Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Was Leon Goretzka zum Bleiben bewegen könnte

„Ich weiß, dass Leon ein Herz für Schalke hat“: Manager Christian Heidel über Top-Star Leon Goretzka (Foto).
„Ich weiß, dass Leon ein Herz für Schalke hat“: Manager Christian Heidel über Top-Star Leon Goretzka (Foto).

Gelsenkirchen. Wer Leon Goretzka in diesen Tagen auf Schalke erlebt, der erlebt einen jungen Mann, der mit sich sehr im Reinen scheint. Die persönliche Entwicklung zeigt seit Monaten nur nach oben, und was für ihn genauso bedeutsam ist: Auch mit der Mannschaft geht es aufwärts.

Seit zwei Spielen ist Schalke in der Bundesliga ohne Gegentor und hat dabei einen Spielstil entwickelt, mit dem sich Goretzka identifizieren kann. „In der Vergangenheit ist uns oft vorgeworfen worden, dass wir nicht diese Souveränität und Konsequenz im Spiel haben, die nötig ist – die haben wir im Moment, und deswegen bin ich darüber sehr glücklich und zufrieden“, sagte Goretzka nach dem 2:0-Sieg gegen Mainz.

Die Spiel-Entwicklung stimmt

Daran will Schalke auch an diesem Dienstag (18.30 Uhr/ Sky) im DFB-Pokalspiel beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden anknüpfen und weiter so „seriös“ auftreten, wie es Goretzka nennt. Dann sollte die Entwicklung auch im DFB-Pokal anhalten und der Einzug ins Achtelfinale geschafft werden.

Goretzka und Schalke haben es geschafft, dass im Moment mehr über den offenbar stabilen Trend der Mannschaft diskutiert wird, als über die persönliche Zukunft des Nationalspielers. Natürlich werden Fragen aufgeworfen wie diese: Ist der 22-Jährige mit seinen überragenden Qualitäten, die er im Moment Woche für Woche zeigt, überhaupt noch für Schalke zu halten? Muss er nicht eines der Angebote der Top-Klubs aus ganz Europa annehmen, um persönlich noch weiter zu kommen? Manager Christian Heidel hat dazu seine eigene Meinung. Er sagt: Muss er nicht.

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Heidels Argumente für Schalke

Heidel kann seine Ansicht mit Argumenten unterfüttern. Er glaubt erstens, dass Goretzka jetzt merkt: Schalke bremst nicht sein persönliches Wachstum – „die Entwicklung, die er momentan geht, die geht er ja auch bei Schalke“. Zweitens, wie sehr Goretzka die Verantwortung auf Schalke antreibt: „Er spürt selbst, dass er in einer Mannschaft, die er anführen kann, immer besser wird“. Und drittens, dass daraus durchaus ein Gefühl entstehen kann, „dass er sich weiter verbessern kann, wenn er bei Schalke bleibt“ (Heidel).

Ein Aufschwung als Bedingung

Tatsächlich hat Leon Goretzka in diesem Frühjahr in einem Interview einmal sinngemäß gesagt, dass es ihn schon reizen könnte, Schalke in einer exponierten Rolle wieder nach oben zu führen: Man müsste, so Goretzka damals, nur halt wissen, ob der Verein wirklich auch einen solchen Erfolgsweg einschlägt. „Ich weiß, dass Leon ein Herz für Schalke hat“, sagt Heidel.

Deswegen sind die Signale, die Goretzka im Moment über die Entwicklung der Schalker Mannschaft aussendet, durchaus ernstzunehmen. Denn sie zeigen, wie sehr er sich selbst vorstellen kann, dass es mit Schalke sportlich vielleicht wirklich wieder etwas wird. Und Heidel ergänzt zudem, „dass er auch mit dem Trainer sehr, sehr gut kann.“ Domenico Tedesco bezieht seinen Vize-Kapitän eng in seine Pläne ein, und Goretzka ist klug genug, um das zu schätzen.

Das Modell der Ausstiegsklausel

Das Fachmagazin Kicker hat angesichts dieser Gemengelage am Montag die Möglichkeit ins Gespräch gebracht, dass Goretzka durchaus seinen Vertrag auf Schalke verlängern könnte. Eine Ausstiegsklausel mit einer festgeschriebenen Ablösesumme im Vertragswerk wäre eine Möglichkeit, mit der beide Seiten ihre Interessen wahren könnten: Goretzka könnte dann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt er den Weg zu einem noch größeren Klub einschlägt, und Schalke würde den Spieler nicht ablösefrei verlieren. Heidel hatte eine solche Möglichkeit bereits einmal angedeutet, als er bezüglich einer Verlängerung mit Goretzka sagte: „Das heißt ja nicht, dass er bis 2027 hier spielt.“

Zweistelliges Millionengehalt

Nach WAZ-Informationen bietet Schalke Goretzka eine Vertragsverlängerung mit einem deutlich zweistelligen Millionengehalt pro Jahr – Heidel bestätigt keine Zahlen, sagt aber: „Leon weiß, dass das, was Schalke ihm angeboten hat, eine extrem hohe Wertschätzung zeigt.“ Wann Goretzka das Für und Wider abgewogen hat, ist völlig offen, aber es gibt vorsichtige Signale der Hoffnung, dass Schalke noch nicht aus dem Rennen ist.

 

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