Schalke A gegen Dortmund B 2:2

Unentschieden: Schalkes Leroy Sané (l.) und Pierre-Emerick Aubameyang (r.) vom BVB umarmen sich nach dem Spiel.
Unentschieden: Schalkes Leroy Sané (l.) und Pierre-Emerick Aubameyang (r.) vom BVB umarmen sich nach dem Spiel.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Der FC Schalke 04 verpasste im Derby gegen den BVB den Sprung auf den vierten Platz. Dennoch zeigten die Königsblauen Moral. Der BVB schonte Stars.

Gelsenkirchen.. Das wäre für Königsblau ein traumhaftes Ende gewesen. Ein Ende, das auch eine Wende hätte sein können. Es lief die Nachspielzeit des Revierderbys am Sonntag, als zwei eingewechselte Schalker die Chance verpassten, zu Helden des Tages zu werden: Eric Maxim Choupo-Moting flankte, Max Meyer nahm den Ball direkt - doch der setzte auf und flog dann knapp über die Latte. Kein 3:2, das die Schalker auf den begehrten vierten Platz geschoben hätte. Stattdessen ein gerechtes 2:2 zwischen Schalke A und Dortmund B - denn Borussias Trainer Thomas Tuchel hatte eine ganze Reihe von Stars geschont.

Immerhin: Die Schalker hatten sich nach zwei Rückständen nicht aufgegeben - eine dringend nötige Haltung nach der 0:3-Blamage in Ingolstadt eine Woche zuvor. “Diesmal gingen die Köpfe nach den Gegentoren nicht nach unten”, sagte Trainer André Breitenreiter. “Das haben uns die wenigsten zugetraut”, betonte er und bewies dann, dass ihm die Kritik der vergangenen Tage schwer zugesetzt hatte: “Hier wird ja im Grunde auf Trainerteam und Mannschaft nur draufgetreten.”

Tuchel veränderte das BVB-Team auf acht Positionen

Breitenreiter hätte gerne die Sorgen seines Dortmunder Kollegen. BVB-Trainer Thomas Tuchel war lediglich darauf bedacht, dass sein noch in drei Wettbewerben beschäftigtes Team nicht physisch und psychisch überfordert wird. “Wir laufen auf eine Belastungsgrenze zu”, sagte er und erklärte damit die von ihm in hohem Maße verordnete Rotation. Zwischen zwei Europa-League-Viertelfinalspielen gegen den von seinem Vorgänger Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool veränderte Tuchel die Anfangsformation gleich auf acht Posititionen. Nun würde zwar eine so genannte B-Elf von Borussia Dortmund bei vielen anderen Bundesligisten als A-Mannschaft durchgehen, aber der Blick auf die Reihe der Ersatzspieler verdeutlichte die Dimension der Umstellungen: Die BVB-Bank war mit Könnern wie Pierre-Emerick Aubameyang, Henrikh Mkhitaryan, Marco Reus und Ilkay Gündogan überragend besetzt.

In Beweisnot waren vor allem die Schalker. Doch in der ersten Halbzeit war von verbissenem Kampf um jede Kugel noch nichts zu entdecken. Beiden Teams ging Sicherheit vor, das Spiel war anfangs so interessant und abwechslungsreich wie zuvor der Stau auf der A2 bei Buer. Das Derbyfeuer brannte erst in der zweiten Hälfte. Drei Minuten nach der Pause bewies Shinji Kagawa, dass der Begriff B-Elf in Bezug auf einen wie ihn etwas unfair ist: Der Japaner passte auf Moritz Leitner, der ihn per Hackentrick zurückbediente - und dann schlenzte Kagawa den Ball gefühlvoll ins Netz. Ein Treffer der Marke Extraklasse.

Diesmal ließen sich die Schalker nicht schockieren. Nur drei Minuten nach dem schmerzhaften Rückschlag glichen sie durch Leroy Sané entschlossen aus. Und selbst, als sie Matthias Ginter per Kopfball die erneute BVB-Führung gestatteten (56.), ließen sie sich nicht unterkriegen. In der 65. Minute senste BVB-Verteidiger Sokratis Schalke-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar im Strafraum um, Kapitän Huntelaar übernahm die Elfmeter-Aufgabe höchstpersönlich: Nervenstark schob der Niederländer zum 2:2 ein.

Schalke hinkt den Ansprüchen weiter hinterher

Für beide Klubs blieb die Lage in der Liga unverändert. Schalke hinkt weiterhin den Europapokalplätzen und damit seinen Ansprüchen hinterher, Dortmund muss damit leben, dass der Tabellenführer nicht nachlässt. “Wir hätten noch einmal die Gelegenheit gehabt, näher an die Bayern heranrücken zu können, wenn sie am Samstag in Stuttgart verloren hätten“, sagte Thomas Tuchel, dann bilanzierte er illusionslos: “Es ist ein sehr realistisches Szenario, dass die Bayern Meister werden.”

 
 

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