Geheimtraining - Ruhe auf Schalke vor dem Finale

Diskussionsbedarf: In Ruhe können sich Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes (l.) und Trainer Jens Keller (r.) am Donnerstag und Freitag unterhalten. Die Trainingseinheiten sind nicht öffentlich.
Diskussionsbedarf: In Ruhe können sich Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes (l.) und Trainer Jens Keller (r.) am Donnerstag und Freitag unterhalten. Die Trainingseinheiten sind nicht öffentlich.
Foto: Getty Images
Vor dem Endspiel in Freiburg trainieren die Königsblauen zweimal geheim. Für Michel Bastos und Marco Höger wird es eng. „Es ist immer schön, wenn Leute da sind“, sagte Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes. „Aber vielleicht tut uns die Ruhe ganz gut.“

Gelsenkirchen.. Verschwitzt kam Benedikt Höwedes vom Rasen. Dunkle Wolken zogen über dem Trainingsgelände auf, es nieselte etwas. 80 Minuten intensives Training lagen hinter dem Kapitän und seiner Mannschaft. Vor dem Finale um den vierten Platz beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr, live in unserem Ticker) gab es Grätschen, Anfeuerung, viele Tore beim Trainingsspiel – kaum zu glauben, dass die gleichen Spieler vier Tage zuvor beim 1:2 gegen den VfB Stuttgart versagt hatten.

Schalke-Stürmer Marica hält sich bereit

Auch Benedikt Höwedes. Von der Niederlage wollte er aber nicht mehr sprechen. „Was Vergangenheit war, ist Vergangenheit“, sagte er und blickte dann doch selbst zurück, als es um seinen Optimismus für das Freiburg-Spiel ging. „Wir waren nach der Hinrunde Siebter. In der Rückrunde haben wir uns hochgekämpft, obwohl uns und den Trainer alle schon abgeschrieben hatten“, erklärte der 25-Jährige. „Wir haben in schwierigen Situationen unseren Mann gestanden und uns irgendwie immer rausgeboxt.“

Hat der SC Freiburg einen Heimvorteil? „Wir haben doch auch gedacht, dass wir gegen Stuttgart einen Heimvorteil haben“, sagte Höwedes. „Unser Traum ist es, in die Champions League zu kommen. Ich gehe davon aus, dass wir alle zusammenstehen. Wir sind die bessere Mannschaft.“

Das bestätigte auch Ciprian Marica, obwohl der nicht von Anfang an spielen wird. „Ich halte mich bereit“, sagte er. „Ich träume davon, in der 89. Minute reinzukommen und das entscheidende Tor zu schießen – oder vorzulegen.“ Ciprian Maricas Zukunft ist weiterhin offen. Einen Abschieds-Blumenstrauß hatte er nach dem Spiel gegen Stuttgart nicht erhalten. Das Schalker Angebot für einen Zwei-Jahres-Vertrag gilt noch. Der 27-jährige Rumäne ist aber offenbar mit den geringeren Konditionen nicht einverstanden. Er pokert.

„Es kann sein, dass ich bleibe“, sagte er. Aber er bestätigte auch andere Angebote: „Man hat immer mehrere Möglichkeiten, wenn man ein freier Spieler ist.“ Dass der Stürmer zuletzt als Vertreter von Klaas-Jan Huntelaar nicht überzeugen konnte, weiß er selbst: „Ich bin keine Maschine. Manchmal hast du gute Tage, manchmal schlechte. Vorher habe ich immer Tore gemacht, wenn ich spielen durfte.“

Ciprian Marica gehörte beim Trainingsspiel nicht zur A-Elf – Kapitän Benedikt Höwedes natürlich schon. Trainer Jens Keller deutete schon an, wie er seine Startelf umstellen will. Für Michel Bastos und Marco Höger wird es eng. Raffael blieb im Mittelfeld-Zentrum. Für Michel Bastos rückte Julian Draxler auf die linke Seite. Am Samstag fehlte der 19-Jährige wegen einer Gelb-Sperre. Marco Höger musste im Training Roman Neustädter weichen.

Sead Kolašinac im Lauftraining

Jens Keller hatte das Spielfeld verkleinert. Es ging nur von Strafraum zu Strafraum – zuerst jeweils auf drei mit Fahnen abgesteckte Drei-Meter-Tore und um Angriffe über die Außenpositionen. In der zweiten Halbzeit spielten die Teams klassisch auf die großen Tore. Sead Kolašinac mischte nicht mit. Er drehte wegen Kniebeschwerden mit Konditionstrainer Ruwen Faller Laufrunden. Christian Fuchs dürfte somit auch in Freiburg auf der linken Seite erste Wahl sein. Auch Christoph Metzelder konnte nicht mit dem Ball am Fuß arbeiten. Der 32-Jährige, der heute wohl sein Karriereende verkünden wird, absolvierte die letzte öffentliche Trainingseinheit seiner Laufbahn. Denn heute und morgen trainiert Schalke geheim. Keine Zuschauer, keine Kameras.

Am Mittwoch schauten noch 200 Fans zu. Trotz Regen, trotz Kälte, trotz Wind. „Es ist immer schön, wenn Leute da sind“, sagte Benedikt Höwedes. „Aber vielleicht tut uns die Ruhe ganz gut.“ Ruhe vor dem großen Finale im Breisgau.

 
 

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