Schalke 04 spielt nach Riether-Eigentor 1:1 in Leverkusen

Manfred Hendriock
Pierre-Emile Höjbjerg (rechts) und Schalke 04 spielten 1:1 bei Bayer 04 Leverkusen mit Christoph Kramer.
Pierre-Emile Höjbjerg (rechts) und Schalke 04 spielten 1:1 bei Bayer 04 Leverkusen mit Christoph Kramer.
Foto: dpa
Nach der Führung durch Choupo-Moting steuerte Schalke 04 in Leverkusen auf einen Sieg hin - dann traf Riether unglücklich zum 1:1 ins eigene Tor.

Leverkusen. Kurz vor Schluss stand Schalkes Verteidiger Sascha Riether auf dem Rasen und blickte enttäuscht zum Himmel: Soeben hatte sein unglückliches Eigentor dem FC Schalke 04 einen möglichen Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen gekostet. So hieß es am Ende 1:1, nachdem Schalke bis dahin durch einen Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting mit 1:0 geführt hatte.

Schalke-Manager Horst Heldt hatte seine Mannschaft vor dem Spiel keineswegs nur in der Rolle des Außenseiters gewähnt. “Ich sehe die Leverkusener auf unserem Niveau”, sagte Heldt und erinnerte daran, dass die Königsblauen in der BayArena auch schon spektakuläre Siege gefeiert hatten. Ein Mutmacher nach zuletzt vier erfolglosen Spielen der Schalker in der Bundesliga, in denen es nur einen einzigen Punkt (gegen Ingolstadt) und drei Niederlagen (gegen Mönchengladbach, Dortmund und Bayern) gegeben hatte.

Höwedes kehrt in die Schalker Abwehr zurück

Entsprechend war Schalke am Sonntagabend erst einmal darum bemüht, neuen Flurschaden zu verhindern. Die Gäste, bei denen Kapitän Benedikt Höwedes nach seinen Achillessehnenbeschwerden wieder in die Abwehr zurückgekehrt war, versuchten, sicher zu stehen und aus der Defensive gelegentliche Nadelstiche zu setzen. In der Anfangsphase klappte das ganz gut: Höwedes (14.) und Eric Maxim Choupo-Moting (24.) hatten gute Kopfballchancen, konnten die Kugel aber nicht so platzieren, um Bayer-Torwart Bernd Leno ernsthaft auf die Probe zu stellen. Angetrieben wurde Schalke in dieser Phase vor allem von Max Meyer.

Dass auch Leverkusen gegenwärtig mit Formproblemen zu kämpfen hat, wussten die Schalker vorher - verhindern konnten sie aber nicht eine Drangperiode des Werksteams vor der Pause. Diese begann in der 32. Minute mit einem Sololauf von Nationalspieler Karim Bellarabi, der von Goretzka und Matip nicht aufgehalten werden konnte und den Ball aus spitzem Winkel an die Latte setzte. Da erzitterte nicht nur die Schalker Torstange. Und unmittelbar vor der Pause musste Trainer André Breitenreiter ganz tief durchpusten, als nacheinander Chicharito und Bellarabi das Tor der Gäste verfehlten. Es war also noch Luft nach oben - und zwar auf beiden Seiten.

Starker Goretzka-Pass zur Führung durch Choupo-Moting

Bei Schalke galt das zum Beispiel für Leon Goretzka, von dem in Durchgang eins herzlich wenig zu sehen war, der aber nach dem Wechsel großen Anteil am Führungstreffer der Gelsenkirchener hatte. Nach einer starken Balleroberung von Klaas-Jan Huntelaar trieb Goretzka die Kugel in Richtung Bayer-Tor und wählte genau den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel, um den mitgelaufenen Eric Maxim Choupo-Moting in Szene zu setzen. Der stand dadurch frei vor Leno und spitzelte den Ball am Bayer-Keeper vorbei zur Schalker 1:0-Führung ins Netz - das Spiel bekam dadurch nach 51 Minuten eine neue Note. Denn nun hatte Schalke alle Trümpfe in der Hand. Das Team wirkte jetzt auch selbstbewusster und hätte durch Huntelaar in der 59. Minute sogar nachlegen können - sein Kopfball ging knapp am Tor vorbei.

Eigentlich deutete wenig auf den Ausgleich hin - bis das Pech Schalke in der 86. Minute knüppeldick erwischte: Nachdem Fährmann einen Schuss von Chicharito schon abgewehrt hatte, sprang der Ball unglücklich gegen den Kopf von Sascha Riether und von dort ins Netz - ein Eigentor, das Schalke den möglichen Auswärts-Dreier kostete.