Mit Gott auf Schalke - Fanclub setzt Zeichen für Menschlichkeit

Im März reiste eine „Mit Gott auf Schalke“-Abordnung zum Auswärtsspiel gegen Hertha BSC nach Berlin und besuchte den Gottesdienst vor dem Spiel in der Kapelle des Olympiastadions.
Im März reiste eine „Mit Gott auf Schalke“-Abordnung zum Auswärtsspiel gegen Hertha BSC nach Berlin und besuchte den Gottesdienst vor dem Spiel in der Kapelle des Olympiastadions.
Foto: Stolz
Eckard Stolz ist Vorsitzender eines christlich geprägten Fanclubs des FC Schalke 04. Das Motto: Für Fans. Für Spieler. Für Gott. Für Schalke 04.

Gelsenkirchen.. Nach der verpassten Deutschen Meisterschaft 2001, nach diesem Drama am letzten Spieltag, gestand Schalkes damaliger Manager Rudi Assauer: „Ab heute glaube ich nicht mehr an den Fußball-Gott. Denn wenn er gerecht wäre, wäre der FC Schalke 04 Deutscher Meister.“ Gut 14 Jahre später ist der FC Schalke 04 zwar um keine Deutsche Meisterschaft reicher, seit 2007 allerdings um einen Fanclub, der immer fest damit rechnet, dass Gott auf Schalke dabei ist.

Im harten Geschäft des Profifußballs setzt der Fanclub „Mit Gott auf Schalke“ deutliche Zeichen für mehr Menschlichkeit. „Auch Fußballer sind nur Menschen“, sagt Fanclubgründer Eckhard Stolz. Der 45-Jährige ist seit Jahrzehnten Schalke-Fan, hat seit 1996 eine Dauerkarte. Zum Zitat Rudi Assauers sagt er: „An den Fußball-Gott glaube ich übrigens auch nicht mehr. Was 2001 alles sportlich gegen uns gelaufen ist, war schon sehr eigenartig.“

Das Motto des Fanclubs lautet: „Für Fans. Für Spieler. Für Gott. Für Schalke 04“. Eckhard Stolz erklärt: „Gott steht bei uns an erster Stelle, wir leben unsere persönliche Beziehung zu Gott auf der Basis der Bibel. Unser Ziel ist es, christliche Werte wie Respekt und Fairness zu vermitteln. Auch dem Gegner.“

Ein Buch mit Bordon veröffentlicht

Als der Versandleiter in der Zeitung las, dass Marcelo Bordon regelmäßig zu Bibelkreisen einlädt, wollte er sich Tipps vom damaligen Schalker Kapitän holen. Glaube und Schalke – eine Verbindung, die Eckhard Stolz sehr interessant findet. Und an Bibelkreisen nimmt der Ennepetaler, Mitglied einer Freievangelischen Gemeinde, ebenfalls teil. Zunächst entwickelte sich ein loser Kontakt zu Bordon, der aber schnell intensiver wurde. So intensiv, dass Eckhard Stolz später in Zusammenarbeit mit dem Brasilianer und Autor David Kadel ein Buch veröffentlichte. Der Titel: „Mit Gott auf Schalke“. Neben Manager Andreas Müller erzählten auch Spieler wie eben Bordon, Rafinha oder Kevin Kuranyi von ihrem Glauben, von ihrem Weg mit Gott.

„Eigentlich wollte Schalke die Exemplare nach der Deutschen Meisterschaft 2007 verschenken. Aber da es wieder nichts wurde, Stuttgart ja bekanntlich noch vorbeigezogen ist, hat Schalke die Bücher etwas später dann zu einem geringen Preis verkauft“, erklärt Eckard Stolz.

Dieses Buch sollte dann auch der Startschuss für den Fanclub „Mit Gott auf Schalke“ sein, der mittlerweile über 80 Mitglieder aus ganz Deutschland hat und seinen Worten Taten folgen lässt, Zeichen für mehr Menschlichkeit setzt. An einem Heimspieltag zu Ostern legten Mitglieder beispielsweise über 250 Tafeln Schokolade, versehen mit einer christlichen Botschaft, auf die Sitzplätze des Blocks 78 der Veltins-Arena. Für diesen Block besitzt auch Eckard Stolz eine Dauerkarte. „Weshalb wir den christlichen Glauben so eng mit dem FC Schalke 04 verknüpfen, können zwar nicht alle Fans nachvollziehen, das müssen sie aber auch nicht“, sagt Stolz und stellt fest: „Dabei ist Schalke für viele ja sogar mehr als eine Religion.“

Das Banner mit dem Fanclub-Namen hängt bei jedem Heimspiel im Oberrang der Südkurve, die Mitglieder tragen T-Shirts oder Schals. Der Fanclub „Mit Gott auf Schalke“ war es auch, der Manuel Neuer nach Bekanntwerden seines Wechsels zu Bayern München mit einem Plakat freundlich empfing. „Ein Neuer im Tor ersetzt keinen Manuel“ stand darauf geschrieben. „Wir haben uns für 20 Jahre Schalke bei Manuel bedankt. Das hat er mehr als verdient“, erklärt Eckhard Stolz. Neuer habe sich dafür später sogar persönlich bedankt.

Für Fans. Für Spieler. Für Gott. Für Schalke 04. Und sogar für die, die mal Schalker waren.

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