Gelsenkirchen

Schalke vergeigt Kohle-Abschied – dann bringt der Verein seine Fans mit diesem Angebot auf die Palme

Die Spieler des FC Schalke 04 stehen nach der Pleite gegen Leverkusen mit betretenen Mienen vor der Nordkurve.
Die Spieler des FC Schalke 04 stehen nach der Pleite gegen Leverkusen mit betretenen Mienen vor der Nordkurve.
Foto: imago

Gelsenkirchen. Es sollte ein würdiger Abschied des Bergbaus im Revier werden. Doch statt in Wehmut über das Ende der Kohle-Ära im Revier zu schwelgen, herrschte nach dem Spiel des FC Schalke 04 gegen Bayer Leverkusen unter den Fans vor allem Frust.

Frust darüber, dass man den 2.000 geladenen Bergleuten der Zeche Prosper Haniel zwei Tage vor der Schließung ihres Arbeitsplatzes keinen Sieg schenken konnte. Frust darüber, dass die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco derzeit kaum Torgefahr ausstrahlt.

Nach der bitteren Pleite brachte der Verein seine Fans dann mit einer Auktion in den Sozialen Medien gegen sich auf.

Schalke sorgt mit Versteigerung für Unverständnis

So bot der FC Schalke 04 kurz nach Abpfiff die originalen Trikots aus dem letzten Heimspiel des Jahres an. Die Erlöse aus der Versteigerung wolle der Verein für einen guten Zweck spenden.

+++ FC Schalke 04: Ultras Gelsenkirchen mit starkem Video – so wurde die Bergbau-Choreo erstellt! Und so teuer war sie +++

Die Aktion brachte viele Fans gehörig auf die Palme. „Schenkt sie den Bergleuten, und holt Euch die Kohle von den Menschen die darin spielen durften“, kommentierte einer den Facebook-Post und erntete für seinen Vorschlag reichlich Zuspruch.

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Schalke verneigt sich vor dem Bergbau und erntet Spott

Die Schalker waren am Mittwochabend mit einem Sondertrikot aufgelaufen. Statt des Sponsors prangte auf der Brust jedes Spielers der Name eines Bergwerks. Mit den Unikaten wollte der Verein sich vor den Malochern unter Tage verneigen.

Manch ein Schalke-Fan bezweifelte, dass nach dem Auftritt irgendjemand Interesse an den Trikots haben könnte: „Meint ihr ernsthaft jemand möchte ein Trikot, dass einen daran erinnert wie sich die Spieler darin an diesem Tage mit dem Gedanken an wirkliche Malocher ( nicht ) identifiziert haben?“, schreibt einer.

Der nächste sieht in der Auktion den Grund für das Ergebnis: „Ach so, deswegen haben sie so gespielt, die Trikots durften nicht dreckig werden“, spottet er.

„Reißt euch mal zusammen“

Doch es gab auch beschwichtigende Stimmen: „Boah Leute. Reißt euch mal zusammen. Ja ... wir haben Scheisse gespielt. Nein ... es liegt nicht allein am Trainer. Ja ... die Mannschaft ist nicht wie letzte Saison mit Herz und Seele dabei. Aber bei den Trikots geht es um eine gute Sache. Ich freue mich jedenfalls drauf wenn ich eins ersteigern kann. Ich tue damit was gutes und hab eine Erinnerung an die Bergleute. In diesem Sinne ... Glück auf“, kommentiert der Schalke-Fan.

Ähnlich sehen es offenbar viele andere Fans. So steht etwa das Höchstgebot für das Trikot von Matija Nastasic (Zeche Hugo) nach 13 Stunden bereits bei 3.150 Euro. Die Auktion läuft noch bis Ende Januar. Mehr Infos dazu gibt's hier >>>

 
 

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