Heidels nächster Coup - Schalke schnappt Leipzig Embolo weg

Elmar Redemann
Neu beim FC Schalke 04: Breel Embolo (l.).
Neu beim FC Schalke 04: Breel Embolo (l.).
Foto: Abedin Taherkenareh / dpa
Breel Embolo soll dem Schalker Angriff neue Qualität geben. Ein Jahr lang könnte er neben Leroy Sané stürmen - und ihn notfalls sogar ersetzen.

Gelsenkirchen. 19 Jahre jung, körperlich mit seinen 1,86 Metern aber schon unheimlich präsent. Schnell, wendig und technisch stark – aber auch auf Zack, wenn es darum geht, Tore zu schießen. Das ist Breel Embolo. Wie unsere Redaktion aus zuverlässiger Quelle erfuhr, ist der Wechsel vom FC Basel zu Schalke 04 perfekt.

Der Schweizer Stürmer, der in Basel 21 Treffer in 61 Einsätzen seiner ersten beiden Profijahren erzielt hat, hat sich damit gegen das Angebot von RB Leipzig entschieden. Nicht weil es dort weniger zu verdienen gab, sondern weil das blau-weiße Gesamtpaket attraktiver war. Ausschlaggebend war offenbar das Verhandlungsgeschick des neuen Schalker Managers Christian Heidel.

Schalke bezahlt die Ablöse in Raten

Seine Ablösesumme beträgt rund 20 Millionen Euro und darf in drei Raten bezahlt werden. Sein Jahresgehalt dürfte bei 2,5 Millionen Euro plus Prämien liegen.

Der Embolo-Deal beweist: Schalke ist für hoch begabte Kicker mittlerweile europaweit eine ideale Adresse, um die Karriere zu forcieren. Seine Berater wollen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen und verweisen auf die Bodenständigkeit von Embolo. Darum fiel die Entscheidung zugunsten von Schalke – und nicht auf Manchester United, das ebenfalls ein Auge auf den durchsetzungsstarken Stürmer geworfen hatte.

Dass Embolo bis 2021 auf Schalke anheuert, muss dabei nicht zwingend heißen, dass Leroy Sané noch in diesem Sommer Schalke verlässt. Eine Offensive mit zwei Juwelen dieses Kalibers und einem Klaas-Jan Huntelaar als routiniertem Anführer verspricht besondere Klasse. Diese Konstellation ist zumindest absolut vorstellbar.

Nur könnte es jetzt der neue Trainer Markus Weinzierl leichter verschmerzen, wenn sein Klub Sané doch für 40 Millionen Euro vorzeitig verkaufen würde.

Über Sané wird auf Schalke nicht gesprochen

Wie sich Sané entscheiden wird, bleibt noch ein paar Wochen offen. Solange der 20 Jahre alte Wuschelkopf mit der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich weilt, wird Schalke mit ihm und seinen Beratern keinen Kontakt aufnehmen. Die viel zitierte Schnappatmung wegen eines Angebotes, das vernünftigerweise nicht abgelehnt werden kann, hat Heidel bisher jedenfalls nicht verspürt.

Für Roman Neustädter, der sich extra für die Europameisterschaft von Russland einbürgern ließ, ist nach dem kläglichen Ausscheiden der Sbornaja bei der EM auch bei Schalke der Zug abgefahren. Er wurde mit knappen Worten verabschiedet: „Vertrag nicht verlängert: Danke für 04 Jahre Schalke! Alles Gute für deine Zukunft, Roman Neustädter“, postete der Verein in den sozialen Netzwerken.

Das, was der 28 Jahre alte Abwehrmann unter der Überschrift „Die Palme wurde im wahrsten Sinne gefällt“ selbst auf Facebook veröffentlichte, klang bitter: „Die Entscheidung fällt mir sehr, sehr schwer und hat sich wohl wegen des Manager- und Trainerwechsels unnötig lange hingezogen. Nach einem ersten vorläufigen Gespräch mit Herrn Heidel in Mainz konnte ich nachvollziehen, dass ich etwas Geduld brauche. Mittlerweile sind drei Monate des Wartens vergangen, und ich möchte gerne zu einem Verein, der mich als Spieler und Mensch respektiert.“