Pokal-Aus - Schalke-Trainer Keller kündigt "Donnerwetter" an

Andreas Ernst, aufgezeichnet in der Mixed Zone
Die Spieler des FC Schalke 04 können sich auf ungemütliche nächste Tage einstellen. Trainer Jens Keller kündigte nach dem Pokal-Aus am Dienstagabend gegen Hoffenheim Konsequenzen an: "Natürlich werden wir die Mannschaft jetzt wieder aufbauen, aber erstmal muss es ein Donnerwetter geben."

Gelsenkirchen. Jens Keller (Trainer FC Schalke 04): "Wir haben eine erste Halbzeit abgeliefert, die völlig indiskutabel war. Ich hätte zur Halbzeit zehn Spieler auswechseln können. Wir haben sehr viele individiuelle Fehler gemacht, jeder einzelne, ich kann da keinen einzigen rausnehmen. Das ist so nicht zu akzeptieren. Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, die uns nonstop unterstützt haben. Natürlich werden wir die Mannschaft jetzt wieder aufbauen, aber erstmal muss es ein Donnerwetter geben, wenn es zu so einer Leistung kommt. Wie das Donnerwetter aussieht, bleibt in der Kabine."

Kevin-Prince Boateng (FC Schalke 04): "Was soll ich erzählen? Heute haben wir eine sehr, sehr schlechte Leistung abgeliefert. Das ist unerklärlich. Jetzt haben wir zwei richtige Kracher vor uns - da müssen wir die Fehler abstellen."

Jermaine Jones (FC Schalke 04): "Wir sind als Mannschaft nicht so aufgetreten, wie wir es am Samstag gegen den VfB Stuttgart gemacht haben - nicht mit dem Ball, nicht gegen den Ball. Unsere individuellen Fehler sind eiskalt bestraft worden - und dann verlierst du so ein Spiel. Jeder, der auf dem Platz gestanden hat, muss sich hinterfragen. Jeder war weit entfernt von seiner Leistung, deshalb sind wir raus aus dem Pokal. Das ist bitter für den Verein, das ist bitter für uns alle. Nicht zum ersten Mal hat uns ein Gegentor das Genick gebrochen. Wir haben gegen Stuttgart als Mannschaft gefightet, damit wir die Null halten. Heute haben wir das nicht gemacht."

Julian Draxler (FC Schalke 04): "Wenn du in der ersten Halbzeit so einen Scheiß spielst, dann verlierst du das Spiel. Man sollte es auch mal schaffen, in der ersten Minute da zu sein. Wir sind wütend und sauer - auf uns alle. Wir sagen immer das Gleiche, weil wir von Konstanz weit entfernt sind."

Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Wir haben so eine Qualität in der Mannschaft und liefern das ab - das ist Schalke nicht würdig. Für die erste Halbzeit müssen wir uns entschuldigen. So ein Gesicht dürfen wir nicht zeigen. Einen Grund dafür zu finden, ist schwierig. Es bringt nichts, einzelne Personen herauszupicken. Es gibt nichts schönzureden. Die nächsten beiden Spiele sind sehr, sehr entscheidend für den Verein. Wenn wir da nur eine Sekunde abliefern wie heute, dann wird es schwer. Das darf nicht passieren.

Fährmann über seine Position: "Wenn ich heute über mich rede, wäre das fehl am Platze. Wir müssen die erste Halbzeit aufarbeiten. Der Verein spielt eine Rolle, nicht eine Person."

Roman Neustädter (FC Schalke 04): "Jeder ist enttäuscht. Vor drei Tagen haben wir gegen den VfB Stuttgart gezeigt, was wir können. Diesmal haben wir alles vermissen lassen. Wir haben gut angefangen, jeder im Stadion hatte ein gutes Gefühl. Dann kriegen wir drei unnötige Tore. Wenn wir ein Tor kassieren, dann rappelt's richtig - und das war der Knackpunkt."

So analysieren die Hoffenheimer das Spiel auf Schalke 

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Wir haben uns trotz einiger Ausfälle viel vorgenommen. Wir wollten mutig auftreten - das ist uns gut gelungen, wir haben verdient gewonnen. Für mich ist dieser Sieg keinesfalls eine Genugtuung - dafür finde ich den Klub Schalke 04 viel zu gut."

Kai Herdling (1899 Hoffenheim): "Wir wollten hoch verteidigen, Schalke sehr früh bearbeiten - das ist uns ganz gut gelungen. Wir befinden uns in einem Reifeprozess. Heute sind wir nicht nach dem 3:0 aufs nächste Tor gegangen, sondern sind auch mal auf Zeit gegangen, die wir uns zum Beispiel an der Eckfahne geholt haben. Wir haben das umgesetzt, was das Trainerteam gefordert hat."