Muskelfaserriss - Schalke-Kapitän Höwedes erneut verletzt

Wieder verletzt: Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes.
Wieder verletzt: Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes.
Foto: Javier Soriano / Reuters
Der FC Schalke 04 muss in den kommenden Wochen auf Kapitän Benedikt Höwedes verzichten. Der Innenverteidiger erlitt bei der 1:3-Niederlage im Champions-League-Achtelfinale bei Real Madrid zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten einen Muskelfaserriss.

Madrid. Schalke-Manager Horst Heldt hatte es nach dem 2:1-Erfolg am Freitagabend in Augsburg noch befürchtet. „Ich möchte nicht, dass sich in Madrid einer verletzt und dann gegen Braunschweig ausfällt“, sagte der Manager. Bei der 1:3-Niederlage im Champions-League-Achtelfinalspiel bei den Königlichen musste aber Kapitän Benedikt Höwedes vorzeitig den Rasen verlassen. Die bittere Diagnose laut Trainer Jens Keller: Muskelfaserriss. Für Höwedes ist es der dritte Muskelfaserriss in den vergangenen drei Monaten. Nach dem Spiel in Madrid hörten wir uns in der Mixed Zone um.

Jens Keller (Trainer FC Schalke 04): "Mit der Leistung der Mannschaft bin ich bis zur 75. Minute zufrieden. Ärgerlich ist, dass wir die beiden letzten Tore mit individuellen Fehlern eingeleitet haben. Sonst haben gut verteidigt. Dass man Ronaldo nicht komplett ausschalten kann, ist klar. Unser Torwart Ralf Fährmann hat wieder eine Weltklasse-Leistung abgerufen. Was Kaan Ayhan in seinem ersten Einsatz von Beginn an gespielt hat, war große Klasse."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): "Bis zur 75. Minute war das ein sehr ordentliches Spiel von uns, da haben wir uns gut aus der Affäre gezogen, hätten in der ersten Halbzeit sogar in Führung gehen können. Die Mannschaft sitzt jetzt nicht zufrieden in der Kabine. Es ist eine normale Ernüchterung darüber, dass wir verloren haben. Der Weg zurück in die Champions League ist noch ein langer. Wir müssen sehen, dass wir unsere gute Ausgangsposition halten. Gegen Eintracht Braunschweig ist es nun ein Kontrastprogramm. Wir müssen vom Eindruck, in Madrid gespielt zu haben, runterkommen zur Normalität. Real hatte auch seine Chancen, aber Ralf hat eine Weltklasse-Leistung geboten. Kaan Ayhan hat sehr gut gespielt, er konnte am Ende nicht mehr, dabei wollten wir ihn eigentlich noch als rechten Verteidiger testen. Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass Kaan Fuß fassen wird bei uns. Daran sieht man, dass ich nicht nur Blödsinn rede (grinst). Wir können stolz darauf sein, dass acht Spieler aus unserem Nachwuchs in der Startelf standen. Das ist der Weg für unsere Zukunft. Die Jungs können sich hier gegen einen tollen Verein präsentieren. Ich habe viele junge Spieler gesehen, die eine gute Leistung abgeliefert haben."

Heldt über die Verletzung von Benedikt Höwedes: "Es ist ein schmaler Grat mit der Rotation. Wir wollten den Mix finden zwischen einer ordentlichen Verabschiedung aus der Champions League und der Bedeutung der Bundesliga. Leider ist das mit der Verletzung von Benedikt nicht gutgegangen. Jetzt haben wir neun Verletzte, das ist einfach Wahnsinn. Wir haben für die Innenverteidigung noch Marvin Friedrich aus der U19, Dennis Erdmann aus der U23 - und auch Kaan Ayhan ist ausgebildeter Innenverteidiger. Bei Benedikt ist nicht die alte Verletzung aufgebrochen. Er hat sich das linke Bein im Adduktorenbereich verletzt."

Heldt über Julian Draxler: "Mit dem war ich zufrieden. Der Fehler darf ihm vor dem dritten Tor nicht passieren, aber er ist immer noch erst 20 Jahre alt. Er ist keine Maschine."

Heldt über die Verletzung von Jefferson Farfan: "Vom Gefühl her reicht es nicht für das Spiel gegen Braunschweig. Am Donnerstag können wir mehr sagen."

Heldt über die mitgereisten Fans: "Obwohl wir das Hinspiel 1:6 verloren haben, haben nur fünf Fans ihre Karten zurückgegeben, davon drei oder vier wegen Krankheit. Das ist einfach beeindruckend."

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): "Der Trainer hat mich gefragt, ob ich spielen möchte oder nicht. Und wenn ich hierhin fliege, will ich auch dabei sein. Schade, dass wir am Ende nichts rausholen konnten. Wir haben am Ende leider zwei einfache Fehler gemacht, die Real Madrid ausgenutzt hat. Wir müssen nun gegen Eintracht Braunschweig und in Dortmund in der Bundesliga gut weitermachen. Das können wir auch, denn wir haben Selbstvertrauen."

Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "In der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten Halbzeit war zu sehen, dass wir Charakter gezeigt haben. Für uns ging es um nichts mehr, aber wir haben uns gut präsentiert. Natürlich hat Real Madrid nicht ganz 100 Prozent abgerufen. Trotzdem sieht man in jeder Aktion, dass sie weltklasse sind und zurecht für diesen Verein spielen. Wir haben das als Mannschaft sehr, sehr gut gelöst. Ich hoffe, dass wir in der Bundesliga die Champions-League-Plätze wieder erreichen, damit wir in der kommenden Saison wieder solche Spiele haben."

Kaan Ayhan (FC Schalke 04): "Dass wir sind gut ins Spiel gekommen, hat mir die Anspannung genommen. Es war schon ein Kindheitstraum, im Bernabeu gegen so große Namen zu spielen - und der ist schon jetzt in Erfüllung gegangen. Ich wusste, dass ich nicht viel zu verlieren habe. Das hat Spaß gemacht.

Ayhan über die acht Eigengewächse in der Startelf: "Es ist schon eine Hilfe, wenn man vom Vorstand gesagt bekommt, dass der Verein auf die Jugend setzt. Das war sogar vor dem Spiel Thema im Mannschaftsbus, weil das einem aufgefallen ist. So etwas erlebt man bei keinem anderen Verein in Europa. Darauf ist der ganze Verein stolz."

Tim Hoogland (FC Schalke 04): "In den ersten 70 Minuten haben wir gut mitgehalten. In der ersten Halbzeit hatten wir gute Torchancen. Wir können erhobenen Hauptes das Kapitel Champions League beenden."

 
 

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