Japanische Uchida-Fans bejubelten ihren Schalke-Star in Gelsenkirchen

Gäste aus Fernost auf Schalke: Eine rund 100-köpfige Fangruppe, die für vier Tage eigens aus Japan angereist war, beobachtete "ihren"  Nationalspieler Atsuto Uchida. Stolz präsentierten sie vor dem Schalker Mannschaftsbus ihre im Fanshop gekauften Trikots. Foto: Martin Möller
Gäste aus Fernost auf Schalke: Eine rund 100-köpfige Fangruppe, die für vier Tage eigens aus Japan angereist war, beobachtete "ihren" Nationalspieler Atsuto Uchida. Stolz präsentierten sie vor dem Schalker Mannschaftsbus ihre im Fanshop gekauften Trikots. Foto: Martin Möller
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Eine 100-köpfige Reisegruppe aus Japan nutzte den Aufenthalt in NRW, um sich ihren Landsmann und Fußball-Liebling Atsuto Uchida beim Schalkespiel gegen Nürnberg anzugucken. Sie stürmten, ganz unjapanisch, auch den Schalke-Shop.

Gelsenkirchen-Schalke. Ein japanisches Sprichwort besagt: „Nimm lieber zu wenig als zu viel.“ Diesem Motto widersetzten sich die zwei Japanerinnen Manami und Ikumi rigoros, als sie am Freitagnachmittag den Schalke-Fanshop an der Arena stürmten.

Eingedeckt mit Uchida-Trikots, Schalke-Schals, Schalke-Teddys und Schalke-Schokolade wateten sie auf hohen Hacken und in kurzen Röcken zum Trainingsgelände der Schalker. Dort standen sie auf der zugigen Tribüne des ehemaligen Parkstadions und schauten den Spielern beim Kicken zu. Doch ihre kostspieligen, nagelneuen Kameras waren vor allem auf einen bestimmten Abwehrspieler gerichtet: Atsuto Uchida. Nur wegen ihm waren Manami und Ikumi nach Gelsenkirchen gekommen. „Uchida ist unser Star“, waren sich die beiden einig. Und mit dieser Meinung waren Manami und Ikumi nicht allein.

100-köpfige Reisegruppe

Sie waren nämlich Teil einer rund 100-köpfigen Reisegruppe aus Japan, die pünktlich zum Uchida-Einsatz seines FC Schalke 04 gegen Nürnberg nach Gelsenkirchen gekommen war. Die 100 Köpfe gehörten meist jungen Frauen mit Sinn für Stil, die natürlich auch einen Streifzug durch die Innenstadt nicht ausließen. Aufgeregt schnatternd wurden sie schnell selbst zur Attraktion. Denn seit der WM 2006 waren nicht mehr viele Fußballtouristen aus fernen Ländern in Gelsenkirchen. „Ich finde die Stadt wirklich schön, sie ist so groß und hier sind so viele verschiedene Menschen“, sagte Misato (26). Und die Arena? „Die ist gigantisch“, sagte sie.

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Während die Damen am Freitag nur Fotos von außen machten, waren sie am Samstag natürlich beim Spiel dabei. Dafür bedurfte es allerdings etlicher Fanartikel. Bereits beim Trainingsbesuch zeigten die Damen aus Fernost, wie modisch Schalke sein kann. Egal ob ein blau-weiß-kariertes Kleidchen oder passende Pumps zum Trikot – für ihr Idol ließen sich die Fans aus der Heimat einiges einfallen.

Freudentänze

Das sollte sich natürlich auch lohnen. Nach dem Ende des Trainings warteten die jungen Frauen begierig auf ein Autogramm von ihrem Idol. Dann war er da. Ihre Euphorie war nicht zu stoppen. Als hätte Schalke die Meisterschaft durch ein Traumtor des Abwehrspielers gewonnen, tanzten sie freudestrahlend herum und zeigten sich gegenseitig ihre Errungenschaften.

Sie sind zufrieden mit dem neuen sportlichen Zuhause Uchidas. „Schalke ist ein toller Verein für ihn“, sagte Misato, „hier kann er genauso spielen wie in Japan.“

Also schwenkt man in Japan neben der Landesflagge demnächst wohl auch die königsblaue Schalke-Fahne.