Gelsenkirchen

Julian Draxler gesteht: Darum musste ich den FC Schalke 04 verlassen

Julian Draxler verließ den FC Schalke 04 im Jahr 2015.
Julian Draxler verließ den FC Schalke 04 im Jahr 2015.
Foto: imago/Chai v.d. Laage

Gelsenkirchen. Julian Draxler und der FC Schalke 04 - der Nationalspieler schilderte nun ausführlich und emotional, was ihm der Verein bedeutet, wie es zwischen ihm und seinen Schalker Kollegen intern ablief und warum er 2015 wechseln musste.

Er war 16 Jahre alt, als Julian Draxler beim FC Schalke 04 zum ersten Mal auf sein Idol Raúl traf. Was er sagte, nachdem Raúl ihm zum ersten Mal die Hand gegeben hatte, weiß Draxler inzwischen nicht mehr: "Ich war ein Kind. Er war Raúl. Es war, als würde ich Gott treffen. Ich weiß nur noch, dass meine Hand kalt war und ich versucht habe, nicht ohnmächtig zu werden."

+++ Bundesliga Spielplan vom FC Schalke 04: Das ist der Terminkalender der Königsblauen in der Saison 2018/19 +++

Julian Draxler über FC Schalke 04: "Werde den Klub immer lieben"

Julian Draxler über den FC Schalke 04: "Ich liebe Schalke. Ich werde diesen Klub immer lieben. Und ich liebe Gelsenkirchen."

Draxler erzählt, wie er schon als Kind mit seinem Vater zu Schalke-Spielen fuhr - und dass seine ganze Familie Königsblau die Daumen drückt. "In meiner Kindheit hatte ich nur einen Traum: das Schalke-Trikot zu tragen und spielen, während meine Familie zuschaut."

----------------------

Mehr Themen:

--------------------

Vor allem mit der Unterstützung seines Vaters hätte er dies geschafft, und sich schon mit 11 oder 12 wie ein Profi gefühlt: "Der Druck, es selbst in diesem Alter zu schaffen, ist extrem. Wenn wir an einem Samstag ein Spiel gegen Dortmund verloren hatten und ich nicht gut gespielt habe, saß ich am Sonntag den ganzen Tag in meinem Zimmer und habe darüber nachgedacht, was ich falsch gemacht habe."

+++ Transfergerüchte um FC Schalke 04: Omar Mascarell - von Frankfurt über Madrid zu Schalke? +++

Draxler: "Hätte mir fast in die Hosen geschissen"

Mit 16 nahm er zum ersten Mal am Training der Profimannschaft teil. "In den zwei Tagen davor hätte ich mir fast in die Hosen geschissen", schreibt er. Vor allem die Begegnungen mit Raúl hatten es ihm angetan. "In den ersten beiden Jahren war alles unglaublich. Ich lebte meinen Traum", schreibt er.

+++ Wahnsinn bei Belgien gegen Tunesien: Was Ex-BVB-Stürmer Michy Batshuayi mitmachte, glaubst du nur, wenn du es siehst +++

Doch dann ging Raúl, Jefferson Farfan verletzte sich schwer, es gab etliche Trainerwechsel - und Draxler hatte das Gefühl, als 19-, 20-Jährige den ganzen Klub auf seinen Schultern zu tragen. Eine Rolle, die ihm nicht gefiel: "Ich war nicht bereit dazu. Ich glaube, dass es nicht gesund ist, wenn du als junger Spieler beim Klub deiner Jugend spielst. Wenn es nicht gut läuft, sind nicht Fremde sauer auf Dich - sondern deine Nachbarn. Und Leute, mit denen du aufgewachsen bist."

Warum Draxler den FC Schalke 04 verließ

Am 16. Mai 2015 traf er die Entscheidung, Schalke zu verlassen. S04 hatte den SC Paderborn mit 1:0 besiegt und war in die Europa League eingezogen. Trotzdem wurde Draxler von den eigenen Fans ausgepfiffen. "Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich gehe. Mein Herz ist an diesem Tag zerbrochen. Ich wusste: Ich muss etwas in meinem Leben ändern." Er weinte, als er seiner Mutter und seiner Oma seine Wechselabsicht verriet.

Kein Schalke-Fan konnte verstehen, dass Draxler ausgerechnet zum Liga-Rivalen VfL Wolfsburg ging. Er wurde von nicht wenigen "Verräter" genannt. Groll hegt er deshalb nicht. "Wenn ich ein Kind gewesen und ein Spieler von Schalke nach Wolfsburg gegangen wäre, hätte ich dasselbe gesagt. Ich denke aber, dass Fans nicht immer verstehen, was im Leben eines Spielers passiert", schreibt Draxler dazu und äußert sich versöhnlich: "Ohne die Knappenschmiede, ohne das, was ich von Raúl und allen anderen unglaublichen Spielern gelernt habe, hätte ich nicht meinen Traum bei der WM 2014 erfüllen können."

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen