Gelsenkirchen

Polizei warnt Schalke-Fans vor dem PAOK-Spiel - und stellt Beamte in den Fanblock

2013 kam es beim Spiel gegen PAOK zu einem umstrittenen Polizeieinsatz in der Nordkurve.
2013 kam es beim Spiel gegen PAOK zu einem umstrittenen Polizeieinsatz in der Nordkurve.
Foto: Friso Gentsch / dpa
  • Das Europa League-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und PAOK Saloniki ist ein „Hochsicherheitsspiel“
  • Die Polizei versucht, präventiv gegen die Gewalt vorzugehen
  • Dazu werden auch erstmals Polizisten in den Block abgestellt

Gelsenkirchen. S04 gegen PAOK. Das Aufeinandertreffen der beiden Klubs sorgte in letzter Zeit für massenweise negative Schlagzeilen. Provokationen, Jagdszenen, Schlägereien und Ausschreitungen unter den Fans beider Lager.

Der Konflikt besteht seit dem Heimspiel der Schalker gegen PAOK Saloniki im Jahr 2013. Damals fühlten sich die PAOK-Fans von einer in Griechenland nicht anerkannten mazedonischen Flagge provoziert.

Heftiger Polizei-Einsatz in der Nordkurve

Die Polizei setzte in der Schalker Nordkurve Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Flagge zu entfernen. Die Schalker Fans empfanden den Einsatz als hochgradig unverhältnismäßig. Auch der FC Schalke 04 gab damals an, dass der Einsatz nicht abgesprochen gewesen sei.

Die Gelsenkirchener Polizei rüstet sich nun mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften für das „Hochrisikospiel“ der Schalker in der Europa League gegen Paok am Mittwoch, 18 Uhr, in der Veltins-Arena.

Polizei präventiv im Block

Im Vorfeld der Partie sind 3500 Tickets für den Gästeblock verkauft worden, ob die griechischen Anhänger aber nach dem klaren Sieg der Königsblauen auch in dieser Zahl auf Schalke aufschlagen, ist ungewiss.

Nichtsdestotrotz wird „der Gästeblock und die Ränge darüber ebenfalls von einer Vielzahl von Ordnern und – das ist neu – Polizisten gesichert“, sagte ein Sprecher.

Einschreiten auch ohne Straftat

„Wir dulden keine Gewalt und keine rechtsfreien Räume. Gegen Gewalt- und Straftäter werden wir jederzeit entschlossen durchgreifen", betonte Olaf Brauweiler von der Gelsenkirchener Polizei und fügt hinzu: „Dem Eingreifen der Polizei muss jedoch nicht immer eine Straftat vorangegangen sein: auch drohende Gefahren können unser Einschreiten zwingend erforderlich machen.“

Die Fans beider Lager werden auf ihrem Weg ins Stadion strikt getrennt

Paok-Anhänger gelangen ausschließlich über den sogenannten Löwengang in die Arena, dort liegen auch die Bus- und Pkw-Parkplätze für die Griechen. Für sie steht ein Shuttle-Service von der Innenstadt in Buer zur Arena bereit.

Erwartet wird, dass sie sich dort vor dem Spiel aufhalten. In der City ist ebenso eine mobile Anlaufstelle für sie eingerichtet. Mehrere Hundertschaften der Polizei sind am Mittwoch im Einsatz. Es dürften Verhältnisse sein wie beim Derby oder darüber hinaus, Kräftezahlen nannte die Polizei nicht.

Offener Brief an die Fans

Mit Briefen in griechischer Sprache an Paok Saloniki und die Paok-Fanclubs in Düsseldorf und Dortmund hat die Polizei zudem im Vorfeld für ein friedliches Duell geworben.

Sie setzt über soziale Netzwerke und vor Ort Beamte ein, die griechisch sprechen, um mäßigend auf die Gästefans einzuwirken. (aer/ak)

Mehr zum S04:

Derbe Provokation: Paok-Fans reizen Schalker und ganz Mazedonien mit diesem Banner

Ausbrüche der Gewalt in Saloniki: Schalke-Fans in der Nacht von Paok-Anhängern mit Fackeln gejagt

Mazedonier müssen draußen bleiben? Ultras Gelsenkirchen kritisieren PAOK-Verantwortliche

 
 

EURE FAVORITEN