Schalke besiegt Start-Fluch in der Champions League

Manfred Hendriock
Benedikt Höwedes jubelt: Schalkes Kapitän markierte das 1:0 in Piräus.
Benedikt Höwedes jubelt: Schalkes Kapitän markierte das 1:0 in Piräus.
Foto: Yorgos Karahalis/Reuters
Beim griechischen Meister Olympiakos Piräus gewann der FC Schalke 04 sein Auftaktspiel in der Champions League nach einem in der zweiten Halbzeit packenden Spiel mit 2:1. Die Tore für die Königsblauen erzielten Benedikt Höwedes und Klaas-Jan Huntelaar, der später noch einen Elfmeter verschoss.

Piräus. Beim Zeus: Schalke hat auf griechischem Boden seinen Start-Fluch in der Champions League besiegt und zum ersten Mal ein Auftakt-Spiel in der Königsklasse gewonnen. Beim griechischen Meister Olympiakos Piräus siegten die Gelsenkirchener nach einem in der zweiten Halbzeit packenden Spiel mit 2:1 (1:0). Schalkes Tore erzielten Benedikt Höwedes (41.) und Klaas-Jan Huntelaar (59.), der später sogar noch einen Elfmeter verschoss. „Ich bin immer bereit, wenn es darum geht, ein kleines Stück Geschichte zu schreiben“, strahlte Lewis Holtby angesichts des nun abgelegten Schalker Start-Fluchs. Denn bei den bisherigen vier Champions-League-Teilnahmen hatte S04 das Auftakt-Spiel jeweils verloren und dabei noch nicht einmal einen Treffer erzielt.

Schalke fand zunächst nur schwer ins Spiel, aber an der Atmosphäre im Georgios-Karaiskakis-Stadion konnte das nicht gelegen haben: Die war zwar heiß, aber keineswegs feindselig. Kyriakos Papadopoulos wurde vor dem Anpfiff von seinem ehemaligen Verein sogar noch auf dem Rasen mit einem Geschenk für seine Verdienste bei Olympiakos bedacht, und auch die über 30.000 griechischen Fans begrüßten Schalkes Koloss freundlich.

Barnetta in der Startelf

Vielmehr war es die Marschroute, die Schalke zunächst Vorsicht walten ließ: Hinten sollte die Null stehen, und im Vorwärtsgang musste sich die Mannschaft erst finden. Trainer Huub Stevens hatte eine faustdicke Überraschung parat, indem er nicht nur Jefferson Farfan wie erwartet anstelle von Neuzugang Ibrahim Afellay in die Start-Elf nahm, sondern auf der linken Seite auch noch Tranquillo Barnetta für Julian Draxler. Der frühere Leverkusener ist defensiv stärker als Draxler, konnte aber im Spiel nach vorne kaum Akzente setzen.

Und so dauerte es, wie zuletzt beim 2:0-Sieg in Fürth wieder mehr als eine halbe Stunde, bis die Gäste aus Gelsenkirchen ihre ersten Lebenszeichen von sich gaben. Diese waren das Produkt von enormem Willen, nicht von spielerischer Leichtigkeit. Und wer verkörpert bei Schalke diese Tugend besser als Kyriakos Papadopolous, der schon in der Anfangsphase spektakulär mit einem Flugkopfball gerettet hatte? In der 39. Minute schraubte sich „Papa“ vor dem gegnerischen Tor in die Höhe, war mit dem Kopf schneller am Ball als der griechische Torwart Megyeri und köpfte das Spielgerät einwandfrei ins Netz – nur der spanische Schiedsrichter David Fernandez Borbalan hatte ein Foulspiel gesehen – eine glatte Fehlentscheidung. Doch Schalke war mit dieser Szene im Spiel und legte zwei Minuten später dann auch die 1:0-Führung nach: Wieder war es ein Kopfball, diesmal von Benedikt Höwedes nach einer Ecke von Jefferson Farfan, der Blauen das 1:0 einbrachte (41.).

Schalker Unachtsamkeiten in der Abwehr

Damit wurde das Spiel offener: Die Griechen, die an gleicher Stelle im Vorjahr mit 3:1 gegen Borussia Dortmund gewonnen hatten, riskierten mehr, und die Schalker kombinierten mit der Führung im Rücken flüssiger. Barnetta hätte in der 51. Minute das zweite Tor erzielen müssen, schoss aber freistehend über die Latte. Und auch in der Abwehr leisteten sich die Gäste nun die eine oder andere Unachtsamkeit: In der 57. Minute mussten Matip und Fuchs zweimal nacheinander auf der Linie retten, und als diese Konfusion gerade abgehakt war, kam Piräus doch noch zum 1:1-Ausgleich. Torschütze war Djamel Abdoun, der die nach einem Abstoß aufgerückte Schalker Abwehr überraschte. Indes: Das Zuspiel zuvor war scharf an der Abseitsgrenze.

Schalke freilich schlug in dem nun packenden Fight prompt zurück – und zwar exakt 88 Sekunden nach dem Ausgleich: Da nämlich brachte Klaas-Jan Huntelaar die Blauen nach einem Zuspiel von Lewis Holtby wieder mit 2:1 in Führung. Und wiederum zwei Minuten später hätte Huntelaar alles klar machen müssen: Nach einem Foul von Manolas an Barnetta gab es Elfmeter, aber Huntelaar knallte den Ball gegen den linken Pfosten. Übrigens der gleiche Pfosten, von dem zwei Minuten zuvor der Ball bei Huntelaars Tor ins Netz gerutscht war.