Marica hat eine Chance bei Schalke verdient

Manfred Hendriock
Ciprian Marica schoss für den VfB Stuttgart in 93 Bundesligaspielen 19 Tore. Foto: Imago
Ciprian Marica schoss für den VfB Stuttgart in 93 Bundesligaspielen 19 Tore. Foto: Imago
Vor vier Jahren holte Horst Heldt Ciprian Marica zum VfB Stuttgart - und der Rumäne enttäuschte. Nun hat Heldt den Angreifer zu Schalke 04 gelotst. Ein Fall von Realitätsverlust? Keineswegs. Das Risiko ist für Schalke überschaubar. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen. Man soll den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Horst Heldt hatte Ciprian Marica 2007 zum VfB Stuttgart geholt, damals sieben Millionen Euro Ablöse an Schachtjor Donezk überwiesen, und den rumänischen Stürmer mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet. Der Gegenwert war bescheiden: Marica wurde suspendiert, in diesem Sommer wurde der Vertrag aufgelöst, und für Stuttgart war die Ablösesumme futsch.

Dennoch hat Heldt den Stürmer jetzt ein zweites Mal verpflichtet und nach Schalke geholt. Er sieht in Marica nicht den Problem-Profi, sondern den Angreifer, der seine Klasse nicht konstant abrufen konnte. In seinem besten Halbjahr schoss Marica unter dem Trainer Christian Gross zehn Tore in 17 Spielen. Womöglich ist der rumänische Nationalmannschafts-Kapitän da tatsächlich eine bessere Lösung als etwa der in Deutschland noch völlig unbekannte Franzose Nolan Roux, der acht Millionen Euro Ablöse gekostet hätte. Dieses Geld hätte Schalke nun theoretisch noch zur Verfügung, um eventuell zusätzlich etwas zu tun.

Heldt kennt Marica wie kein Zweiter: Ein Flop würde ihm daher vor allem persönlich angelastet. Das Risiko für den Verein hat der Manager diesmal begrenzt: Marica ist ablösefrei und erhielt nur einen Vertrag über zwei Jahre – wie auf Probe. Eine Chance hat er verdient.