Heldt wünscht Stuttgart Glück – nur nicht gegen Schalke

Horst Heldt
Horst Heldt
Foto: ddp
Das Schalker Vorstandsmitglied kehrt mit gemischten Gefühlen an seine alte Wirkungsstätte zurück. Auf Schalke hat Horst Heldt eine schwierige Situation.

Gelsenkirchen. Es hätte für Horst Heldt eine nette Dienstreise werden können. Alte Freunde und Bekannte treffen, ein Schwätzchen hier, eine Plauderei dort – wer sieben Jahre lang in Stuttgart arbeitete, der hat dort natürlich Spuren hinterlassen. Doch das Wiedersehen mit den Schwaben an diesem Samstag ist für das Vorstandsmitglied des FC Schalke 04 mit einem brisanten sportlichen Ereignis verbunden.

Der VfB Stuttgart, bei dem Horst Heldt ab Januar 2003 zunächst drei Jahre spielte, bevor er Manager des Vereins wurde, ist in Abstiegsnot geraten und plant, den unbeständigen FC Schalke 04 mit in den Sog zu ziehen. Die Schalker kommen mit der Empfehlung eines Pokal-Erfolges am Mittwoch in München, doch nach großen Spielen fielen sie wiederholt in ein Leistungsloch.

„Mit gemischten Gefühlen“ betrachte er dieses Spiel, sagt Horst Heldt. In Stuttgart habe er eine „schöne, intensive und erfolgreiche Zeit“ erlebt, doch die Gegenwart lässt wenig Raum für Sentimentalitäten: „Es ist natürlich nicht schön zu sehen, dass beide Vereine in der Bundesliga nicht so gut dastehen. Es ist schade, dass der VfB gegen den Abstieg kämpft – aber wir haben nichts zu verschenken.“ Er sei überzeugt davon, dass die Stuttgarter noch „die Kurve kriegen“. Nur bitte nicht schon an diesem Spieltag.

Vor acht Jahren war Horst Heldt, der zuvor für Köln, 1860 München und Frankfurt am Ball war, von Sturm Graz aus Österreich nach Stuttgart gekommen. Zurückgeholt in die stärkere Liga hatte ihn der damalige VfB-Trainer Felix Magath. Heldt ist Magath dafür bis heute dankbar.

Dies wird einer der Gründe dafür sein, warum sich Heldt öffentlich loyal gegenüber Magath verhält. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der auf alleinige Macht ausgerichtete Trainer und Manager keinen Deut seiner sportlichen Verantwortung auf Heldt übertragen hat. Dabei war der 41-Jährige zu Saisonbeginn nach Schalke gewechselt, um Magath zu entlasten. Heldt stellt klar, dass er nicht von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies im Alleingang verpflichtet worden sei: „Ohne Felix Magaths Zustimmung wäre ich nicht auf Schalke. Ich hatte mit beiden sehr gute Gespräche geführt.“

Im Alltag aber ist Heldt beim FC Schalke vornehmlich für Marketing und Merchandising zuständig – alle Transfers zum Beispiel hat allein Magath abgewickelt. Heldt sagt dazu nur: „Er hat seine Aufgaben, ich habe meine.“ Keine leichte Situation.

 
 

EURE FAVORITEN