und sprechen mit anderen Fan-Organisationen. Das Ganze wird mit Sicherheit nicht unbeantwortet bleiben. Es kann nicht unbeantwortet bleiben.“

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Spruchbänder in der Fankurve, Schmähgesänge gegen Tönnies oder gar Demo-Märsche wären aber vermutlich nur ein Sturm im Wasserglas. Wenn die Fans zielführend protestieren wollen, scheint eine außerordentliche Mitgliederversammlung die einzige effektive Möglichkeit zu sein. Um diese zu erwirken, müssten mindestens zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder eine eben solche Versammlung beantragen.

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Viele S04-Fans begehen derzeit bei ihren Protesten einen großen Fehler. Kaum war die „Entscheidung“ des Ehrenrats bekanntgegeben, kündigten viele Fans in den sozialen Netzwerken das Ende ihrer Mitgliedschaft bei Schalke 04 an. Einige veröffentlichten sogar Fotos ihrer abgesendeten Kündigungsschreiben. Sie wollen nicht Teil eines Vereins sein, an dessen Spitze ein Mann steht, der sich öffentlich derart rassistisch äußert.

FC Schalke 04: Mitglieder laufen wegen Tönnies davon

Doch diese Form des Protests ist zu bequem. Sie ist zu kurz gedacht und einfach nicht zielführend. Wenn alle Mitglieder sich aus dem Staub machen, die mit der Entscheidung im Fall Tönnies nicht einverstanden sind, hat der Aufsichtsratsboss gewonnen.

Nur wer Mitglied bleibt, kann tatsächlich etwas ausrichten. Nur wer Mitglied bleibt, kann wirkungsvoll protestieren.

Chance auf außerordentliche Mitgliederversammlung

Denn die Vereinssatzung gewährt den Mitgliedern die Möglichkeit auf eine außerordentliche Versammlung. Diese muss vom Vorstand einberufen werden, wenn mindestens zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder eine solche Versammlung beantragen. Auf einer solchen außerordentlichen Mitgliederversammlung könnte Tönnies dann gestürzt werden.

Wenn Fans „ihren“ FC Schalke nach den eigenen Vorstellungen gestalten wollen, bringt das Weglaufen herzlich wenig. Sie müssen bei ihrem Herzensverein bleiben und Initiative ergreifen.

 
 

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