Schalke-Boss Tönnies will Leuchtfeuer aus Stadien verbannen

Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies (ganz rechts) stand am Samstag in Dortmund im Schalker Fan-Block, als es dort plötzlich heftig zu qualmen begann. Foto: Christoph Reichwein/dapd
Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies (ganz rechts) stand am Samstag in Dortmund im Schalker Fan-Block, als es dort plötzlich heftig zu qualmen begann. Foto: Christoph Reichwein/dapd
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Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender erklärt, warum er sich als Derby-Zuschauer im Stehplatz-Block über eigene Fans geärgert hat. Er fordert ein rigoroses Vorgehen gegen das Anzünden von Leuchtfeuern.

Gelsenkirchen. Traditionell stellt sich Clemens Tönnies bei Ruhrgebiets-Derbys in Dortmund in den Schalker Fan-Block: Bei der 0:2-Niederlage am Samstag ärgerte sich der 55-jährige Aufsichtsrats-Vorsitzende der Königsblauen nicht nur über das Spiel, sondern auch über das Verhalten einiger Fans, die mehrmals bengalische Feuer zündeten. Tönnies fotografierte sie und ließ die Fotos dem Schalker Sicherheitsdienst zukommen.

Herr Tönnies, werden Sie sich beim nächsten Derby wieder trauen, in den Fan-Block zu gehen?

Clemens Tönnies: Warum denn nicht? Die meisten Fans im Block haben ähnlich empört reagiert wie ich, als die Fackeln brannten, also kann ich auch getrost wieder dort hingehen.

Sie haben schon mehrmals zwischen den Fans gestanden. War es diesmal schlimmer also sonst?

Tönnies: Ich habe es zum ersten Mal hautnah erlebt, welch ein gefährlicher Druck im Stehplatzbereich in solchen Momenten entsteht. Uns allen wurde etwas mulmig. Die Menschen stehen dicht an dicht, die Fackel aber benötigt fünf bis zehn Meter Platz. So etwas kann eine Panik auslösen. Die bengalischen Feuer haben mit einer ordentlichen Fankultur doch nichts zu tun. Was soll dieser Blödsinn?

Es ist ungewöhnlich, dass sich ein Klubchef von einem Teil der eigenen Fans auf diese Weise distanziert.

Tönnies: Dieses Verhalten hat in den Stadien nichts zu suchen. Wer dies gutheißt, mit dem lege ich mich gerne an. Ich rufe alle vernünftigen Fans dazu auf, zu sagen: Wir lassen uns unsere Freude am Stadionbesuch nicht kaputtmachen. Sie müssen die Übeltäter ausfindig machen, wir können nicht alles bei den Ordnungshütern abladen. Dazu gehört auch Zivilcourage. Dann können diese Leute konsequent mit Stadionverboten belegt werden. Es geht nicht ums Denunzieren, sondern darum, kriminelle Handlungen zu bekämpfen. Dazu werden wir alle rechtlichen Mittel prüfen und dann auch ausschöpfen.

 
 

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