Gelsenkirchen

Max Meyer beim FC Schalke 04: Die Chronik – so entwickelte Meyer sich vom Supertalent zum Aussortierten

Die Posse um Max Meyer wurde beim FC Schalke 04 zum Rosenkrieg.
Die Posse um Max Meyer wurde beim FC Schalke 04 zum Rosenkrieg.
Foto: imago sportfotodienst

Gelsenkirchen. Max Meyer und der FC Schalke 04 hätten eigentlich allen Grund zur Freude.

Die Königsblauen spielen eine hervorragende Saison, die aller Voraussicht nach in der Qualifikation zur Champions League endet. Und Meyer überzeugte auf seiner neuen Position im defensiven Mittelfeld.

FC Schalke 04 und Max Meyer: Die Chronik einer Beziehung

Doch der Rosenkrieg zwischen Meyer und dem Verein trübt die Stimmung auf Gelsenkirchen. Wie konnte es dazu kommen? Wir haben den Werdegang Max Meyers auf Schalke genau unter die Lupe genommen.

  • Juli 2009: Nach Stationen beim FC Sardegna Oberhausen, Rot-Weiß Oberhausen und dem MSV Duisburg wechselt Meyer im Alter von 13 Jahren in die Jugend des FC Schalke

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  • Juni 2012: Meyer wird mit Schalkes U19 deutscher A-Jugend-Meister. Das entscheidende 2:1 von Philipp Hofmann im Finale gegen den FC Bayern bereitet Meyer vor.
  • Februar 2013: Beim 2:2 in Mainz feiert Meyer sein Bundesliga-Debüt. In der 72. Minute wird er eingewechselt und bereitet das 2:2 durch Michel Bastos vor.
  • Oktober 2013: Meyer spielt sich mit starken Leistungen in die Schalker Startelf und erzielt in drei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen jeweils einen Treffer.

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  • Mai 2014: Nach seinem Durchbruch bei Schalke nominiert Bundestrainer Joachim Löw den Mittelfeldspieler erstmals für die A-Nationalmannschaft. Beim Testspiel gegen Polen (0:0) kommt Meyer 77 Minuten zum Einsatz. Für eine WM-Nominierung reicht es jedoch nicht.
  • August 2016: Meyer holt mit der deutschen Auswahl die Silber-Medaille bei Olympia in Brasilien. Im Finale unterliegt das DFB-Team dem Gastgeber im Elfmeterschießen. In der regulären Spielzeit bringt Superstar Neymar die Brasilianer in Führung, Meyer gleicht aus. Den entscheidenden Elfer verschießt Freiburgs Nils Petersen.
  • Mai 2017: Für Meyer endet eine völlig verkorkste Saison. In der Liga kommt er in der gesamten Spielzeit gerade mal auf einen Treffer und drei Vorlagen. Ist das große Juwel von einst vielleicht doch nur ein ewiges Talent?
  • Juni 2017: Auch dank eines überragenden Meyer gewinnt die deutsche U21 die EM in Tschechien im Finale mit einem 1:0 gegen Spanien.
  • Oktober 2017: Nachdem der neue Trainer Domenico Tedesco den offensiven Mittelspieler von einst auf der Sechser-Position einsetzt, blüht Meyer richtig auf. Meyer hat Spaß in seiner neuen Rolle, „weil ich dadurch viele Ballkontakte habe und versuchen kann, das Spiel zu öffnen. Ich fühle mich so wohl wie lange nicht mehr.“

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  • Dezember 2017: Meyer spielt eine bärenstarke Hinrunde und hat großen Anteil daran, dass Schalke auf dem zweiten Tabellenplatz überwintert. Daher unterbreitet Schalke ihm ein Angebot zur Verlängerung des zu Saisonende auslaufenden Vertrags.
  • 15. Februar 2018: Meyer lehnt das Vertragsangebot ab. Schalke wollte um vier Jahre verlängern, bei einem Jahresgehalt von rund 5,5 Millionen Euro.
  • 3. März 2018: Die ersten verbalen Giftpfeile fliegen. Meyer-Berater Roger Wittmann sagt bei Sky trotzig: „Zwei Emails reichen nicht, um einen Schalker Jungen vom Verbleib zu überzeugen.“ Schalke-Manager Heidel kontert: „Ich kenne Berater, die schreiben zwei Emails und wollen Millionen dafür. Ich werde das nicht kommentieren. Ich kann nicht glauben, dass er das sagt.“
  • 7. April 2018: Beim bitteren 2:3 in Hamburg wird Meyer zur Pause ausgewechselt. Die Auswechslung soll der Anfang vom Ende Meyers auf Schalke werden.
  • 28. April 2018: In den Spielen gegen Dortmund und Köln kommt Meyer nicht zum Einsatz. Gegen Gladbach ist er dann nicht mal mehr im Kader. Vor dem Gladbach-Spiel löscht er alle Postings mit Schalker Bezug aus seinen Profilen in den sozialen Medien.

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  • 29. April 2018: Ohne Absprache mit dem Verein gibt Meyer der „Bild“ ein Interview, in dem er den FC Schalke scharf kritisiert. Heidel habe ihm lediglich via Email ein Vertragsangebot unterbreitet, aber niemals das Gespräch gesucht, sagt Meyer. Zudem hätte Tedesco ihm gesagt, er sei nicht gut genug. Meyer: „Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. Darum geht es. In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an.“
  • 30. April 2018: Schalke gibt mittags bekannt, dass Meyer bis Saisonende freigestellt ist. Trainer Tedesco erklärt: „Mein Eindruck war sehr lange Zeit, dass Max sich hier sehr wohl fühlt. Das war es auch, was er in persönlichen Gesprächen mit dem Trainerteam zum Ausdruck gebracht hat. Von seinen persönlichen Angriffen bin ich enttäuscht und kann sie nicht nachvollziehen. Weil sie einfach nicht stimmen.“
  • 30. April 2018: Am Abend ist Heidel zu Gast beim TV-Talk „Sky 90“. Dort stellt der Schalke-Manager klar: „Ich finde es sehr mutig, sich als Mobbing-Opfer zu bezeichnen, wenn man weiß, wie es Mobbing-Opfern wirklich geht. Das ist an den Haaren herbeigezogen.“ Heidel habe sehr wohl mit Meyer persönlich über eine Verlängerung gesprochen, und dann wäre Berater Wittmann auf Heidel zugekommen. Heidel erklärt: „Er hat zu mir fast wortwörtlich gesagt: ‚Christian, wir beide müssen erst einmal feststellen, ob wir von dem gleichen Spieler sprechen.‘ Da habe ich ihn gefragt, was das heißen würde. Dann sagt er: ‚Ich rede von dem Weltklasse-Spieler Max Meyer, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft Stammspieler sein wird und aller Voraussicht nach zur Weltmeisterschaft nach Russland fährt. Wenn wir von dem gleichen Spieler sprechen, kannst du mir ein Angebot schicken. Sprechen wir von unterschiedlichen Spielern, brauchst du mir kein Angebot zu schicken.‘ Ich habe trotzdem ein Angebot geschickt – aber nicht für den Weltklasse-Fußballer Max Meyer, sondern für einen sehr, sehr guten Bundesliga-Spieler, der das Potenzial hat, noch besser zu werden. Aber schon bei diesem Gespräch hatte ich eine Ahnung, worauf das alles hinausläuft.“
 
 

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