Königsblaue Blamage gegen Larnaka

Manfred Hendriock
Schalke hat mit einem blamablen 0:0 gegen Fußballzwerg AEK Larnaka den vorzeitigen Einzug in die nächste Europa-League-Runde verpasst. Zu allem Überfluss zog sich Klaas-Jan Huntelaar eine Gesichtsverletzung zu.

Gelsenkirchen. Eigentlich lässt die Schalker Welt ja im Moment relativ wenige Wünsche offen. Sogar Manuel Neuer hatte dieser Tage bekannt, wie sehr er sich darüber freut, dass Schalke in der Bundesliga als erster Ruhrgebiets-Verein auf Platz zwei liegt – hinter seinen Bayern, versteht sich. Vermutlich hatte auch Neuer bei dieser Gemengelage damit gerechnet, dass Schalke sich mit einem sicheren Sieg gegen AEK Larnaka nun auch in der Europa League vorzeitig für die K.o.-Runde qualifizieren würde – doch da hieß es am Donnerstagabend: Pustekuchen! Schalke kam gegen den zypriotischen Außenseiter nur zu einem quälenden 0:0 und muss das sichere Fortkommen in der Europa League nun auf das nächste Heimspiel gegen Bukarest vertagen.

Huntelaar verletzt ausgewechselt

Schlimmer noch als das 0:0 aber, dass in der 82. Minute auch noch Torjäger Klaas-Jan Huntelaar mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ausschied – das könnte noch ganz bitter werden. Huntelaar hatte bis dahin erstmals sogar die Kapitänsbinde getragen, weil Trainer Huub Stevens bei dieser vermeintlichen Pflichtaufgabe mehrere Stammspieler schonte.

„Nein“, hatte Stevens zuvor deutlich gesagt, von einer Rotation wollte er nichts wissen: „Es ist wichtig, im Rhythmus zu bleiben, aber ich werde keinen Spieler aufstellen bei dem ich das Gefühl habe, dass er nicht 100-prozentig fit ist.“ Nun, das waren immerhin fünf an der Zahl: Höwedes, Jones und Raúl waren gar nicht im Kader, Holtby und Farfan saßen eine knappe Stunde auf der Ersatzbank – Stevens verzichtete zunächst auf die halbe Stamm-Elf.

Man kann trefflich darüber streiten, ob Stevens mit seinen Personalwechseln das richtige Signal gesetzt hat. Schließlich hatte er selbst davor gewarnt, dass Schalke der 5:0-Sieg vor zwei Wochen im Hinspiel mit Bestbesetzung nicht so leicht gefallen war, wie es das Ergebnis ausdrückte. Andererseits: Es ist eine berechtigte Frage, ob sich die Raúl und Co. bei dieser Pflichtaufgabe mehr angestrengt hätten als diejenigen, die nun ihre Chance bekamen und zeigen mussten, dass sie eigentlich öfter spielen möchten. Und da war das Fazit mehr als bescheiden: Marica und Jurado wurden sogar früh ausgewechselt, und auch Uchida, Höger sowie Moravek drängten sich nicht weiter auf.

Unnerstall mit konzentrierter Leistung

Schalke spielte im Schongang – nachdem Marica nach knapp einer halben Stunde (!) die erste Chance vergeben hatte, wurde dies auch Stevens zu bunt. Denn die wackeren Zyprioten erspielten sich binnen vier Minuten drei Möglichkeiten durch Priso (30.), Garcia (32.) und Kingsley (33.), bei denen wenigstens Schalkes Torwart Lars Unnerstall zeigte, dass er mit den Gedanken bei der Sache war. Und für seinen Rettungssprung gegen Mrdakovic in der 66. Minute wurde der 21-Jährige sogar mit Recht lautstark gefeiert.

Sicher: Schalke hätte gewiss bei einem Handspiel von van Dijk in der 38. Minute einen Elfmeter bekommen müssen, aber die 52.077 Zuschauer hätten für ihr Eintrittsgeld schon deutlich mehr Gegenleistung erwarten dürfen. Die beste Chance in der zweiten Halbzeit vergab der eingewechselte Holtby (66.) – aber schlimmer als dieses trostlose 0:0 dürfte die Verletzung von Huntelaar sein. Die Verletzung entstand zu allem Überfluss bei einem Zusammenstoß mit Teamkamerad Joel Matip im Strafraum der Zyprioten. Huntelaar wurde mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert.