Leon Goretzka nach Schalkes Vollversagen in Freiburg: „Das tut extrem weh“

Andreas Ernst
Leon Goretzka.
Leon Goretzka.
Foto: firo

Freiburg. Im strömenden Regen endeten am Sonntagabend die Träume des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 von einer erneuten Europa-League-Teilnahme.

Die Königsblauen ließen sich vom Aufsteiger vorführen und verloren beim SC Freiburg mit 0:2 (0:2).

Dritte Chance - wieder vergeigt

Zum dritten Mal in dieser Saison hatten die Schalker die Chance, den Rückstand erheblich zu verkürzen. Am 18. Spieltag versagten sie gegen Eintracht Frankfurt (0:1), am 27. Spieltag in Bremen (0:3) und nun in Freiburg.

„Wenn man es dreimal vergeigt, dass hat man es nicht verdient“, sagte Sportvorstand Christian Heidel. Leon Goretzka sagte leise: „Das tut extrem weh.“ Torwart Ralf Fährmann erklärte: „Gefühlt war es das.“ Nur Trainer Markus Weinzierl hofft noch: „Es sind noch zwei Spiele zu absolvieren und noch sechs Punkte zu vergeben.“ Doch vier müsste Schalke noch aufholen.

Resthoffnung sehr gering

Dass dies gelingt, ist nach der Leistung am Sonntag unvorstellbar. Dabei gehörten sieben Spieler zur Startelf, die Heidel und Weinzierl für insgesamt 46,5 Millionen Euro nach Gelsenkirchen geholt hatten. So viel steckte noch nie vom neuen Schalke in einer Startformation.

Doch auf dem Rasen lief wenig zusammen - und das, obwohl Weinzierl nur eine Änderung im Vergleich zum fulminanten 4:1-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen vor einer Woche vorgenommen hatte.

Schalke spielt passiv

In Leverkusen führte Schalke schon früh mit 3:0, in Freiburg versagte Schalke in der ersten Halbzeit. „Da haben wir das Spiel hergeschenkt. Das war kacke“, sagte Fährmann.

Schalke wollte die Freiburger früh attackieren - und spielte passiv. Selbst diejenigen, die in dieser Saison in einer wankelmütigen Mannschaft noch einigermaßen konstant spielten, patzten an diesem schwarzen Tag.

Doppelter Niederlechner

Vor dem 0:1 (22.) stand Kapitän Benedikt Höwedes zu weit weg von Torschütze Florian Niederlechner, und Fährmann ließ den Ball über seine Hand ins Netz rutschen. Auch das 0:2 (31.) erzielte Niederlechner. Er verwandelte einen Foulelfmeter, den Sead Kolasinac verursacht hatte.

Vor diesem Foul hatte Goretzka den Ball verloren. Die Freiburger hätten den Vorsprung in der zweiten Halbzeit noch locker ausbauen können, vergaben aber noch etliche Chancen.

Pfiffe aus der Gästekurve

Während die Schalker nach der Niederlage mit ihren Fans in der Kurve diskutierten und sich einige Pfiffe anhörten mussten, schunkelten die Fans des SC Freiburg. Erst zum vierten Mal in ihrer Vereinsgeschichte könnten sie sich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Durch den Sieg kletterten sie auf den fünften Platz.

Trainer Christian Streich wollte die große Party den Spielern überlassen. Das hatten die Fans bemerkt. „Ohne Christian fangen wir nicht an“, riefen sie beschwingt. Streich zögerte nur kurz und lief dann doch zur tobenden Menge.

So eine Euphorie hatten sich die Königsblauen auch erhofft

Eine Euphorie wie diese hatten sich die Königsblauen vor der Saison auch erhofft, als Weinzierl und Heidel anfingen. Am Ende des ersten Jahres mit dem neuen Duo sind alle Schalker nur noch enttäuscht. „Dass wir mit Platz zehn nicht glücklich sind, das steht doch außer Frage“, sagte Heidel am Sonntagabend. Zu einem Saisonfazit holte er noch nicht aus: „Das mache ich erst in zwei Wochen.“

Am Samstag trifft Schalke im letzten Heimspiel der Saison auf den abstiegsbedrohten Hamburger SV (15.30 Uhr). „Da wollen wir zeigen, dass es Spaß machen kann, Schalke-Fan zu sein“, sagte Goretzka. In Freiburg schafften die Schalker das nicht.

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