Gelsenkirchen

Manager Heidel knöpft sich Schalke-Kritiker Peter Neururer auf der Mitgliederversammlung vor

Krystian Wozniak und Thomas Tartemann
Christian Heidel (l., als Mainz-Manager) und Peter Neururer (r., als Bochum-Trainer) im Jahr 2004.
Christian Heidel (l., als Mainz-Manager) und Peter Neururer (r., als Bochum-Trainer) im Jahr 2004.

Gelsenkirchen. Auf der Schalker Mitgliederversammlung 2017 hat sich Christian Heidel ein prominentes S04-Mitglied vorgeknöpft: Peter Neururer. Der ehemalige Schalke-Trainer und aktueller Coach der VdV-Auswahl hatte Heidel nach der Entlassung von Markus Weinzierl kritisiert.

Auf der Mitgliederversammlung folgte Heidels Konter: „Ich habe lange überlegt, ob ich das sage, aber ich machs einfach: Mein lieber Peter Neururer, die ganze Saison begleitest du Schalke als Experte. Du hast ein Schalke-Herz, das nehme ich dir komplett ab. Du hast Weinzierl fast nach jedem Spiel kritisiert, was nicht immer richtig war, dann holen wir Tedesco, dann kritisierst du die Weinzierl-Entlassung und sagst, dass Tedesco noch keinen Arbeitsnachweis hat. Domenico Tedesco arbeitet seit zehn Jahren als Trainer. Es stimmt, er war noch nicht bei sechs Bundesligavereinen und wurde sechsmal beurlaubt. Lieber Peter Neururer, ein Arbeitsnachweis ist heute nicht mehr, dass man 20 Vereine trainiert hat. Ich wollte das mal loswerden, ist aber nicht persönlich gemeint."

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Dafür erntete Schalkes Sportvorstand Applaus. Am Ende bot Heidel Neururer dann noch ein Gespräch bei einem Kaffee unter vier Augen an.

Heidel selbst am meisten enttäuscht

Zudem nutzte Heidel die Mitgliederversammlung, um selbstkritisch auf die abgelaufene Saison zurückzublicken. „Der, der am meisten enttäuscht ist, steht hier oben. Und der, der die sportliche Verantwortung trägt, auch“, meinte Heidel gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Den Mitgliedern erklärte Heidel, warum er sich gegen eine zweite Saison mit Markus Weinzierl als Trainer entschieden hat. „Niemand hat aktiv den Kopf des Trainers gefordert. Ich habe mit Markus alles analysiert und angesprochen. Wir wurden zurecht Tabellenzehnter, waren in allen Bereichen Mittelmaß. Außer bei der Zahl der Gegentore. Fakt ist: Es gab keine positive Entwicklung in der Saison.“

Heidel räumt ein: „Das Fazit und die Pläne haben mich nicht überzeugt. Wir hatten klare taktische Defizite und Probleme gegen tiefstehende Mannschaften.“ Deswegen erfolgte die Trennung von Weinzierl.

Unter Domenico Tedesco soll sich vieles zum Positiven ändern. „Der Weg zu Tedesco war nicht allzu weit. Wir waren nicht der einzige Klub, der an Domenico interessiert war, aber der schnellste. Genau ihn braucht Schalke!“ Heidel bat die Mitglieder um einen gewissen Vertrauensvorschuss für Tedesco. Er selbst ist zu 100 Prozent überzeugt vom neuen Mann an der Seitenlinie: „Ich habe mich über ihn informiert. Domenico ist ein Workoholic. Er knipst als Erster das Licht an und als Letzter aus.“