Konzentrierter Trainingsstart mit Rangnick

Ralf Rangnick mit seinen Co-Trainern Markus Gisdol und Seppo Eichkorn (rechts) am Mittwochnachmittag im Parkstadion. Foto: Martin Möller
Ralf Rangnick mit seinen Co-Trainern Markus Gisdol und Seppo Eichkorn (rechts) am Mittwochnachmittag im Parkstadion. Foto: Martin Möller
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Ralf Rangnick lobt nach seinem ersten Training: „Die Spieler ha­ben sehr konzentriert und sehr engagiert gear­beitet. Alles andere hätte mich auch überrascht.“ Für Levan Kenia, Tim Hoogland und Christian Pander ist die Saison gelaufen.

Gelsenkirchen. Da hat er ge­rade das erste Training als neuer Cheftrainer des FC Schalke 04 beendet, da hat er auch schon was zu meckern. „Den Zustand der beiden Rasenplätze hätte ich mir besser ge­wünscht“, sagt Ralf Rangnick, nachdem er 20 Profis, Torwart Robin Himmelmann (22) aus dem Kader des Regionalliga-Teams sowie die A-Jugendlichen Alban Sabah (18), der neben der deutschen auch die Staatsbürgerschaft seines Ge­burtslandes Togo hat, und Nils Zander (18) mehr als anderthalb Stunden hat schwitzen lassen. Das Fazit fällt positiv aus. „Die Spieler ha­ben sehr konzentriert und sehr engagiert gear­beitet“, sagt der 52-Jährige. „Alles andere hätte mich auch überrascht.“

Neben den sieben Akteuren, die mit ihren Nationalteams unterwegs sind und zu denen Atsuto Uchida noch nicht ge­hört, weil das Benefizspiel für die Erdbeben-Opfer in Japan erst am kommenden Dienstag (29. März) ausgetragen wird, fehlten wie schon seit Wochen Levan Kenia, Tim Hoogland und Christian Pander, der sofort Schmerzen bekommt, wenn er Druck auf seinem lädierten Zeh hat. Die beiden Letztgenannten sind übrigens zusammen mit Torwart Manuel Neuer die einzigen drei Spieler, die schon Schalker waren, als Ralf Rangnick bis zum 12. Dezember 2005 Trainer der Königsblauen war.

Und wann ist mit der Rückkehr dieser drei Langzeitverletzten zu rechnen? „Es wäre fast schon ein Wunder, wenn einer der drei in dieser Saison noch zurückkäme“, sagt Ralf Rangnick, der Torwart Mathias Schober (Grippe) am Montag zurückerwartet. Vielleicht kann dann auch Klaas-Jan Huntelaar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Mo­mentan absolviert der 27-Jährige (Innenbanddehnung im Knie) nur Aufbautraining. „Ich hätte selbst nicht ge­dacht“, sagt der Stürmer, „dass das so lange dauert.“

Ein anderer hätte nie ge­dacht, dass sein Aufenthalt in der zweiten Mannschaft so lange dauert. Albert Streit war in der Winterpause 2007/08 – geholt von Manager Andreas Müller und Trainer Mirko Slomka – mit großen Hoffnungen aus Frankfurt gekommen und hatte nach seinem Leihspieler-Dasein beim Hamburger SV im Sommer 2009 einen Neustart geplant. Der endete so, dass der 31-Jährige nach kurzer Zeit rausgeschmissen worden ist und seitdem zum Kader des Regionalliga-Teams gehört – wohl noch bis zum Vertragsende (30. Juni 2012).

„Ich hoffe, dass ich diesen Menschen nie wiedersehe“, hat Albert Streit nun in einem Sportbild-Interview über Felix Magath gesagt. „Dieser Mann hat meine Karriere kaputt ge­macht. Durch ihn bin ich in eine Schublade geraten, aus der ich nicht mehr rauskommen werde.“ Auf die Frage, ob der Mittelfeld-Mann nun eine neue Chance erhalten werde, wieder mit den Profis zu trainieren oder sogar zu spielen, antwortet Ralf Rangnick: „Er hat jetzt in der vierten Liga gespielt. Ich weiß nicht, ob das überhaupt noch Sinn macht.“

Junioren-Europameister

Neben Ralf Rangnick gibt es übrigens zwei weitere Neulinge im Trainerstab, die sozusagen die Nachfolger von Bernd Hollerbach und Werner Leuthard sind. Der 41-jährige Markus Gisdol hat am Mittwoch seinen Vertrag als U-23-Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim (Regionalliga Süd) aufgelöst, um als Co-Trainer bei den Königsblauen zu arbeiten, während Ruwen Faller (30) Fitnesstrainer ist. Der 400-Meter-Sprinter war zweimal Deutscher Hallenmeister und 1999 Junioren-Europameister im Einzel sowie in der Staffel.

Die Donnerstag-Einheiten hat Ralf Rangnick für 10 und 15 Uhr angesetzt. Bis zum Saisonende wird er übrigens zu­nächst einmal im Courtyard-Hotel direkt an der Veltins-Arena beziehungsweise am Trainingsgelände wohnen. „Kurze Wege“, sagt er, „sind jetzt erst einmal wichtig. Auch morgens und abends.“

 
 

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