Gelsenkirchen

Klage abgewiesen: Ex-Schalker Sead Kolasinac verliert Führerschein lange Zeit

Darf vorerst nicht am Steuer sitzen: Ex-Schalke-Star Sead Kolasinac (r.), hier 2014 bei einem Fahrsicherheitstraining mit Kumpel Julian Draxler.
Darf vorerst nicht am Steuer sitzen: Ex-Schalke-Star Sead Kolasinac (r.), hier 2014 bei einem Fahrsicherheitstraining mit Kumpel Julian Draxler.
Foto: firo

Gelsenkirchen. Sead Kolasinac darf vorerst nicht mehr Auto fahren. Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Gelsenkirchen hat dem Profi-Fußballer zu Recht den Führerschein entzogen. Mit diesem Urteil wies gestern das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Klage des bosnischen Nationalspielers gegen die Kommune ab.

Der ehemalige Schalker Linksverteidiger, der im Sommer zum großen Bedauern der Fans ablösefrei zum FC Arsenal nach London gewechselt war, fuhr offenbar genau so dynamisch Auto wie er Fußball spielt. Im Verkehrsstrafenregister hatte er acht Punkte gesammelt, was die Beamten per Gesetz automatisch zum Einschreiten zwang. Mit dem Tempo am Steuer nahm es der 24-Jährige offensichtlich oft nicht so genau. Mehrmals wurde er geblitzt, wobei er in vier Fällen die Geschwindigkeit außerhalb einer Ortschaft um bis zu 42 km/h überschritt.

Sechs Mal durch die Mobilfunknutzung aufgefallen

Sein Punktekonto füllte Kolasinac durch Rotlichtverstöße und vor allem durch das Telefonieren mit seinem Handy während der Fahrt. Unverständlich fand das Gericht, dass er allein sechs Mal durch die Mobilfunknutzung aufgefallen war. Auch ein Fußballstar hätte wissen können, dass mit einer Freisprecheinrichtung der Ärger nicht entstanden wäre. Die Kosten hätten Kolasinac vermutlich nicht überfordert.

Das Urteil erging in nicht öffentlicher Sitzung. Der für Mittwoch festgesetzte Termin war auf Bitten des Klägeranwalts, der vermutlich zu viel Öffentlichkeit für seinen Mandanten fürchtete, aufgehoben worden. Kolasinac wurde aber dennoch am Gericht gesehen, was nahe legt, dass ihn selbst die Absage in London nicht erreicht hatte.

Mehrfach gewarnt

Die Richterin konnten die Argumente von Kolasinac nicht überzeugen. Er sei vom Anwachsen seines Punktekontos nicht korrekt informiert worden, verteidigte er sich. Verjährungsfristen seien nicht beachtet, ein Schulungsseminar nicht berücksichtigt worden. Zudem sei er mehrfach bei den Tempoüberschreitungen gar nicht selbst gefahren. Das zog schon deshalb nicht, weil Kolasinac die Bußgeldbescheide hatte rechtskräftig werden lassen. Zudem sei er mehrfach gewarnt worden. Eine Bescheinigung über ein „Abbau-Seminar“ habe er nicht vorgelegt, so die Richterin.

Der Profi muss nun mindestens sechs Monate auf seinen Führerschein verzichten. Einen Prominenten-Bonus gibt es nicht. Wenn er bis dahin den medizinischen Test besteht, bekommt er ihn zurück.

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