Jurado und Raul sorgen bei Schalke 04 für Gesprächsstoff

Ralf Wilhelm
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Im Windschatten der Liga fühlt man sich beim FC Schalke 04 wohl. Was für Aufregung sorgt, sind die spanischen Fragen. Die Zukunftperspektiven von Raul und Jurado sorgen für heftige Diskussionen - nicht nur an den Stammtischen.

Gelsenkirchen. Beim FC Schalke 04 beherzigen sie dieser Tage die alte Radrennfahrer-Taktik: Auch im Windschatten hinter der Spitze lässt sich prima leben; es genügt, wenn man kurz vor der Ziellinie vorbeizieht. Darum bleibt Manager Horst Heldt ganz entspannt, wenn er wie am vergangenen Wochenende von Schlagwörtern wie „Fantastic Four“ liest – und die Schalker sind bei der Aufzählung nicht dabei.

„Es wird immer nur von den drei Mannschaften da oben gesprochen, aber es ist schon alles in Ordnung so“, schmunzelt Horst Heldt. Wenn man nach dem 15. Spieltag nur drei Punkte hinter den Münchner Bayern liegt und dennoch nicht wahrgenommen wird, ist das nicht sein Problem, sondern eher das der Konkurrenz.

Der sportliche Leiter hält sich an Fakten und die sehen erfreulich aus: „Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir weniger Punkte. Dabei haben wir auch noch den, nach Meinung aller, weltbesten Torwart verloren, davon redet heute kein Mensch mehr.“ Dennoch sei es noch zu früh, ein Hinrundenfazit zu ziehen: „Wir haben noch zwei schwere Spiele bis dahin, in Berlin und gegen Bremen. Aber diese sechs Punkte wollen wir uns auch noch holen.“

Problemfall Jurado

Obwohl sportlich momentan alles rund läuft, kann es durchaus sein, dass der Manager zwischen den Feiertagen noch die eine oder andere Sonderschicht einlegen muss. Und es ist gut möglich, dass ihm dabei Christoph Metzelder Dolmetscher-Dienste leisten wird.

Problemfall eins: Jose Manuel Jurado. Die Atmosphäre zwischen dem spanischen Ballkünstler und den Schalker Fans wird immer ungemütlicher. Da, wo der Spanier das Spiel schnell machen soll, pflegt Jurado eher die alte Wolgang-Overath-Fußballschule und stellt erst einmal kontrollierend den Fuß auf die Kugel. Und wenn ihm Landsmann Raúl auf dem rechten Flügel in den Lauf spielen will, ist dort kein Lauf, sondern ein gemütlicher Spaziergang, als sei Jurado gerade auf der Suche nach vierblättrigen Kleeblättern.

Keine Ausleihe

Es ehrt Horst Heldt natürlich, dass er ihn bei besagter Szene, die ein wütendes Raunen in der Arena verursachte, in Teamschutz nehmen will: „Vielleicht hatte er da schon Rückenbeschwerden, jedenfalls hat er sich nach seiner Auswechselung mit Schmerzen auf die Bank gelegt.“ Gleichwohl gab der Manager zu, dass die Körpersprache ansonsten nicht die beste sei. „Er macht schon mal Sachen, womit er die Leute nicht für sich gewinnt.“ Und er sei nun mal eher ein ruhiger Typ, von dem sich Heldt manchmal auch mehr Emotionalität wünsche, jedenfalls würde er Hilfestellung brauchen. Denn man plane weiter mit ihm, was auch alternativlos sei: „Eine Ausleihe ist kein Thema, weil es keine Interessenten gibt.“

Sonne und Dollars für Raul?

Die gibt es bei Raúl angeblich schon, wie man hört, soll Katar nicht nur mit Sonne, sondern auch mit Petro-Dollar-Millionen locken. Trainer Huub Stevens kommentiert dies eher barsch: „Wenn er meint, bei einem anderen Verein besser aufgehoben zu sein, dann ist das seine Sache.“

Aber der Manager sieht die anstehenden Gespräche noch offen: „Raúl ist ein Familienmensch mit fünf Kindern. Da gibt es viele Fragen durchzuspielen.“ Standortvorteil Düsseldorf? Der Spanier soll dort ein ziemlich normales Alltagsleben führen.