Nur 1:1 gegen Darmstadt - Erster Rückschlag für Schalke

Manfred Hendriock
Klaas-Jan Huntelaar blieb gegen Darmstadt ohne Treffer - es endete 1:1.
Klaas-Jan Huntelaar blieb gegen Darmstadt ohne Treffer - es endete 1:1.
Foto: dpa
Früher Rückstand, lange mit Problemen und zum Schluss die Chancen nicht genutzt: Schalke kommt gegen Aufsteiger Darmstadt nicht über ein 1:1 hinaus.

Gelsenkirchen. Es war ein packendes Spiel bis zur 95. Minute, doch am Ende stand: Schalke 04 muss seine erste Enttäuschung in dieser Saison verarbeiten. Gegen Aufsteiger Darmstadt 98 reichte es in der Arena nur zu einem 1:1 - Julian Draxler glich in der 47. Minute die frühe Gäste-Führung durch Konstantin Rausch aus (10.).

Die Darmstädter erkämpften sich ihren Überraschungspunkt mit allen Mitteln. Schalke gelang es erst in der zweiten Hälfte, sich wirklich zwingende Chancen herauszuspielen. Aber davon wurde nur eine durch Draxler genutzt.

Schalkes Trainer André Breitenreiter hatte nicht umsonst vor Darmstadt gewarnt - davor, wie viel Elan und Euphorie der Aufsteiger mit in die Veltins-Arena bringen würde. Die Gäste zeigten von Beginn an, dass sie dieses Spiel auf Schalke genießen und das Beste daraus machen wollten - und mit ihrer frühen 1:0-Führung im Rücken gelang ihnen das vortrefflich.

Schalke kassierte ein denkbar einfaches Tor

Was war in dieser zehnten Minute geschehen, als Schalke sich den Rückstand einfing? Nach einem weiten Abstoß von Darmstadts Torhüter Christian Mathenia legte Mittelstürmer Dominik Stroh-Engel den Ball ab auf Konstantin Rausch, und der frühere Hannoveraner und Stuttgarter traf mit einem gekonnten Schlenzer zum 0:1. Ein denkbar einfaches Tor, bei dem Junior Caicara auf der rechten Schalker Abwehrseite vielleicht einen Tick zu weit weg vom Geschehen stand.

Caicara und Marco Höger waren anstelle von Sascha Riether und Leon Goretzka in die Schalker Start-Elf gerückt - ansonsten ließ Breitenreiter die Spieler ran, mit denen die Königsblauen so vortrefflich in die Saison gestartet waren. Und Schalke war anzumerken, dass die Mannschaft gegen Darmstadt unbedingt nachlegen wollte - nur entpuppten sich die “Lilien” eben als schwierig zu knicken.

Es mangelte an zündenden Ideen

Am Einsatz und an der Laufbereitschaft mangelte es den Schalkern nicht - eher an den zündenden Ideen. Auch auf den Rückstand reagierten Spieler und Fans nicht konsterniert, auf dem Rasen trieb die Mannschaft das Spiel immer wieder nach vorne, doch das Ganze hatte einen Haken: Schalke konnte sich in der ersten Halbzeit im Darmstädter Strafraum keine zwingenden Abschlüsse erspielen. Symptomatisch die Szene kurz vor der Pause, als Junior Caicara auf der rechten Flanke wunderbar frei gespielt wurde, aber das Zuspiel im Strafraum keinen Abnehmer in Königsblau fand. So resultierten die einzigen S04-Chancen in Halbzeit eins aus Distanzschüssen: Zweimal durch Julian Draxler (11., 26.), einmal durch Johannes Geis (37.).

Julian Draxler machte im Mittelfeld ein gutes Spiel, er hatte viele Aktionen in der Offensive - war aber auch daran beteiligt, dass die Schalker vor der Pause noch einmal kräftig zittern mussten. Denn nach einem Ballverlust von Draxler zog Darmstadt in der 35. Minute einen Konter auf und brachte Mario Vrancic in Schussposition, doch Ralf Fährmann verhinderte mit der linken Pranke das sogar mögliche 0:2.

Früher Ausgleich in Halbzeit zwei

Nach der Halbzeitpause stellte Schalke das Spiel aber schnell wieder auf Anfang: Mit dem ersten Angriff gelang in der 47. Minute der 1:1-Ausgleich durch eben Julian Draxler. Der Argentinier Franco Di Santo flankte in seiner besten Aktion von rechts auf Draxler, und der belohnte sich mit seinem ersten Saisontor zum 1:1.

Darmstadt blieb aber auch danach wehrhaft und unbequem - der Aufsteiger arbeitete mit allen Mätzchen und igelte sich keineswegs in der eigenen Hälfte ein. Trotzdem hätte Schalke nach einer knappen Stunde eigentlich in Führung gehen müssen, als Klaas-Jan Huntelaar nach einer schönen Draxler-Flanke frei zum Kopfball kam, doch der Holländer bugsierte den Ball genau in die Arme von Mathenia (59.).

In der Schlussphase nutzte Schalke die Chancen nicht

So lief dem hohen Favoriten die Zeit davon, so dass Breitenreiter in der 73. Minute reagierte und Max Meyer für den insgesamt blassen Di Santo brachte. Meyer hatte gerade das Spielfeld betreten, da erstarb den Schalker Fans der Torschrei auf den Lippen: Johannes Geis legte sich den Ball zum Freistoß zurecht und knallte die Kugel gegen die Latte - das hätte der Türöffner zum Sieg sein können.

Schalke hatte seine Chancen - vielleicht nicht so viele, wie erhofft, aber durchaus hochkarätige. Einen Kopfball von Roman Neustädter konnte Mathenia in der 81. Minute nur mit größter Mühe abwehren, Meyers Schuss wurde abgeblockt und der ebenfalls eingewechselte Leroy Sane drosch den Ball übers Tor (89.). In der Schlussphase lag das Siegtor in der Luft, doch am Ende musste Schalke mit der ersten Enttäuschung dieser Saison leben.