Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Julian Draxler gesteht Fehler bei S04-Abgang – „Das Problem war, dass...“

Der Abgang von Julian Draxler beim FC Schalke 04 sorgte für mächtig Ärger bei den Fans. Heute würde er einiges anders machen, verriet der Nationalspieler.
Der Abgang von Julian Draxler beim FC Schalke 04 sorgte für mächtig Ärger bei den Fans. Heute würde er einiges anders machen, verriet der Nationalspieler.
Foto: Imago Images; Montage: DER WESTEN

Gelsenkirchen. Sein Wechsel zum VfL Wolfsburg haben ihm die Fans von Schalke 04 bis heute nicht verziehen.

Jetzt hat Julian Draxler über seinen Abgang vor vier Jahren aus Gelsenkirchen gesprochen. „Wie der Abschied verlaufen ist, war leider unglücklich. Da habe ich Fehler gemacht“, hat Draxler jetzt in einem Interview mit DAZN verraten.

Schalke 04: Julian Draxler spricht über S04-Abgang

Draxler würde heute anders handeln, erklärte er. „Ich hätte meine Sicht darstellen und meine Entscheidung besser erklären müssen. Damals hatte ich aber das Gefühl, dass ohnehin niemand meine Sicht hören will. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, nicht so viel über meinen Abschied zu reden. Das würde ich heute auf jeden Fall anders machen.“

Die Art und Weise, wie er sich nach so vielen Jahren bei Schalke 04 verabschiedet habe, sei mehr als unglücklich gewesen. „Ich verstehe jeden, der sagt: Das gehört sich nicht. Wenn man diese Entscheidung trifft, muss man zumindest versuchen, sie zu erklären.“

„Wusste, dass ich weg muss, um persönlich weiterzukommen“

Lange galt ein Wechsel zu Juventus Turin als ausgemachte Sache. „Das Problem war, dass der Fußball auch ein Geschäft ist und dass ich nicht alleine entscheide. Hinter Transfers stecken auch Ablösesummen und vertragliche Modalitäten. Es muss passen und das war bei Juve leider nicht der Fall. Ich hatte Schalke damals schon mitgeteilt, dass ich auf jeden Fall gehen will. Ich hatte mich praktisch schon verabschiedet und wusste, dass ich weg muss, um persönlich weiterzukommen“, so Draxler.

------------------------------------

Mehr Themen:

Top-News des Tages:

-------------------------------------

„Was mache ich hier eigentlich noch?“

Der heute 26-Jährige ging letztlich für 43 Millionen Euro zu den Wölfen. Glücklich wurde er dort nicht. „Wolfsburg war die Brücke zu einem Verein, bei dem ich mich sehe“, so der Ex-Schalker. „Mir war in Wolfsburg nicht alles egal“, stellte der Nationalspieler klar.

„Wolfsburg wollte von mir profitieren und ich wollte von Wolfsburg profitieren. Dass die Zusammenarbeit nicht auf fünf, sechs Jahre ausgelegt war, war allen klar.“

Der VfL Wolfsburg verweigerte Draxler einen Abgang im August 2016. Er machte seine Wechselabsichten öffentlich. Hängen habe er sich aber nicht lassen. „Es war definitiv nicht so, dass ich bewusst schlecht gespielt oder nicht alles gegeben habe, auf gar keinen Fall. Wenn du aber in so einer Situation steckst, im Kopf nicht frei bist und dich ungerecht behandelt fühlst, schaffst du es nicht, zu hundert Prozent deine Leistung abzurufen. Natürlich fragst du dich: Was mache ich hier eigentlich noch?“

Im Januar 2017 verließ er Wolfsburg für 36 Millionen Euro und sei „froh, dass das Kapitel Wolfsburg abgeschlossen war.“

+++ FC Schalke 04: Machen Premier League-Klubs bei DIESEN beiden Schalkern Ernst? +++

Bei Paris St. Germain fühlt sich der gebürtige Gladbecker laut eigener Aussage wohl. Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel habe er als „sehr offenen, sehr direkten und sehr korrekten Menschen kennengelernt“, so Draxler. „Fachlich ist er ohnehin unumstritten und ich bin sehr zufrieden mit unserer Zusammenarbeit. Es stimmt aber, dass er manchmal ein schwieriger Typ sein kann. Das ist aber überhaupt nicht schlimm.“

Draxler über Tuchel: „Plötzlich schreit er irgendwen zusammen“

So gäbe es Phasen, wenn das Team mehrere Spiele hintereinander gewinne, an denen er etwas lockerer sei. „Dann gibt es zum Beispiel einen Mittwoch, an dem noch alles gut ist, und am Donnerstag schreit er plötzlich irgendwen zusammen und sagt, so gehe es nicht weiter.“

Für Draxler soll es vorerst in Paris weitergehen. „In der Bundesliga gibt es gute Vereine und Deutschland ist immer eine Option für mich. Momentan habe ich aber wirklich keine Absicht, den Verein zu verlassen“, so Draxler über etwaige Wechselgerüchte.

 
 

EURE FAVORITEN