FC Schalke 04: Warum S04 jetzt voll auf Hoffnungsträger Sebastian Rudy setzt

Manfred Hendriock und Christoph Winkel
Schalke-Trainer Domenico Tedesco haderte nach dem 1:2 in Wolfsburg auch mit dem Schiedsrichter.
Schalke-Trainer Domenico Tedesco haderte nach dem 1:2 in Wolfsburg auch mit dem Schiedsrichter.
Foto: firo
  • Sebastian Rudy kommt vom FC Bayern und soll schon Sonntag gegen Hertha helfen
  • Kritik und Selbstkritik nach Schalkes 1:2 beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg.  Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies war am Samstag gut gelaunt nach Wolfsburg gefahren: Er wusste schon vor dem Spiel, dass Schalke sich danach mit Nationalspieler Sebastian Rudy verstärken würde.

Tönnies parlierte vor dem Anpfiff am Spielfeldrand entspannt mit Manager Christian Heidel, Sportdirektor Axel Schuster und Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke; auch Schiedsrichter Patrick Ittrich bekam noch einige freundliche Worte zu hören. Es wurde viel gelacht.

Schalke 04: 16 Millionen Euro für Sebastian Rudy

Was nach dem Spiel von der guten Laune blieb, war die Hoffnung auf Rudy. Der 28-Jährige soll schon am kommenden Sonntag (18 Uhr) im Heimspiel gegen Hertha BSC die erhoffte Verstärkung werden – Schalke hat eine grundsätzliche Einigung mit Rudys Verein Bayern München über die Ablösemodalitäten erzielt.

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Nach WAZ-Informationen zahlt Schalke gut 16 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler, der einen langfristigen Vertrag unterschreiben soll.

Christian Heidel: "Müssen uns an eigene Nase fassen"

Zu klären waren am Wochenende nur noch Details mit dem Spieler, der zuvor auch von RB Leipzig umworben wurde. Es ist wahrscheinlich, dass er schon heute auf Schalke vorgestellt wird. Die Königsblauen richten sich auf ihren Königstransfer ein – und können Rudy als ordnende Hand im Mittelfeld auch gut gebrauchen.

Denn bei allem Ärger über Schiedsrichter Ittrich und dessen äußerst agilen Video-Assistenten Wolfgang Stark bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg konstatierte Manager Christian Heidel auch: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, denn wir haben für uns untypische Fehler gemacht.“

Schalke 04: Kalte Dusche zum Saisonauftakt

Das erste Gegentor fing sich Schalke nach einem Eckball, den Wolfsburgs John Anthony Brooks nahezu ungehindert einköpfen konnte – und das, obwohl mit Naldo (1,98 Meter groß) und Salif Sané (1,96 Meter) zwei Kopfball-Ungetüme im Zentrum der Abwehr stehen. Der Grund: Matija Nastasic war von den Wolfsburgern geschickt weggeblockt worden.

Beim zweiten Tor durch Daniel Ginczek ließ sich Schalke in der Nachspielzeit auskontern, statt nach dem Elfmeter-Ausgleich durch Nabil Bentaleb (85.) in Unterzahl den einen Punkt zu sichern. Vor allem in der ersten Halbzeit war Schalke lange nicht so kompakt wie im Vorjahr, auch Neuzugang Salif Sané erlaubte sich leichtfertige Abspielfehler. „Alles auf den Schiedsrichter und den Videobeweis zu schieben, wäre mir ein bisschen zu einfach“, sagte auch Trainer Domenico Tedesco.

Schalke-Manager wirft Stark Aktionismus vor

Dennoch trug das „Tohuwabohu“ (Heidel) natürlich seinen Teil zur Niederlage bei. Dass Schiedsrichter Ittrich zweimal seine eigenen Entscheidungen per Videobeweis zum Schalker Nachteil korrigierte (Matija Nastasic zeigte er für ein Foul an Wout Weghorst erst Gelb und dann doch Rot, bei Weghorst hingegen nahm er eine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit an Guido Burgstaller wieder zurück), lag nach Heidels Dafürhalten an Video-Assistent Stark. Dem warf er „kompletten Aktionismus“ vor: „Die Konfusion hat Köln ins Spiel gebracht.“ Dort sitzt in dem berühmten Keller der Video-Assistent. Die Szenen waren für Heidel nicht von einer solchen Eindeutigkeit, dass sich Stark hätte bei Ittrich melden müssen.

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Ittrich verlor daraufhin seine eigene Linie – „mir hat er ein bisschen leid getan“, sagte Schalkes Manager. Der Unparteiische sprach von „einem der schwersten Spiele“ seiner Laufbahn.

Für Bentaleb gibt es kein Angebot

Für ihn gab’s keine Nettigkeiten mehr – für Schalkes Leistung aber auch nicht. Die Königsblauen hatten sich von ihrem Start viel mehr versprochen. Sebastian Rudy kommt nun wie gerufen als Nachfolger von Taktgeber Leon Goretzka, der zu den Bayern abwanderte. Finanziert wird Rudy durch die Kehrer-Millionen – ein Verkauf von Nabil Bentaleb ist dafür nicht nötig. Der Mittelfeldspieler wird von der Zeitung „France Football“ mit Olympique Marseille in Verbindung gebracht, aber davon hat Heidel noch „nichts gehört“.