Gelsenkirchen

Kommentar: Der BVB nicht Schalkes Maßstab - obwohl sie Tabellen-Nachbarn sind

Peter Müller
Schalke-Trainer Markus Weinzierl hat die Königsblauen endlich stabilisiert.
Schalke-Trainer Markus Weinzierl hat die Königsblauen endlich stabilisiert.
Foto: Firo
Was wir bereits wissen

Die Revier-Rivalen stehen in der Bundesliga auf den Plätzen sieben und acht. Doch bevor die Schalker den Dortmundern gefährlich werden könnten, müssen sie die Reifeprüfung schaffen: in Leipzig. Ein Kommentar

Borussia Dortmund steht auf Platz sieben der Bundesliga. Das Gefühl, das die Mannschaft derzeit bei ihren Fans hinterlässt, ist kein Gutes. Sie wirkt unbeständig, sie bleibt unter ihren Möglichkeiten.

Die Schalker haben sich endlich stabilisert

Schalke 04 steht auf Platz acht. Und die Anhängerschaft ist begeistert. Denn endlich hat das Team den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft – nach einer unfassbaren Negativserie mit fünf Niederlagen zu Saisonbeginn.

Die Schalker haben sich stabilisiert, seit zwölf Pflichtspielen sind sie ungeschlagen, zehn Siege feierten sie in dieser Zeit.

Die aktuelle Demut tut Schalke gut

Der neue Trainer Markus Weinzierl hat das taktische System umgestellt, außerdem tritt die Mannschaft kompakt auf – nachdem sie jahrelang von der Form einzelner Könner wie Jefferson Farfan, Julian Draxler oder Leroy Sané abhängig war.

Früher hätten die Schalker in ähnlicher Lage ganz groß zur Jagd auf Dortmund geblasen. In dieser Saison aber hat es ihnen gut getan, dass sie wegen ihres vergeigten Starts demütig blieben und während ihrer Aufholjagd immer nur auf das nächste Spiel fokussiert waren.

Der Maßstab darf nur der eigene Anspruch sein

Vier Punkte trennen die beiden Revier-Rivalen momentan, schon bald könnten die Borussen den heißen Atem des Verfolgers im Nacken spüren.

Aber: Schalkes Maßstab ist nicht Dortmund, sondern allein der eigene Anspruch. Im Normalfall wird nämlich das top besetzte Team des BVB zügig den Weg zurück in die Spitzengruppe finden, die Klasse dafür hat es allemal.

Konsequent den nächsten Schritt machen

Schalke 04 dagegen ist von einem Europa-League-Platz noch fünf Punkte entfernt. Und sagenhafte 13 vom nächsten Gegner, vom Sensations-Spitzenreiter RB Leipzig, der als Aufsteiger noch kein Spiel verloren hat.

Das also muss Schalkes Auftrag sein: Konsequent den nächsten Schritt zu machen, Leipzig zu schlagen. Erst wenn diese Herausforderung bewältigt ist, kann der schön schräge Spruch des früheren Schalker Verteidigers und Trainers Friedel Rausch gelten. „Ich sehe Licht am Himmel“, hat der mal gesagt.