Moody Chana ist auf Schalke schon mit 17 ein Anführer

Schalkes U17-Kapitän Moody Chana
Schalkes U17-Kapitän Moody Chana
Foto: Daniel Tomczak / FUNKE Foto Services
  • Moody Chana brennt dafür, einmal Fußball-Profi zu werden.
  • Bei der U17 des FC Schalke 04 gibt er den Ton an.
  • Trotz Angebote anderer namhafter Klubs wollte er zu Königsblau.

Gelsenkirchen.. Moody Chana gibt Anweisungen. Lautstark. Klar. Deutlich. Die Jungs spuren. Im Vier-gegen-Drei-Überzahlspiel lassen die Nachwuchsfußballer den Ball laufen. Kleines Spielfeld. Kleine Tore. „Klatsch! Klatsch!“, ruft Moody. Der hochaufgeschossene Fußballer will den Ball. Er bekommt ihn. Und legt ihn mit einem Kontakt sofort wieder auf. Dabei dirigiert er gestenreich seine Mitspieler. Frühtraining der U17 auf Schalke – Moody Chana in seinem Element. Der 17-Jährige ist Kapitän der B-Junioren. Am Ende gewinnt sein Team. Das Team des Anführers.

„Er ist ein geborener Leader. Er geht voran, sagt seine Meinung und lässt sich nicht unterdrücken“, sagt der U17-Trainer und ehemalige Bundesligaprofi Frank Fahrenhorst über den Innenverteidiger. Ist also das Kapitänsamt die logische Konsequenz? Moody selbst schultert die Verantwortung zumindest wie selbstverständlich. „Ich bin gewohnt zu führen. Schon in der U14 und der U15 war ich Kapitän“, sagt der Sohn eines kamerunischen Vaters und einer ghanaischen Mutter. „Meine Aufgabe ist es, das Team zusammenzuhalten. Aber auch mal eine klare Ansage zu machen, damit alle das Maximum aus sich herausholen.“

Von morgens bis abends auf Schalke

Moody hat ein klares Ziel: Er will Profi werden. „Man muss kicken können, und auch die Athletik ist wichtig. Aber der Kopf ist entscheidend. Man muss dem Druck standhalten“, sagt er. Aber auch Glück sei ein Faktor. Wie 2010, als Moody mit seinem damaligen Team aus Recklinghausen in einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund mit 2:9 unterging – und er trotzdem auffiel. Moody erzielte beide Treffer.

„Ein Scout hat nach dem Spiel meine Eltern angesprochen“, erzählt der junge Fußballer, der mit acht Jahren aus Ostfriesland ins Ruhrgebiet nach Recklinghausen kam. Angebote habe es auch aus Dortmund und Leverkusen gegeben. „Ich wollte aber zu Schalke. Mit seinen Fans ist das einfach ein besonderer Verein. Und liegt nah an Zuhause.“

2015 wechselte der Zwölftklässler trotzdem an die Gesamtschule Berger Feld im Schatten der Arena. Die Fahrerei wurde zu viel. „So ist es einfacher, Schule und Fußball unter einen Hut zu bekommen“, erklärt er. Jetzt ist Moody von morgens bis abends auf Schalke, er fährt nur zum Schlafen nach Hause. So kann er pro Woche neben den fünf Team-Einheiten anstelle des Sportunterrichts noch zweimal ins Frühtraining und nachmittags die Krafträume nutzen.

Nächstes Jahr will Moody zudem sein Abitur machen. „Das ist wichtig, damit ich studieren kann, falls es doch nichts mit dem Fußball wird.“ Die Profikarriere sei aber natürlich Plan A – am liebsten auf Schalke. „Aber vor allem dort, wo die Chance auf viel Einsatzzeit am größten ist.“

Moody steht auf. Gleich muss er auf den Platz. Ein Schalker Fan sitzt bei einem Kaffee am Trainingsgelände. Er nickt Moody hinterher. „Super Junge“, sagt er dann. „Den sehen wir bald bei den Profis.“

So denkt Schalkes U17-Trainer Frank Fahrenhorst über Moody Chana

Welche Philosophie wird in der Knappenschmiede verfolgt?

Frank Fahrenhorst: Wir sind in erster Linie darauf ausgelegt, Jugendspieler in den Profibereich zu bringen. Dabei zählen neben den rein sportlichen Dingen vor allem auch Werte wie Disziplin, Respekt und Gemeinschaftsdenken.

Wie genau drückt sich das aus?

Fahrenhorst: Die Jungs müssen sauber mitein­ander umgehen. Schwächere im Team müssen mitgenommen werden. Man darf sie nicht links liegen lassen. Auch bei der U17 haben wir als Team festgelegt, dass wir nur so Erfolg haben können.

Moody Chana ist U17-Kapitän. Was macht ihn aus?

Fahrenhorst: Vor allem seine Siegermentalität. Damit treibt er die anderen an. Seine Athletik und körperlichen Voraussetzungen sind extrem gut. Fußballerisch arbeiten wir mit ihm an Feinheiten. Zum Beispiel wollen wir sein offensives Kopfballspiel verbessern.

 
 

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