Max Meyer kommt mit der Last der Rückennummer 7 gut zurecht

Steht als Träger der legendären Rückennummer 7 auf Schalke in einer Reihe mit Stan Libuda und Rául: Jungstar Max Meyer.
Steht als Träger der legendären Rückennummer 7 auf Schalke in einer Reihe mit Stan Libuda und Rául: Jungstar Max Meyer.
Foto: dpa
Schon in ganz jungen Jahren wurde er mit Superstar Lionel Messi verglichen. Jetzt, mit gerade einmal 18 Jahren, spielt Max Meyer sich mit seinem schönen und effektiven Spiel in Schalkes Startelf fest. Mit seinem Auftreten konnte auch er auch Schalke-Manager Horst Heldt beeindrucken.

Gelsenkirchen. Die Nummer, die Max Meyer auf seinem königsblauen Trikot trägt, wäre für manches Schalker Talent erdrückend. Der 18-Jährige läuft mit der 7 auf, die einst Stan Libuda groß machte, die nach Rauls Abgang eigentlich gar nicht mehr vergeben werden sollte. Doch Meyer scheint diese Last überhaupt nichts auszumachen. Unbekümmert und technisch stark auf dem Platz, bescheiden und zurückhaltend daneben - so verzückte der U19-Nationalspieler Verantwortliche, Mitspieler und Fans in den vergangenen Wochen gleichermaßen.

"Er ist ein sehr talentierter Spieler, der in den vergangenen Wochen eine Leistungsexplosion gezeigt hat. Er ist schon sehr wichtig für uns", sagte Schalkes Nationalspieler Julian Draxler über seinen Mitspieler "Mini-Max" vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea am Dienstagabend.

Max Meyer spielt schön und effektiv

Durch einige verletzungsbedingte Ausfälle beim Fußball-Bundesligisten musste Meyer zuletzt schon viel Verantwortung übernehmen. Seine starke Ballführung und seine schnellen Drehungen stellten die Gegenspieler immer wieder vor Probleme. Doch Meyer, der Nationalspieler Mario Götze als Vorbild bezeichnet, spielt nicht nur schön, sondern auch effektiv. In sechs Bundesligaspielen in dieser Saison erzielte er zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor.

"Er sucht immer eine Lösung nach vorne, spielt nicht auf Sicherheit", sagte Sportvorstand Horst Heldt über den "begnadeten Spieler, der nie schauen muss, wo der Ball ist. Denn er weiß es einfach. Im besten Fall klebt er ohnehin an seinem Fuß."

Heldt lobt Meyers Auftreten

Bei so viel Lob aus dem Umfeld könnte man schon einmal abheben. Doch Meyer, der am liebsten zentral hinter den Spitzen agiert, hält den Ball flach. "Ich habe mich angeboten, aber ich werde jetzt keine Ansprüche stellen", sagte der mit einem Vertrag bis Juni 2017 ausgestattete gebürtige Oberhausener.

Solche Aussagen gefallen auch den Vorgesetzten. "Er läuft unter dem Radar und tritt nicht wie Graf Koks auf", lobte Heldt. Der Schalker Sportvorstand weiß genau: Während alle Welt über einen möglichen Abgang des Juwels Draxler diskutiert, haben die Königsblauen schon das nächste extrem talentierte Eigengewächs in der Hinterhand. "Man darf ja nicht vergessen, dass er noch ein A-Jugendlicher ist", sagte Trainer Jens Keller und verspricht: "Wir werden ihn weiter behutsam aufbauen."

Vergleiche zu Lionel Messi

Auch im Nachwuchsbereich hat Meyer schon sein Können eindrucksvoll demonstriert. Bei der U17-EM 2012 führte er die deutsche Mannschaft ins Finale, das sie erst im Elfmeterschießen gegen die Niederlande verlor, und wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Schon damals hatten Vergleiche mit Lionel Messi Hochkonjunktur - nicht nur wegen der Körpergröße von 1,69 m. Die Dynamik, mit der Meyer mit dem Ball Richtung Tor läuft, ist auch Heldt besonders aufgefallen: "Er ist mit dem Ball schneller als ohne."

Von daher war es für die Verantwortlichen auch kein Problem, Meyer das Trikot mit der Nummer 7 zu geben. "Wir hätten ihm auch die Nummer 35 oder so geben können. Aber das sollte ein Wink sein, dass wir überzeugt von ihm sind und ihm vertrauen", betonte Heldt. Das Vertrauen zahlt er derzeit zurück. (sid)