Raúl hält Schalke im Rennen

Raúl wird von Jefferson Farfan (l.) und Klaas-Jan Huntelaar gefeiert.
Raúl wird von Jefferson Farfan (l.) und Klaas-Jan Huntelaar gefeiert.
Foto: REUTERS
Mit seinem 71. Europacup-Tor hat Raúl Schalke 04 in eine gute Ausgangslage für das Champions-League-Rückspiel gebracht. Die Königsblauen erreichten beim FC Valencia ein 1:1.

Valencia. Als Raúl vor dem Spiel auf seine glänzende Bilanz im Estadio Mestalla angesprochen wurde, da lächelte der „Senor” verschmitzt: „Es stimmt, gegen Valencia habe ich schon einige Tore geschossen.“ Zwölf Treffer waren es in 24 Liga-Spielen für Real Madrid – und gestern Abend ist noch ein ganz, ganz wichtiges für Schalke 04 dazu gekommen: In der 64. Minute erzielte Raúl den 1:1-Ausgleich für Schalke im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League beim FC Valencia und bescherte seinem Klub damit eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am 9. März in der Arena.

Es war Raúls 71. Europapokaltor (in allen Wettbewerben), so krönte er sich zu Europas Torkönig. Und Schalke feierte dadurch doch noch eine spanische Nacht in Valencia, zumal ausgerechnet Raúls Landsmann Jose-Manuel Jurado die Vorarbeit zum Tor geliefert hatte.

Es war ein heißes Spiel im alt-ehrwürdigen Estadio Mestalla, mit hohem Tempo und großem Einsatz. Und eigentlich hätte Schalke dabei durch Klaas-Jan Huntelaar sogar früh in Führung gehen müssen, doch in der siebten Minute schlug der Holländer im Strafraum nach Vorarbeit von Lukas Schmitz und Benedikt Höwedes über den Ball – ein womöglich ganz teures Luftloch des Torjägers, der tief in der Krise steckt. Seit mittlerweile zwölf Spielen hat Huntelaar für Schalke nicht mehr getroffen. „Den Ball muss Klaas-Jan Huntelaar einfach reinmachen“, meinte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt.

So lief das Spiel jedoch zunächst in die andere Richtung, und nach 17 Minuten wurde das Mestalla endgültig zum Hexenkessel: Bei Valencia ging auf der linken Seite die Post ab, Mathieu flankte messerscharf vors Tor, wo Roberto Soldado eiskalt zur 1:0-Führung vollstreckte. Christoph Metzelder hatte dem Torschützen zu viel Raum gelassen, nachdem er zuvor den Angriff durch einen Fehlpass überhaupt erst ermöglicht hatte.

Schalke wurde von den überfallartig angreifenden Spaniern mitunter überspielt. Es brannte einige Male vor dem Tor von Manuel Neuer.

Gelb-Rot für Schmitz

Doch die Königsblauen versteckten sich nicht – nachdem sie den frühen Rückstand einigermaßen verdaut hatten, suchten sie auch selbst den Weg, um das so wichtige Auswärtstor zu erzielen. Die Signale setzten der unermüdliche Peer Kluge im Mittelfeld und Jefferson Farfan, der auf der rechten Seite nach knapp einer halben Stunde besser ins Spiel kam. Und eigentlich hätte Farfan vom russischen Schiedsrichter Aleksei Nikolajew sogar einen Handelfmeter zugesprochen bekommen können, als Topal bei Farfans Flankenversuch aktiv mit der Hand zum Ball ging.

Und Raúl? Der spanische Superstar, den die Sportzeitung AS bei seiner Rückkehr als „herzlichen Feind“ begrüßt hatte, hing in der ersten Halbzeit noch ein wenig in der Luft. Doch nach 48 Minuten ließ der 33-Jährige die Valencia-Fans das erste Mal richtig zittern, als er vor Torwart Guaita auftauchte, der Keeper den Schuss jedoch zur Ecke lenkte.

Doch in der 64. Minute wurde Raúl für seinen vorbildlichen Einsatz dann belohnt: Nach Jurados Zuspiel ließ er Navarro aussteigen und schoss ganz überlegt zum 1:1-Ausgleich ein. Die fast 4000 mitgereisten Schalker Fans waren schier aus dem Häuschen.

Indes: Es war eine heiße Kiste bis zum Schluss. Valencia machte weiter Druck, und Schalke musste in der Abwehr noch einige bange Minuten überstehen. Lukas Schmitz hatte das Pech, in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte zu sehen. „Wir können zufrieden sein, das 1:1 ist eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel“, meinte Schmitz, der selbst am 9. März fehlen wird. Und Peer Kluge meinte: „Wir haben es heute als Mannschaft gut gemacht, und dann hat sich noch die Klasse von Raúl gezeigt.“

Und dann wurde noch die spanische Nacht gefeiert.