Heldt hat seinen Schalke-Job in diesem Sommer gut gemacht

Manfred Hendriock
Schalkes Sportvorstand Horst Heldt
Schalkes Sportvorstand Horst Heldt
Foto: imago
Manager Horst Heldt hat den Di-Santo-Transfer von Werder Bremen zum FC Schalke 04 fast geräuschlos über die Bühne gebracht. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen. Transfers wie der von Franco Di Santo erfordern eine lange Vorbereitung und viel Überzeugungskraft und werden meistens von großem Getöse eingeleitet. Sollte zum Beispiel Julian Draxler vom FC Schalke 04 zu Juventus Turin wechseln, dann ist mittlerweile jeder darauf medial vorbereitet. Den Transfer von Franco Di Santo dagegen hat Horst Heldt fast geräuschlos über die Bühne gebracht: Bis zum Samstag, als auch die WAZ davon berichtete, ist von den Plänen nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Und selbst die Bremer erkennen an, dass Schalkes Manager sich korrekt verhalten hat. Heldt hat seinen Job in diesem Sommer bislang gut gemacht. Auch sportlich könnte das Gesamtwerk passen.

Schalke-Manager Heldt sind viele beachtete Einkäufe geglückt

Freilich gibt es keine Garantie dafür, dass ein Stürmer, der in der vergangenen Saison 13 Tore für Werder Bremen geschossen hat, das auch auf Schalke tun wird. Genauso wie niemand mit Sicherheit vorhersagen kann, ob Johannes Geis auf Schalke ebenso wie in Mainz zum Taktgeber und Tore-Vorbereiter wird. Und es weiß auch keiner, ob Junior Caicara wie bei seinem bulgarischen Klub Ludogorets Razgad in nahezu allen Spielen zuverlässig wie ein Rasenmäher auf der rechten Seite läuft.

Horst Heldt sind auch in den vergangenen Jahren viel beachtete Einkäufe geglückt: Man erinnere sich nur an Ibrahim Afellay, den er vom FC Barcelona auslieh, an Leon Goretzka, den die halbe Bundesliga haben wollte, oder, ja, auch an Sidney Sam, der zum Zeitpunkt seiner Unterschrift Nationalspieler war. Das Problem war eher, dass viele Spieler, warum auch immer, auf Schalke nicht das gezeigt haben, was man von ihnen erwartet hat.

Daran sieht man: Die Kaderzusammenstellung kann Horst Heldt sehr viel stärker beeinflussen als das, was am Ende sportlich dabei herauskommt – das bleibt eine Rechnung mit vielen Unbekannten, für die er als Manager zwar in letzter Instanz verantwortlich ist, aber eben nicht allein zuständig. Auch das sollte man bedenken, wenn es vielleicht auch mal nicht so rund läuft, wie wir uns das jetzt alle erhoffen.