Gelsenkirchen

Schalke 04 schmeißt Max Meyer nach Wut-Interview raus - so begründet der Verein die Lage

Abgang mit Knall: Max Meyer verlässt Schalke.
Abgang mit Knall: Max Meyer verlässt Schalke.
Foto: firo

Gelsenkirchen. Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat seinen Mittelfeldspieler Max Meyer am Montag freigestellt. Meyer wird die Königsblauen am Saisonende ohnehin ablösefrei verlassen. Sein Abschied wird deshalb also vorgezogen. Die letzten beiden Bundesligaspiele in dieser Saison finden ohne Meyer statt. Auch eine Verabschiedung Meyers am Rande des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt (12. Mai, 15.30 Uhr) entfällt.

Grund für Meyers Freistellung ist ein Interview, das am Sonntagabend in "Bild" erschien. „Dieses Vorgehen und diese Aussagen können wir nicht tolerieren. Noch mehr als die unzutreffenden Behauptungen stören uns die Mobbing-Vorwürfe, die wir aufs Schärfste zurückweisen. Schalke 04 hat sich gegenüber Max Meyer immer korrekt verhalten“, erklärte Sportvorstand Christian Heidel.

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Meyer hatte vor allem mit Sportvorstand Christian Heidel und Vereinsboss Clemens Tönnies abgerechnet. Tönnies hatte Meyer vorgeworfen, ihm würde es nur ums Geld gehen - denn ein mit 5,5 Millionen Euro dotiertes Angebot zur Vertragsverlängerung lehnte Meyer ab. "Ich finde es eine Sauerei von Clemens Tönnies, es im TV so hinzustellen, als ob es mir nur um Geld ginge." Seine Begründung für den Entschluss, Schalke zu verlassen: "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. Darum geht es! In letzter Zeit fühlte sich das alles nur noch nach Mobbing an." Heidel und Tönnies hätten zuletzt gar nicht mehr mit ihm geredet.

Heidel und Meyer haben sich nie verstanden

Mit Heidel habe sich Meyer von Beginn an nicht verstanden, sagte er gegenüber "Bild". Heidel hätte ihm von Beginn an gesagt, dass er gehen könne. Auch Trainer Domenico Tedesco hätte ihm keine Hoffnung auf viel Spielzeit gemacht. Tedesco äußerte sein Bedauern: „Mein Eindruck war sehr lange Zeit, dass Max sich hier sehr wohl fühlt. Das war es auch, was er in persönlichen Gesprächen mit dem Trainerteam zum Ausdruck gebracht hat. Von seinen persönlichen Angriffen bin ich enttäuscht und kann sie nicht nachvollziehen. Weil sie einfach nicht stimmen.“

Auf ihrer Homepage äußerten sich die Schalker zu weiteren Vorwürfen Meyers. Heidel und Tedesco, so heißt es dort, hätten Meyer nicht aufgefordert, den Verein zu verlassen. Die Schalker schreiben: "Richtig ist, dass Chef-Trainer Tedesco allen Spielern vor Saisonbeginn eine realistische Einschätzung bezüglich ihrer sportlichen Perspektiven gegeben hat. Max Meyer eröffnete er, dass die Aussichten, in einer offensiven Rolle schwierig seien." Zudem hätte Meyer ein persönliches Gespräch mit Heidel in dessen Büro abgelehnt. Nach dem Spiel beim HSV (2:3) hatte Meyer gegenüber Tedesco erklärt, mit Schalke abgeschlossen zu haben. Beim Spiel gegen Mönchengladbach (1:1) stand Meyer nicht im Kader, gab aber an, nicht verletzt gewesen zu sein. Dazu heißt es bei den Schalkern: "Am vergangenen Mittwoch hat Max Meyer das Training wegen einer Fußverletzung vorzeitig beendet, eine MRT-Untersuchung aber abgelehnt. Da Meyer seitdem nicht mehr mit der Mannschaft trainiert hat, war er aus Sicht der sportlichen Leitung für das Heimspiel gegen Mönchengladbach nicht einsatzfähig."

Noch kein neuer Verein

Einen neuen Verein hat Meyer noch nicht gefunden. Am Freitag schaute er sich in Sinsheim das Bundesligaspiel zwischen 1899 Hoffenheim und Hannover 96 an. Meyer saß dabei in der Loge seines Beraters Roger Wittmann. Der gilt als Drahtzieher hinter Meyers Interview.

 
 

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