Jones und Draxler sind Schalkes stärkste Typen in Freiburg

Der FC Schalke 04 hat's geschafft und darf die Qualifikation zur Champions League bestreiten. Beim 2:1 (1:0)-Erfolg in Freiburg glänzten die Königsblauen als kampfstarkes Kollektiv. Die entscheidenden Schalker Typen waren Julian Draxler und Jermaine Jones.

Freiburg. Noten von 2 bis 4: Diskutieren Sie mit uns über die Leistungen der Schalker Spieler im Auswärtsspiel beim SC Freiburg.

Alle Schalker in der Einzelkritik 

Timo Hildebrand:

Er hatte in der ersten Hälfte - gefühlt - so viele Ballkontakte wie Barcelonas Spielgestalter Xavi in einer ganzen Saison. Immer wieder musste er Rückpässe annehmen und in die gegnerische Hälfte befördern. Dabei kam - natürlich - nicht jeder Pass an. Seine Qualitäten auf der Torlinie musste er in der 29. Minute zeigen, als er einen Schuss von Jan Rosenthal sicher parierte. Vor dem 1:1 hatte er Pech (54.). Rosenthals Schuss wehrte er ab, gegen Jonathan Schmids Abstauber war er machtlos.

Note: 3

Atsuto Uchida:

Er ließ sich als einziger Schalker in der ersten Hälfte von der heißen Atmosphäre in Freiburg verunsichern. Er ließ Freiburger Flanken zu, trennte sich viel zu schnell vom Ball, fand nur selten seine Mitspieler. Erst in der 38. Minute gelang ihm ein sehenswerter Doppelpass mit seinem Lieblingspartner Jefferson Farfan - da tauchte er sogar frei vor dem Freiburger Tor auf. Doch er konnte den Ball nicht kontrollieren. Nach der Pause besserte er sich.

Note: 4

Benedikt Höwedes:

Der Kapitän behielt trotz aller Hektik einen kühlen Kopf und dirigierte souverän die Schalker Abwehr. Aber auch er erwischte nicht alle Freiburger Flanken und verzichtete auf Ausflüge in die gegnerische Hälfte. Das war auch gut so.

Note: 2

Joel Matip:

Er verteidigte gut, aber nicht ganz fehlerfrei. Er gewann die meisten seiner Zweikämpfe und Kopfballduelle, passte in der 12. Minute nach einer Flanke gut auf und grätschte den Ball in die Arme von Torwart Timo Hildebrand. Allerdings schlug er zu oft den Ball unkontrolliert weg und verursachte einen Freistoß am eigenen Strafraum (27.). Glück für Matip, dass Freiburg diese Chance nicht nutzen konnte.

Note: 2,5

Sead Kolasinac:

Ausgerechnet der Jüngste, der in der ersten Halbzeit die linke Seite dichtmachte, ermöglichte mit einem folgenschweren Fauxpas das Ausgleichstor zum 1:1 (54.). Nach einer abgewehrten Schalker Ecke köpfte er den Ball unkontrolliert nach vorn - und die Freiburger nutzten das zu einem perfekten Konter. Vorher und nachher zeigte er aber angemessen aggressiv und bissig - und einmal drang er auch in den Freiburger Strafraum ein (78.). Da misslang aber der Querpass.

Note: 4

Roman Neustädter:

Trotz einer schwachen Rückrunde nominierte Bundestrainer Joachim Löw den Sechser für die USA-Reise. Vor Löws Augen zeigte er seine solideste Vorstellung seit Wochen. Heißt: Er eroberte in einigen wichtigen Situationen den Ball, gewann auch mal ein Kopfballduell - allerdings gelang es ihm nur selten, für die nötige Entlastung zu sorgen.

Note: 3,5

Jermaine Jones:

Schalkes Kämpfer forderte "starke Typen" und "Spieler mit Eiern" - und er selbst ließ den Forderungen Taten folgen. Er erzwang mit aggressivem Pressing das 2:1 für Schalke (57.), als er den Ball eroberte und dann nach Huntelaars Querpass aufs Tor bugsierte. Dass sich die Freiburger Höhn und Schuster selbst anschossen war selbstverständlich Dusel. Nicht nur in dieser Szene zeigte er sich abschlussfreudig. In der 38. Minute scheiterte er freistehend, nach der Pause köpfte er drüber (61.). Er holte alles aus sich heraus.

Note: 2

Jefferson Farfan (bis 70.):

Nach seiner grauenhaften Vorstellung beim 1:2 gegen Stuttgart begann der Rechtsaußen auch diesmal schwach. Wenn er den Ball verlor, setzte er nicht energisch genug nach - und sinnvolle Pässe gelangen ihm zunächst nicht. Erst nach dem 1:0 (20.), an dem auch er mit einem kurzen Pass in die Spielfeldmitte beteiligt war, taute er etwas auf. In der 38. Minute gelang ihm eine guter Doppelpass mit Atsuto Uchida. Nach der Pause fiel er nur zweimal auf Erst holte er eine Ecke heraus (53.) und dann sah er nach einem bösen Foul Gelb (67.). Danach pfiffen ihn die Freiburger Fans aus - und Keller nahm ihn vom Platz.

Note: 4

Raffael:

Der Spielgestalter versteckte sich nicht. Er spulte ein großes Pensum ab, zeigte sich auch mal in der eigenen Hälfte und bemühte sich, mit cleveren Pässen für Entlastung zu sorgen. Das gelang zwar nicht immer, aber an der Kombination vor dem 1:0 (20.) war er beteiligt - und die Chance von Klaas-Jan Huntelaar (32.) leitete er ein. Zweimal schoss er selbst aufs Tor - harmlos (28./38.).

Note: 2,5

Julian Draxler (bis 79.):

Er ist schon jetzt Schalkes Mann für die großen Spiele - und das mit 19! 20 Minuten schaute er sich das Spiel fast teilnahmslos an. Dann bekam er den Ball, legte sich ihn zurecht - und schoss das 1:0. Das war das zehnte Saisontor des Jungstars. In der zweiten Hälfte legte er nach einem sehenswerten Dribbling Klaas-Jan Huntelaar den Ball perfekt auf den Fuß (60.) - doch der Torjäger scheiterte knapp.

Note: 2

Klaas-Jan Huntelaar (bis 89.):

Er hing zunächst in der Luft, da er von seinen Teamkollegen nur selten brauchbar angespielt wurde. Ab der 20. Minute überzeugte er mit überragendem Spielverständnis, als er erst Julian Draxler das 1:0 auflegte (20.) und dann vor dem 2:1 Jermaine Jones sah (57.). Auch Jones' Chance in der ersten Hälfte (38.) hatte er vorbereitet. Zwei Chancen vergab er selbst (32./60.).

Note: 2,5

Christian Fuchs (ab 70.): Kam für Farfan. Ohne Note

Marco Höger (ab 79.): Kam für Draxler. Ohne Note

Tranquillo Barnetta (ab 89.): Kam für Huntelaar. Ohne Note

 
 

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