Frustrierter Huntelaar fehlt Schalke bis September

Manfred Hendriock
Verletzt: Schalke-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar fällt am Mittwoch im Play-off-Spiel gegen Saloniki aus.
Verletzt: Schalke-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar fällt am Mittwoch im Play-off-Spiel gegen Saloniki aus.
Foto: Getty Images
Das 0:4-Debakel in Wolfsburg hat Schalke ratlos zurückgelassen. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar spricht Klartext – aber ausgerechnet er verletzte sich wieder am Innenband im Knie und fällt einige Wochen aus. Auch am Mittwoch im Play-off-Spiel zur Champions League gegen PAOK Saloniki wird der Stürmer fehlen.

Wolfsburg. Klaas-Jan Huntelaar humpelte mit dick bandagiertem Knie durch den Kabinengang und symbolisierte damit das ganze Schalker Elend: Die Mannschaft war vom VfL Wolfsburg mit 0:4 vernichtend geschlagen worden, und der Torjäger schied mit einer folgenschweren Verletzung aus. „Ich muss abwarten, was die Leute im Krankenhaus sagen“, beschied Huntelaar und hatte Sorgen, dass wieder „irgendetwas mit dem Innenband“ nicht stimmt. Am Sonntag folgte dann die befürchtete Diagnose: Der Holländer zog sich einen Teilriss des Innenbandes im rechten Knie zu und wird einige Wochen ausfallen.

Bereits im Frühjahr hatte sich Huntelaar im Derby gegen Dortmund einen Innenbandriss im Knie zugezogen, damals war es das linke Knie, diesmal ist es das rechte. Seine einzige Hoffnung: „Ich glaube, dass es nicht so schlimm ist wie beim letzten Mal.“ Doch im August wird er nicht mehr zur Verfügung stehen - natürlich auch nicht am Mittwoch im Play-off-Spiel zur Champions League gegen PAOK Saloniki.

Huntelaar prallte mit Wolfsburgs Torwart Benaglio zusammen

Huntelaar verletzte sich kurz vor der Pause bei einem Zusammenprall mit Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio, der freilich schuldlos an dem Unglück war. Huntelaar wollte entschlossen zum Ball gehen – anders als die meisten anderen Schalker Spieler, die auf dem Platz wieder nur Zauder- statt Zauberkönige waren. Das 0:4-Debakel war die deutliche Quittung für eine Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit völlig in sich zusammengebrochen war. „Wir können froh sein, dass es beim 0:4 geblieben ist“, schimpfte auch Manager Horst Heldt, der freilich keine echte Erklärung dafür hatte, wie seine vor der Saison so hoch eingeschätzten Schalker so eingehen konnten. „Unser Hauptproblem sind die vielen individuellen Fehler“, erklärte Heldt und sprach in diesem Zusammenhang von „Fahrlässigkeit“ bei den Standardsituationen. Das war auch schon vor Wochenfrist beim 3:3 gegen Hamburg so, und deswegen steht unterm Strich ein ganz kapitaler Schalker Fehlstart mit nur einem Punkt und satten sieben Gegentoren nach zwei Spielen. Puh – und das nur vier Tage vor dem Wiedersehen am Mittwoch mit Huub Stevens gegen PAOK Saloniki (20.45 Uhr, live in unserem Ticker).

Während Heldt sichtlich nach Worten rang, um nicht nach nur zwei Spielen alles in Frage zu stellen, war Huntelaar total frustriert: „Wir haben jetzt zwei Spiele gespielt. Das erste Spiel war nicht gut, und dieses auch nicht. Wir müssen uns alle hinterfragen, was wir falsch machen. Ich finde, wir waren in allen Teilen schlechter als Wolfsburg.“ Eigentlich, so sagte der Holländer, könne es nicht an der Qualität im Schalker Kader liegen. Aber dann gab er doch zu bedenken, dass dieser Fehlstart „schon etwas zeigen“ würde: „Das ist auch eine Frage der Qualität, wenn du in zwei Spielen nicht die Leistung bringst, die du bringen musst.“

Muss Schalke-Legende Asamoah helfen?

Qualität, Willen, Mentalität – wenn es nicht schleunigst die Wende gibt, wird alles auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Wobei ein Schalker an diesem schwarzen Samstag wenigstens seine Leistung gebracht hat – allerdings in der zweiten Mannschaft: Denn dort schoss Gerald Asamoah das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg in Wattenscheid. Ist es wirklich schon soweit, dass „Asa“ wieder helfen muss?