Gelsenkirchen

Schalke 04: Christian Heidel hält Timo Werner für „einen guten Jungen“

Diese Szene im Dezember 2016 erregte die Gemüter der Schalke-Fans.
Diese Szene im Dezember 2016 erregte die Gemüter der Schalke-Fans.
Foto: dpa
  • Am Samstag steht für Schalke das Top-Spiel bei RB Leipzig an
  • Sportchef Christian Heidel: Foul an Embolo war schlimmer als Werners Schwalbe

Gelsenkirchen.  Wenn Schalke 04 am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zum Rückrunden-Start beim Vizemeister RB Leipzig antritt, dann werden die vielen tausend Fans im Gäste-Block mit skeptischem Blick auf die Aktionen von Timo Werner schauen. Leipzigs Stürmer hatte sich am 3. Dezember 2016 bei Schalkes letztem Auftritt in Leipzig nach 19 Sekunden im Duell mit Torwart Ralf Fährmann und Abwehrspieler Naldo fallen lassen und einen Strafstoß herausgeholt. Naldo hatte seinen Gegner im Strafraum nur minimal an der Schulter berührt. Fährmann sah aber als vermeintlicher Foul-Verursacher die Gelbe Karte.

Auch, wenn die Schwalben-Aktion bei Schalkes Rückkehr nach Leipzig am Samstag 407 Tage her ist, spukt sie immer noch im Gedächtnis der königsblauen Profis herum. „Wir haben das noch im Kopf“, gibt Verteidiger Benjamin Stambouli zu. „Ich hoffe, dass so eine Szene in diesem Jahr mit dem eingeführten Videobeweis nicht noch einmal passiert.“

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Timo Werner räumte zwar damals gegenüber Schiedsrichter Bastian Dankert ein, dass kein Foul von Fährmann vorlag, aber die Elfmeter-Entscheidung blieb trotzdem bestehen. Werner verwandelte den Strafstoß und siegte am Ende mit Leipzig 2:1. Dankert gab nach Abpfiff und Studium der Fernsehbilder seine Fehlentscheidung zu. Der Videobeweis existierte seinerzeit noch nicht. Schalkes Punkte waren weg.

Fährmann fand Entscheidung zum Kotzen

Torhüter Fährmann schäumte anschließend vor Wut und fand die Strafstoß-Entscheidung schlichtweg „zum Kotzen“. Später legte er nach: „Ich muss aufpassen, dass ich morgen keinen Herpes habe, wenn ich aufwache.“

Geht es nach Schalkes Sportvorstand Christian Heidel, muss sich Timo Werner weder erneut entschuldigen noch rechtfertigen. „Es gab in der Bundesliga schon viele Schwalben, das war eine besonders gelungene“, sagt Heidel rückblickend sogar mit einem kleinen Augenzwinkern. Heidel ist nicht nachtragend. Der 54-Jährige erklärt: „Mir hat das Foulspiel an Breel Embolo in der vergangenen Saison mehr wehgetan als die Schwalbe von Timo Werner.“

Schalke-Stürmer Embolo hatte sich beim Auswärtsspiel in Augsburg (1:1) nach einer Attacke von Konstantinos Stafylidis einen komplizierten Sprunggelenksbruch zugezogen und war monatelang ausgefallen. Auf die Frage, ob Heidel jetzt mit einem mulmigen Gefühl nach Leipzig fährt, antwortet er gelassen: „Überhaupt nicht.“

Heidel würde Werner in den Arm nehmen

Heidel sieht auch kein Problem darin, Timo Werner am Samstag die Hand zu geben, wenn sich die Wege am Spielfeldrand oder später auf dem Weg zur Umkleidekabine kreuzen sollten. „Natürlich – den würde ich auch in den Arm nehmen“, sagt Heidel und lacht.

Die Qualität von Werner, der mittlerweile den Sprung zum A-Nationalspieler gepackt hat und als aussichtsreicher Kader-Kandidat für das WM-Turnier im Sommer in Russland gilt, ist für Schalkes Manager unbestritten. „Das ist ein guter Junge, ein Klasse-Fußballer, der vor einem Jahr einen Fehler gemacht hat“, sagt Heidel.

Stambouli hat eine Idee

Schalkes Sportvorstand stellt fest: „Mein Eindruck war damals: Es haben zu viele Leute nach dem Spielende auf ihn eingeredet – der wusste nachher gar nicht mehr, was er sagen sollte. Das ist für uns längst abgehakt.“

Dennoch: Am Samstag werden trotz der versöhnlichen Worte von Christian Heidel erneut alle Augen auf Timo Werner gerichtet sein. Benjamin Stambouli, der beim Skandalspiel mit im Schalker Kader stand, hat seinen eigenen Ansatz zur Bewältigung der Werner-Thematik. „Die beste Antwort wäre ein Sieg“, meint der Franzose.

 
 

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