Schalke-Chef Tönnies steht nach Gladbach-Pleite zu Keller

Manfred Hendriock
Will nichts von einer Trainerdiskussion wissen: Clemens Tönnies.
Will nichts von einer Trainerdiskussion wissen: Clemens Tönnies.
Foto: Getty
Schalkes Vereinschef Clemens Tönnies nimmt Trainer Jens Keller vor dem Spiel am Mittwoch in der Champions League beim FC Chelsea aus der Kritik und versichert: „Tuchel steht nicht auf unserem Zettel.“ Um eine Trainerdiskussion aber auch langfristig unterdrücken zu können, muss Keller liefern.

Gelsenkirchen. Es ist noch nicht lange her, da hat sich Schalke 04 auf die Spiele in der Champions League immer ganz besonders gefreut. Heute früh geht’s wieder los, um 11.10 Uhr hebt in Düsseldorf der Flieger nach London ab, am Mittwochabend steigt die diesjährige Premieren-Partie beim FC Chelsea (20.45 Uhr live in unserem Ticker) . Schalke spielt an der traditionsreichen Stamford Bridge – doch von Vorfreude ist nichts zu spüren. Eher gibt es die sorgenvolle Erwartung, dass die zu erwartende Niederlage beim Tabellenführer der englischen Premier League nicht allzu hoch ausfallen möge.

Auch Clemens Tönnies wird am Mittwoch zum Spiel nach London einfliegen – der Vereinschef geht davon aus, dass sich die Schalker Mannschaft kein zweites Mal mehr so präsentieren wird wie am Samstag beim 1:4 in Mönchengladbach. Ein Auftritt, den er als „Drama“ empfunden hat, weil nach dem frühen Rückstand alle Dämme gebrochen waren: „Das muss jetzt verbessert werden, das ist meine Erwartung“, sagt Tönnies am Montag im Gespräch mit der WAZ: „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich jeder jetzt am Riemen reißen wird. Die Brisanz haben alle erkannt.“

Schalke muss mit guten Ergebnissen reagieren

Schalke hat einen klassischen Fehlstart in die Saison hingelegt: In den ersten vier Pflichtspielen in der Bundesliga und im DFB-Pokal gab es drei Niederlagen – nur gegen Bayern München wurde beim 1:1 nicht verloren. Tönnies will trotzdem die Ruhe bewahren: „Auf den Tisch zu hauen, hilft in dieser Situation nicht.“ Das gelte für die Mannschaft, die selbst unzufrieden mit ihren Leistungen sei, und auch für Trainer Jens Keller. „Bei uns gibt es keine Diskussion um den Trainer – die machen wir nicht mit. Wir schließen die Reihen, und damit fertig.“ Tönnies stärkt Keller den Rücken.

Irgendwann wird freilich auch Jens Keller wieder die Ergebnisse liefern müssen, mit denen er in den bislang 21 Monaten als Schalker Cheftrainer stets die Krisensituationen überwunden hat. Das Spiel beim FC Chelsea, der blendend in die Saison gestartet ist und Schalke auch im Vorjahr zweimal in der Gruppenphase bezwang, wird da nicht der Maßstab sein. Auch Tönnies sagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir Chelsea mal eben mit 4:0 schlagen werden. Aber ich verlange eine Reaktion der Mannschaft und führe keine Trainerdiskussion.“ Doch die wird Schalke auf Dauer nur mit guten Ergebnissen unterdrücken können, und in dieser Hinsicht ist das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt richtungweisender als die Partie in London.

Tuchel ist der Brandbeschleuniger im Schalker Krisen-Feuer

Eigentlich möchte Clemens Tönnies auch diese schwierige Situation mit Ruhe überstehen – „da müssen wir jetzt durch“, sagt er. Dass trotzdem immer wieder Thomas Tuchel als künftiger Schalke-Trainer gehandelt wird, wirkt da wie ein Brandbeschleuniger im Schalker Krisen-Feuer. Tönnies möchte damit aufräumen und versichert: „Tuchel steht nicht auf unserem Zettel. Wir haben Jens Keller.“