Kaiserslautern dient Schalke zum Einspielen

Andree Hagel
Trägt nach seinem Nasenbeinbruch weiterhin eine Maske: Christoph Metzelder. (Foto: imago)
Trägt nach seinem Nasenbeinbruch weiterhin eine Maske: Christoph Metzelder. (Foto: imago)
Innenverteidiger Christoph Metzelder macht deutlich, dass es nicht so einfach wird, sich zu 100 Prozent auf die Partie am Samstag zu konzentrieren. Die Königsblauen treffen am Dienstag im Halbfinale der Champions League auf Manchester United.

Gelsenkirchen. Die Personalie Manuel Neuer überschattet beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 in diesen Tagen alles. Und sie führt da­zu, dass die Fans der Königsblauen ge­teilter Meinung sind. Einige haben sogar die Hoffnung, dass der 25-jährige Nationaltorwart Schalker bleiben wird, noch nicht aufgegeben.

Das ändert jedoch nichts da­ran, dass beim Training am Dienstagnachmittag, das bei strahlendem Sonnenschein mehr als 1000 Anhänger erleben, eine ausgezeichnete Stimmung in der Mannschaft herrscht. Der Rasen auf dem Haupttrainingsplatz ist neu. „So’n Platz“, sagt Christoph Metzelder, „sind wir gar nicht gewohnt.“ Peer Kluge ist wieder da, auch wenn er nach dem Aufwärmen mit der Mannschaft eine individuelle Einheit mit Konditions- und Reha-Trainer Markus Zetlmeisl ab­solviert und für das Spiel am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern nach seiner Bauchmuskel-Zerrung noch kein Thema sein wird. Und für Kyriakos Papadopoulos ist es sogar ein bisschen schmerzhaft. Bei einem Kopfball-Duell landet seine rechte Hand an den Zähnen Anthony Annans, so dass der 19-jährige Grieche das Training abbrechen muss.

Besonders heiß ist die Einheit für Christoph Metzelder, der we­gen seiner Maske, die er nach seiner Nasenbeinbruch-Operation trägt, noch mehr schwitzen muss als seine Teamkollegen. Und der 30-Jährige macht deutlich, dass es gar nicht so einfach wird, sich zu 100 Prozent auf die Kaiserslautern-Partie am Samstag zu konzentrieren. Aber? „Wir müssen den nächsten Gegner immer respektieren“, sagt der Innenverteidiger, „auch wenn wir in der Bundesliga kein di­rektes Ziel mehr haben.“

Klar: Die, um im Wortspiel zu bleiben, direkten Ziele sind die Champions League und der DFB-Pokal. Um in diesen Spielen dann gut oder besser auszusehen, müssten auch die Leistungen in der Bundesliga stimmen. Christoph Metzelder spricht von einer Verpflichtung, einem möglichen Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung aus dem Weg zu ge­hen. Und er spricht davon, dass die Partie gegen den Ta­bellen-13. dazu diene, „uns einzuspielen und Selbstvertrauen zu holen“. Für das erste Spiel gegen Manchester United am Dienstag (20.45 Uhr) in der Veltins-Arena.

Ralf Rangnick fliegt

Um dann eine weitere Wo­che später das Finale der Champions League zu erreichen und sogar den Titel zu gewinnen? Davon mag Christoph Metzelder träumen, aussprechen würde er es so aber (noch) nicht. Obwohl er sich sehr gut erinnert: an 1997, als Dortmund die Champions League und Schalke den Uefa-Pokal holte; an 2002, als Dortmund Deutscher Meister und Schalke DFB-Pokalsieger war; und jetzt, 2011: Dortmund wird wieder Meister, und Schalke gewinnt die Champions League. Christoph Metzelder schmunzelt. „Das Ruhrgebiet“, sagt er dann, „verschwört sich gegen die Großen aus Bayern.“

Etwas hektisch wird es nach dem Training. Ralf Rangnick hat es eilig. Er muss sein Flugzeug bekommen, um am Dienstagabend live das Premiere-League-Spiel des Champions-League-Halbfinal-Gegners Manchester Uni­ted bei Newcastle United zu sehen.

Die Einheiten bis zum Spiel am Samstag ge­gen Kaiserslautern hat der Schalker Trainer wie folgt angesetzt – alle auf dem Haupttrainingsplatz: Mittwoch 10 und 16 Uhr, Donnerstag 10.30 Uhr sowie Freitag 16 Uhr.