Huntelaar und Boateng drehen das Spiel - Note 2 für Schalke-Duo

Andreas Ernst
Hand aufs Vereinswappen: Kevin-Prince Boateng brachte Schwung ins Schalker Spiel und besorgte den Siegtreffer zum 3:2.
Hand aufs Vereinswappen: Kevin-Prince Boateng brachte Schwung ins Schalker Spiel und besorgte den Siegtreffer zum 3:2.
Foto: dpa
Mit viel Dusel besiegte der FC Schalke 04 den VfB Stuttgart mit 3:2. Klaas-Jan Huntelaar und "Joker" Kevin-Prince Boateng überzeugten. Die Einzelkritik.

Gelsenkirchen. Noten von 2 bis 5,5 - diskutieren Sie mit uns die Leistung von FC Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart.

Die Schalke-Noten in der Übersicht - Höwedes und Choupo-Moting enttäuschen 

Ralf Fährmann: Chancenlos bei den Gegentoren. Ein weiteres Gegentor verhinderte er per Fußabwehr nach einem Schuss von Martin Harnik (47.). Note: 3

Benedikt Höwedes: Er rannte dem Stuttgarter Linksaußen Filip Kostic nicht nur einmal hinterher. In der 23. Minute konnte er den Schuss von Kostic immerhin kurz vor der Torlinie blocken - Torwart Ralf Fährmann war schon geschlagen. Vor dem 1:2 (52.) ließ er sich von Passgeber Daniel Ginczek tunneln und stand meilenweit von Kostic entfernt. Vier Minuten später rannte Kostic erneut davon, schoss aber rechts am Tor vorbei. Note: 5

Joel Matip: Er hatte im Spiel nach vorn eine Menge Schwächen, 19 (!) Fehlpässe zeigen, dass er mit dem Ball am Fuß viel zu oft ratlos war. In der Defensive unterlief ihm kein spielentscheidender Fehler, auch wenn er nicht immer richtig stand. Note: 4

Matija Nastasic: Sicher im Zweikampf, gute Passquote, ordentliches Stellungsspiel: Er war der stabilste Verteidiger in der Viererkette. Allerdings konnte er seine Abwehr nicht immer zusammenhalten. Note: 3,5

Dennis Aogo: Er wurde in der 89. Minute gefeiert wie ein Torschütze, dabei hatte er das 3:2 mit einem scharfen Querpass lediglich eingeleitet. Zwei Minuten zuvor hatte er selbst den vermeintlichen Matchball leichtfertig vergeben. In der Defensive leistete er sich aber einige unverzeihliche Schnitzer. Vor dem 1:1 (22.) ließ er Torschütze Martin Harnik im Rücken entwischen. Note: 4

Roman Neustädter: Schalke schaltete katastrophal von Offensive auf Defensive um - das lag auch an Schalkes Sechser, der sich selten in Kopfballduelle wagte, die Zweikämpfe oft verlor und nicht einmal die entscheidenden Pässe in die Tiefe vorausahnte. Erst kurz vor Schluss wachte er auf - mit zwei Pässen in die Tiefe auf Dennis Aogo (87./89.). Der zweite führte zum 3:2. Note: 4

Leon Goretzka (bis 72.): Zum zweiten Mal nach seiner langen Pause stand er in der Anfangsformation - von ihm ist nicht zu erwarten, dass er seine kriselnden Mitspieler mitreißt. Er holte sich viele Kopfbälle, gewann auch mal per Grätsche den Ball, im Spielaufbau zeigte er aber unübersehbare Schwächen. Note: 4,5

Jefferson Farfan (bis 57.): Während der Woche war er angeschlagen und verpasste einige Einheiten - das war ihm anzumerken. Er sprintete nicht so rund wie sonst, beschränkte sich ungewohnt oft auf Querpässe. Seine beste Szene war ein Linksschuss, der noch zur Ecke abgefälscht wurde (28.). Note: 4

Eric Maxim Choupo-Moting (bis 63.): Er durchlief einen 63-minütigen Albtraum. Zwar setzte er mit einem Foul nach sechs Sekunden (!) ein Zeichen und kurz danach gelang ihm noch ein Pass in den Lauf von Leon Goretzka (6.) - sonst verdribbelte er sich aber sehr oft und hatte kein Glück. Schlimmer noch: Vor dem 1:2 (52.) leistete er sich den entscheidenden Ballverlust. Note: 5,5

Leroy Sané: Zunächst eine freche Vorstellung des 19-Jährigen. Beinahe hätte er in der 15. Minute getroffen. Er stürmte allein auf das Stuttgarter Tor zu, scheiterte aber an Torwart Sven Ulreich. Nach dem Wechsel tauchte er komplett unter, zudem erlaubte er sich einige unnötige Ballverluste. Fit blieb er bis zum Schluss. In der 85. Minute verhinderte er einen Stuttgarter Konter, als er Daniel Ginczek ablief. Note: 3,5

Klaas-Jan Huntelaar: In der neunten Minute wurde aus dem Stürmer wieder ein Torjäger. Der "Hunter" musste den Ball nach Georgs Niedermeiers Fehler nur noch ins Tor schieben. In der 78. Minute ließ er das 2:2 folgen. Nur er kämpfte 90 Minuten lang, half auch mal am eigenen Strafraum aus, traf zwischendurch den Pfosten (24.) und probierte ein Traumtor per Fallrückzieher (38.). Allerdings sah er die fünfte Gelbe Karte (80.) und fehlt in Köln. Note: 2

Julian Draxler (ab 57.): Er kam beim Stand von 1:2 und konnte nur gewinnen. Trotz seiner langen Pause übernahm er oft die Initiative, zog von der linken Seite immer wieder in die Mitte. Seine Schüsse wurden aber stets geblockt. Note: 2,5

Kevin-Prince Boateng (ab 63.): Er kam für Eric Maxim Choupo-Moting und drehte das Spiel. Das 2:2 (77.) legte er vor, vor dem 3:2 (89.) schoss er den Ball aufs Tor, den Florian Klein ins eigene Tor abfälschte. Note: 2

Max Meyer (ab 72.): Er kam für Leon Goretzka. Ohne Note