In Heidels Vertrag auf Schalke steht eine Meisterprämie

Christian Heidel war gut gelaunt vor der Vorstandssitzung des FC Schalke - und das Ergebnis dürfte ihn nicht verärgert haben.
Christian Heidel war gut gelaunt vor der Vorstandssitzung des FC Schalke - und das Ergebnis dürfte ihn nicht verärgert haben.
Foto: Volker Hartmann
  • Christian Heidel soll neuer Schalker Manager werden.
  • Der Aufsichtsrat hat zugestimmt.
  • Auch, weil das Gehalt nicht so hoch ausfällt, wie erwartet.

Werl/Gelsenkirchen. Als Christian Heidel hinaus in den Nieselregen von Werl trat und so sehr von der nach seinem Empfinden "angenehmen" Gesprächsatmosphäre schwärmte, war bereits klar, dass die letzten Bedenken zerstreut waren. "Ich habe die Antworten bekommen, die ich mir gewünscht habe", berichtete der 52 Jahre alte Heidel, noch bevor ihn der Schalker Aufsichtsrat am Sonntag zum neuen Sport-Vorstand bestellte. Der Vertrag über vier Jahre tritt nach dem Ende der laufenden Saison in Kraft - bis dahin soll Horst Heldt seine Arbeit auf Schalke ordentlich zu Ende bringen.

Heidel wurde vom Schalker Aufsichtsrat mit acht Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen bestätigt - kaum eine halbe Stunde, nachdem er selbst die Sitzung im "Maifeld Sport- und Tagungshotel" in Werl verlassen hatte und die Klub-Bosse zur Abstimmung schritten.

Vom Zündstoff, der vorher in der Luft lag, war nachher nichts mehr zu spüren. Das lag zum einen daran, dass der Noch-Mainzer Manager Heidel eine sehr beeindruckende und professionelle Präsentation hinlegte: Er stellte nicht sein Konzept vor, sondern seine eigene Sichtweise zum Management. “Ich finde, dass der Club das Konzept haben muss und der Manager zum Klub passen muss”, erklärte Heidel.

Meister-Prämie für Heidel auf Schalke

Zum anderen legte Vereinschef Clemens Tönnies Fakten vor, die auch den zuvor skeptischen Teil der Aufsichtsräte überzeugten. Wichtigster Punkt: Heidel wird nicht Vorstands-Vorsitzender, sondern arbeitet mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern Alexander Jobst und Peter Peters auf Augenhöhe. "Die Struktur bleibt, wie sie ist", betonte Tönnies.

Zudem sind die Konditionen für Heidel deutlich günstiger, als zuvor kolportiert: Zwar war die lange Vertragslaufzeit von vier Jahren nicht zu verhindern, aber dafür liegt Heidels Grundgehalt deutlich unter zwei Millionen Euro pro Jahr. Nach Informationen dieser Zeitung hat sich der neue Manager dafür hohe leistungsorientierte Prämien festschreiben lassen, etwa für die Qualifikation zur Champions League. Und auch eine Meister-Prämie ist in Heidels Vertrag verankert. So war die Kuh relativ schnell vom Eis: Heidels Vorstellung dauerte knapp zweieinhalb Stunden - er hatte danach "nicht den Eindruck", dass es schwerwiegende Vorbehalte gegen ihn gegeben habe.

Heidel muss sich auf Schalke beweisen

Der Noch-Mainzer, der auch seinen bisherigen Assistenten Axel Schuster mit nach Schalke bringen wird, setzte sich direkt nach seiner Vorstellung in seine schwarze Limousine mit rotem Mainz-05-Aufkleber und fuhr nach Hause - vom positiven Abstimmungsergebnis informierte ihn anschließend Clemens Tönnies telefonisch. Beide werden in den kommenden Wochen in enger Abstimmung die Schalker Zukunft planen, auch wenn Horst Heldt nach Tönnies’ Angaben "die Saison komplett zu Ende machen" soll.

Doch wenn im Mai der letzte Ball gespielt ist, wird Heidel nach Schalke wechseln. "Wir sind davon überzeugt", sagte Tönnies, "dass Christian Heidel mit seiner unbestrittenen sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen bewiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für den FC Schalke 04 ist." Das muss er nun beweisen.

 
 

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