Gelsenkirchen

Schalke findet keinen Stürmer und Fans drehen durch – warum die Fan-Wut heuchlerisch ist

Die Fans bezogen klar Stellung zur Transferpolitik von Sportvorstand Jochen Schneider beim FC Schalke 04.
Die Fans bezogen klar Stellung zur Transferpolitik von Sportvorstand Jochen Schneider beim FC Schalke 04.
Foto: imago sportfotodienst

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 schaute sich am Montag bis zum Transferschluss um 18 Uhr nach einem Angreifer um – ohne Erfolg. Dass die Königsblauen keinen weiteren Stürmer verpflichten, stößt bei vielen S04-Anhängern auf großes Unverständnis. Doch die Unmutsbekundungen sind in vielen Fällen heuchlerisch.

Die Meinung der Fans: Schalke war in der vergangenen Saison sowie zu Beginn dieser Spielzeit im Angriff nicht gefährlich genug. Nach zwei Spielen ohne eigenen Torerfolg in Gladbach (0:0) und gegen die Bayern (0:3) benötigte Schalke gegen Hertha (3:0) am Samstag zwei Eigentore des Gegners und einen Treffer des Rechtsverteidigers Jonjoe Kenny.

Schalke und die Stürmer-Suche

Daher hätte Schalke am Deadline Day unbedingt noch einen weiteren Stürmer verpflichten sollen, meinen einige königsblaue Fans. Mit dieser Meinung widersprechen sich viele S04-Fans allerdings selbst.

Denn die Forderung nach einem weiteren Stürmer kommt meist von denjenigen, die sich gleichzeitig mehr Einsatzzeit für junge Talente wie Publikumsliebling Ahmed Kutucu wünschen. Der Youngster wurde vom neuen Trainer David Wagner bisher kaum berücksichtigt, was dem Großteil der Schalker Fans ganz und gar nicht schmeckt.

Schließlich ist der gebürtige Gelsenkirchener wegen seiner Liebe zu seinem Jugendverein, seiner Verbundenheit zur Stadt und seiner bodenständigen Art beim S04-Anhang sehr beliebt. Dass Kutucu darüber hinaus auch noch ein torgefährlicher Erstliga-Stürmer ist, bewies er vergangene Saison ein ums andere Mal.

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Fans wollen Kutucu sehen

Sehr gerne würden die Schalker Fans ihren Liebling häufiger spielen sehen – zu Recht. Kutucu hat bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, der nächste Topspieler aus der Knappenschmiede zu werden, so wie es Julian Draxler, Leroy Sané, Thilo Kehrer oder Sead Kolasinac in den vergangenen Jahren vorgemacht hatten.

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Die nötigen Entwicklungsschritte können Youngster wie Kutucu oder der ebenfalls hochtalentierte Rabbi Matondo nur dann machen, wenn man ihnen das Vertrauen schenkt. Wenn erfahrene Spieler immer und immer wieder den Vorzug vor den jungen Talenten bekommen, versauern die Juwele auf der Bank.

Ein weiterer Stürmer hätte Schalke vielleicht kurzfristig geholfen. Langfristig werden die vielversprechenden Talente aber womöglich davon profitieren, dass sie nicht noch mehr Konkurrenz bekommen.

 
 

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