Max Meyer vor England-Deal – Berater-Zoff mit FC Schalke 04 ausgeräumt

Max Meyer hat offenbar einen neuen Verein gefunden.
Max Meyer hat offenbar einen neuen Verein gefunden.
Foto: dpa
  • Max Meyer steht kurz vor einer Vertragsunterzeichnung bei Crystal Palace
  • Auch Schalke-Manager Christian Heidel hat Grund zur Freude

London/Mittersill. Schalkes Eigengewächs Max Meyer scheint nach wochenlanger Warteschleife doch noch unterzukommen. Am Dienstag absolvierte der 22-Jährige laut einem Bericht der englischen Zeitung „The Guardian“ den Medizincheck beim Premier League-Klub Crystal Palace. Die Süd-Londoner und Meyer haben, so die Meldungen, bereits Einigkeit über eine Verpflichtung erzielt.

Dass der ablösefreie Wechsel klappt, gilt als sicher. Crystal Palace schrieb am Dienstag offiziell den FC Schalke 04 an, um das Thema Ausbildungsvergütung zu kommunizieren. Bei den Königsblauen durchlief Meyer zunächst die B- und A-Jugend, bevor er den Sprung zu den Profis schaffte. Schalke erhält dafür eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von rund 500000 Euro, sofern seine Verpflichtung bei Crystal Palace ohne medizinische Beanstandung über die Bühne geht.

Genugtuung, dass Meyer nach der „Weltklasse“-Einstufung seines Beraters Roger Wittmann nicht etwa bei Atletico Madrid, Liverpool oder Inter Mailand gelandet, sondern nur beim Tabellenelften des Vorjahres gelandet ist, empfindet Schalkes Manager Christian Heidel keineswegs. „Ich sehe mich nicht bestätigt, weil ich ja nie gesagt habe, dass Max ein Spieler ist, der nicht bei einem Top-Klub spielen wird.“

Schalke hatte sich finanziell bis zur Decke gestreckt

Das zwischendurch angespannte Verhältnis zu Roger Wittmann stuft Heidel mittlerweile als bereinigt ein. Die Meyer-Seite fühlte sich bei den Verhandlungen mit Schalke zu wenig gewertschätzt, obwohl sich der Traditionsklub finanziell bis zur Decke gestreckt hatte, um Meyer mit einem Angebot von über fünf Millionen Euro Jahressalär von einem Verbleib auf Schalke zu überzeugen.

Am Ende entwickelte sich der Streit zu einem Mega-Zoff, nachdem Max Meyer in einem vom Verein nicht autorisierten Interview schwere Vorwürfe erhob und Schalkes Manager sogar Mobbing unterstellte. Zuvor hatte er Trainer Domenico Tedesco mitgeteilt, sich nicht mehr motivieren zu können und mit Schalke abgeschlossen zu haben. Der Verein reagierte und suspendierte Meyer zwei Wochen vor dem Ende der letzten Saison.

Berater-Gespräche auch wegen Thilo Kehrer

Doch offenbar haben Christian Heidel und Roger Wittmann, der mit Abwehrspieler Thilo Kehrer (Vertrag bis 2019) noch einen Klienten bei Schalke hat, nun die richtigen Lehren aus der Eskalation gezogen. „Wir haben nach der Meyer-Geschichte bestimmt schon zehnmal zusammen telefoniert – auch wegen Thilo Kehrer. Ich denke, dass da zuvor beide Seiten Fehler gemacht haben, aber das ist ausgeräumt“, versichert Heidel und schiebt nach: „So eine Sache ist nie angenehm. Aber das Thema ist jetzt beendet, wir haben uns die Hand darauf gegeben. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht nachtragend bin.“

So scheinen die verhärteten Fronten bei Kehrer deutlich gelockert. Schalke will mit dem Junioren-Nationalspieler, der ebenfalls aus der Knappenschmiede stammt, vorzeitig verlängern. Die Kehrer-Seite lehnte einen S04-Vorstoß im letzten Jahr allerdings ab. Inzwischen scheinen die Chancen für den Vizemeister wieder etwas besser auszusehen.

Schalke-Manager Heidel lobt Crystal Palace

Dass Max Meyer nach wochenlangem Warten nun doch fündig wird, sieht Heidel trotz des Hickhacks um den Mittelfeldspieler positiv. „Ich freue mich für Max – und das meine ich wirklich ehrlich. Wir haben Crystal Palace im letzten Sommer kennengelernt, als wir dort ein Testspiel absolviert haben. Das ist auch ein Malocher-Verein, der in einem Klasse-Stadion spielt. Das ist ein gut strukturierter Klub in der Premier League. Max muss sich da durchsetzen.“

Gleich in seinem ersten Liga-Spiel könnte Meyer am 11. August in der Premier League auf einen deutschen WM-Helden von 2014 treffen. Beim Crystal Palace-Auftaktgegner FC Fulham spielt seit einigen Tagen André Schürrle.

 
 

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